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30. Juli 2009

Vegan in Prag

Ich verbrachte vor kurzem ein Wochenende mit M in Prag, und dachte mir, ein kleiner Trip-Report könnte nicht schaden. Also los geht’s, ich hoffe, es ist vielleicht in der Zukunft für einige von euch hilfreich.
Wir buchten unseren Trip über einen Reiseveranstalter, und das Angebot war wirklich spottbillig – daher konnten wir uns auch sehr schönes Hotel leisten, nämlich dieses hier. Manchmal zahlt sich Schnäppchensuche doch aus - juhu! (Und nein, wir mussten uns keine zweistündigen Vorträge über Teppichreinigungsmittel oder Matratzen anhören.. ). Da auch ein Frühstück involviert war, schrieb ich dem Hotel vorher ein E-Mail, um mich nach veganen Optionen zu erkundigen. Die Antwort war freundlich, es wäre für sie gar kein Problem auf meine Bedürfnisse einzugehen. Als wir schließlich beim Frühstück saßen, kam extra jemand zu unserem Tisch, und fragte, ob ich denn der „special request“ sei. Als ich bejahte, fuhren sie Extra-Köstlichkeiten auf. Es gab für mich gegrilltes Gemüse, Soja-Milch, und Tofu (Räucher- und normaler), am regulären Buffet gab es außerdem Marmeladen, Obst, und Brötchen. Ich kugelte geradezu vom Tisch weg. Der Aufwand, den sie für mich betrieben, war wirklich nett, und ich fühlte mich sehr gut betreut. Ich merkte nur, dass sie mit Veganern nicht so viel Erfahrung hatten, da sie den Tofu einfach aufgeschnitten servierten (ohne Gewürze oder Zubereitung), und während ich den Räuchertofu gerne so aß, bin ich kein Freund von „Tofu ohne alles“. Ich wies sie in meinem Feedback aber darauf hin, und es war ihnen fast peinlich, und sie versprachen, den Tofu in Zukunft anders zu servieren. Insgesamt kann ich das Hotel wirklich weiterempfehlen, ein sehr schönes (und veganer-freundliches) Haus.

Unser Zimmer

Kleiner Ausschnitt meines Frühstücks

Ich habe unseren Aufenthalt in Prag sehr genossen, es hat mich etwas an Wien erinnert mit all den alten Gebäuden und verwinkelten Gassen. Die Stadt hat wirklich Charme. Es ist aber gerade in der Altstadt voll mit Touristen (irgendwie kein Wunder?) und mit den Touristen kommen auch die Ramsch-Läden, die Sachen verkaufen, die echt keiner braucht. Mit ein bisschen stoischer Ruhe ist das aber auch gut wegzustecken (nicht das ich normalerweise über eine solche Ruhe verfüge). Sehenswert ist sicher der Altstädter Ring und vor allem das jüdische Viertel. Auch ein Spaziergang auf den Hradschin lohnt sich, allein schon der Aussicht und dem Weg über die Karlsbrücke wegen – ein Tipp, man sollte diese wirklich in der Früh überqueren, denn später ist sie voll mit … ? ... anderen Touristen, richtig! Und das macht angenehmes Gehen oder ordentliche Fotos fast unmöglich. Hier einige Prag-Eindrücke:





 
  
 
  
 
 

Aber jetzt zum wichtigsten Part jeder Reise… na klar, dem Essen! Da ich bezüglich Essen nichts gerne dem Zufall überlasse (ich werde schnell grantig, wenn ich hungrig bin), suchte ich schon im Vorhinein eine Reihe an Restaurants heraus, und zwar auf dieser Website www.happycow.net (möchte jemand Adressen oder Öffnungszeiten wissen, die gibt es alle auf dieser Website, teilweise auch genauere Wegbeschreibungen) . In Prag gibt es sogar eine ganze Menge an vegetarischen Restaurants. Bei einem Bummel durch die Altstadt muss man jedoch denken, dass sich die tchechische Küche weder als veganer- noch vegetarier-freundlich beschreiben lässt (Fleisch. Knödel. Ende der Geschichte). Aber ich war ja gewappnet… Hier die Restaurants, die wir besuchten.

Gleich nach unserer Ankunft kehrten wir in das „Country Life“ ein, das sich direkt in der Altstadt befindet, ein vegetarisches Restaurant mit Reformhaus daneben. Das Restaurant ist als Buffet aufgebaut mit einer beträchtlichen Auswahl an Speisen. Und auf meine Frage, was denn davon vegan sei, bekam ich die Antwort „Everything is vegan!“ Na, so was höre ich nicht so oft, und war gleich begeistert! Wir luden uns also die Teller voll, und es schmeckte recht gut. M probierte einen Veggie-Burger, ich hatte eine Auswahl an verschiedenen Sachen vom Buffet (die Lasagne war ausgezeichnet). Obwohl das „Country Life“ etwas Kantinen-Charme hat und die Speisen nicht immer optimal präsentiert werden, ist es dort lecker und günstig essen. Wir waren an einem Freitag dort, und es war wirklich voll! Dann kehrten wir am Sonntag noch einmal zurück, um ein Dessert zu kaufen, und es war bedeutend weniger los, und dementsprechend attraktiver sah das Buffet aus – also ist es vielleicht eine Überlegung wert, mal am Sonntag dort hinzugehen. Insgesamt ist das „Country Life“ sicher einen Besuch wert.


Eingangsbereich



Unser Tisch



Sieht braun aus, schmeckt aber gut!

Salat vom (ebenfalls großen) Salatbuffet

Dessert: Roulade mit cremiger Kakaofüllung. Mhm.

M und ich haben während eines Auslandsemsters eine kleine Tradition begonnen: Wir gehen immer in ein Hard Rock Cafe, wenn es in der jeweiligen Stadt eines gibt. Warum wir das angefangen haben, weiß ich eigentlich nicht mehr, aber mit dem Hard Rock Cafe verbinden wir schöne Erinnerungen, die wir dann immer auffrischen können. Mittlerweile haben wir schon einige Hard Rock Cafes abgearbeitet, und jetzt eben das in Prag hinzugefügt. Mir ist klar, dass das Hard Rock Cafe bestimmt nicht jedem zusagt, es ist nicht gerade billig und wimmelt nur so vor Touristen – aber das ist einfach einer unserer Spleens, den wir recht ungeniert ausleben.

Für alle Vegetarier bietet das HRC einen köstlichen Veggie-Burger an, einen der besten, den ich in meiner preveganen Zeit gegessen habe (M bestellte ihn). Für alle Veganer… würde ich es nicht gerade empfehlen. Es war zwar möglich, einen großen Salat zu bekommen, der sogar mit Cranberries und Avocado verziert wurde. Ich hatte schon schlechtere, aber auch schon bessere. Aber wie gesagt, wir waren dort wegen unserer kleinen Tradition, und manchmal zählt beim Essen vor allem die (gutaussehende) Gesellschaft… :-) (Anmerkung: Bald werden wir in ein weiteres Hard Rock Cafe einkehren, mal sehen, was die für mich tun können – vielleicht geht’s über einen Salat hinaus?)


Vegetarischer Veggie-Burger


Mein Salat

Am nächsten Tag waren wir bei „Dhaba Beas“ Mittag essen, ein vegetarisches indisches Restaurant. Es ist etwas versteckt gelegen, aber vom Altstädter Ring gut zu erreichen. Dieses Restaurant ist recht klein, es gibt oft Tagesmenüs, eine eher kleine Karte – man bestellt am Tresen, es ist also auch eher schlicht gehalten. Auf meine Frage, was denn vegan wäre (ja, die übliche Frage…), konnten sie mir drei Gerichte zur Auswahl stellen, und in meiner Gier bestellte ich zwei davon. Einmal asisatische Nudeln und einmal indische „Pancakes“ mit Curry zum Dippen, extra für mich veganisiert. M bestellte einen Teller mit einer Auswahl an verschiedenen Gerichten. Es schmeckte sehr gut, das Essen ist günstig, die Portionen riesig (und ich ließ mir die Hälfte meines Essens einpacken… jaja, wenn die Augen größer sind als der Magen). Auch dieses Restaurant ist für Vegetarier aller Art zu empfehlen.


Asiatische Nudeln (vegan)


Indische vegane Pancakes - heiß, fettig, himmlisch.

Abends gingen wir etwas schicker aus, ins „Clear Head“, von mir sehnsüchtig erwartet, aufgrund der guten Reviews. Es ist ein vegetarisches Restaurant, sehr schön gestaltet, in einem hinreißenden alten Gebäude. Es war wirklich voll an diesem Abend, eine Reservierung würde sich am Wochenende daher eventuell empfehlen. Die Karte ist umfangreich, und bietet neben vegetarischen auch zahlreiche vegane Gerichte. M entschied sich für Gemüsespieße mit einer Art Kartoffelauflauf als Beilage und ich mich für ein veganes (eh klar) Tempeh-Bulgur-Risotto mit einem Pesto aus getrockneten Tomaten. Dies war für mich übrigens eine Tempeh-Premiere, die mir nur Lust auf mehr machte! Als Vorspeise bestellten wir Guacomole, die wir beide für unser Leben gern essen. Alles war vorzüglich, die Portionen meiner Meinung nach etwas groß (und ich kann eigentlich viel essen), was mich aber nicht vom Dessert abhielt, einem Karottenkuchen mit Karamellsauce. Der war wirklich riesig, und sollte unbedingt geteilt werden. Es hat mir dort so gut gefallen, dass wir am nächsten Tag noch Mittag essen hingingen, bevor wir unsere Heimreise antraten. M bestellte Quesadillas, und ich hatte einen Salat mit Guacomole (schon wieder), Salsa und Bohnenpüree, als Beilage Nachos - ebenfalls alles wieder sehr lecker. Ein Besuch ist unbedingt zu empfehlen, besonders wenn einem der Sinn eher nach einem „richtigen“ Restaurant steht (allerdings natürlich auch mit richtigen "Restaurant-Preisen", also schon etwas teurer als die oben genannten). Mit der Bitte um Entschuldigung folgen die Fotos, das Licht war schlecht, der Hunger groß.

Guacomole (mit frischem Koriander - auch sehr gut!) und Nachos

M's Gemüsespieße im Vordergrund, mein Risotto im Hintergrund


Mega-Portion Karottenkuchen


Lunch: Mexikanischer Salat (vegan)


M's Quesadillas (vegetarisch)


Schild vor dem Restaurant

Im Restaurant

Zusammenfassung: Wenn ich nur in ein Restaurant gehen könnte, würde ich ins Clear Head gehen, das hat mir persönlich am besten gefallen. Allerdings gibt es in Prag noch einige weitere vegetarische Restaurants, die wir noch nicht besucht haben. Man sollte sich nur vorher informieren, und die Restaurants auf einem Plan einzeichnen, da nicht alles so leicht zu finden ist.

Also, an alle Vegetarier und Veganer, die gerne nach Prag fahren würden: Fürchtet euch nicht! Es gibt mehr als nur Fleisch und Knödel. Und als Beweis, dass Prag eine tierfreundliche Stadt ist, folgendes lustiges Foto:

Ja, das ist ein Vogelnest.

26. Juli 2009

Veganer Brunch

Juhu! Dieses Wochenende muss ich nicht alleine verbringen, sondern M hat frei und ist hier. Zur Feier dieses Anlasses hatten wir heute einen schönen langen Sonntags-Brunch. Wir brunchen beide sehr gerne, was irgendwie eigenartig ist, da M selten bis gar nicht frühstückt, und ich, langweilig wie immer, jeden Tag nur eine Banane, Cerealien und Soja-Milch esse. Jeden Tag das gleiche! Aber dann, zu besonderen Gelegenheiten, packen wir dann doch die Pfanne aus, und es gibt eine "Vegane Frühstückspfanne" mit Baked Beans (von Heinz! Die einzig wahren.), Toast und einem Fruchtteller.
Mhmm.. Melone. Meine große, immerwährende Sommerliebe. Seufz.
Lecker! Mit frischem O-Saft und cooler, neuer Starbucks-Tasse im Hintergrund.

Die Frühstückspfanne ist eine Anlehnug an ein ähnliches Gericht, das man bei Ikea bekommt, bestehend aus Kartoffel, Zwiebeln und SPECK! Sehr unvegan. In grauer vorveganer Zeit habe ich es gerne gegessen, und daher nun vegansiert. Rezept existiert keines (besser gesagt keine Mengenangaben, werden je nach Magenknurren angepasst), die Pfanne enthält einfach Kartoffeln, klein geschnitten (vorher gekocht), Zwiebeln und irgendeine vegane Wurst, oder auch Räuchertofu. Zuerst wird der Zwiebel und die Wurst angebraten, dann kommen die gekochten Kartoffel dazu, bis alles warm und ein wenig knusprig ist. Ich habe übrigens diese Wurst verwendet, sehr zu empfehlen auch für Pizza.


Mahlzeit! (Leider ist dieser Post noch kein Verweis auf dieses kleine Meisterwerk. Aber hoffentlich bald. Steht weeeit oben auf meiner Wunschliste..)

13. Juli 2009

Meet the Parents

Um das Wochenende nicht einsam und sauertöpfisch zu verbringen (da mein Freund M seinen Sommerjob angetreten hat, siehe letzter Post), besuchte ich daher meine Eltern in meiner Heimatstadt Linz. www.linz09.at

In meiner Familie spielt Essen eine zentrale Rolle. Gemeinsame eingenommene Mahlzeiten waren meinen Eltern sehr wichtig, auch das Kochen mit frischen Zutaten wurde betont. Bei uns wird vermutlich mehr übers Essen gesprochen als in den meisten anderen Familien. Als ich aber damals beschloß, Vegetarierin zu werden, stieß das am Anfang doch auf Skepsis. Bei uns war Fleisch meistens eher Beilage gewesen, doch dass das für mich jetzt komplett gestrichen sein sollte, löste doch etwas Unverständnis aus. Aber meine Eltern haben sich rasch daran gewöhnt, und auch meinen Schritt zum Veganismus gut überstanden, und seither greift mein Vater (der sich bei uns um das Kochen annimmt, jaaa, auch Männer können kochen!) jedes Mal tief in seine kulinarische Trickkiste, um das Töchterlein zu beeindrucken. Am liebsten esse ich daheim panierte Melanzani (die ewige Liebe, diesmal bloß vegan) mit veganem Kren-Kartoffel-Pürree und Gemüse, oder Curry-Reis mit gebackenen Bananen. Aber mein lieber Herr Papa überrascht mich eigentlich jedes Mal mit neuem Köstlichkeiten.

Übrigens haben sich meine Eltern mein Beispiel zu Herzen genommen und kochen daheim fast ausschließlich vegan (auch wenn ich nicht da bin!). Sie bermerkten die positiven Auswirkungen auf ihre Gesundheit und der jährliche Check-Up beim Arzt bestätigte sie dann darin: Bessere Blutwerte, niedrigeres Cholesterin. Gutes Essen, das noch gesund für einen ist - was will man mehr?

Da wahrscheinlich alle Eltern ihre Kinder gerne füttern, da wir ja sonst auf der Stelle verhungern würden, bestehen Besuche bei meinen Eltern also für mich aus einer nicht enden wollenden Reihe leckerer veganer Gerichte. Na, es gibt Schlimmeres, oder?

Am Samstag führte mein Vater mich in ein vegetarisches Restaurant aus (www.paa.cx). Wir gehen öfters dorthin, und obwohl ich der Meinung bin, dass die Einrichtung mal etwas erneuert gehört, ist die Küche immer gut, frisch und saisonal. Außerdem ist es ein schönes Gefühl, wenn man weiß, dass man 100% etwas Veganes (oder Vegetarisches) bekommt, und keine bösen Überraschungen erlebt. Hier ein Bild meines Dessert (ja, die haben auch veganes Dessert!): Gebratene Sesam-Bananen mit Sorbet.


Mmmmh, gut. Für alle ist das Restaurant sehr zu empfehlen, und man kann auch ohne Bedenken fleischessende Freunde mitnehmen, die finden bestimmt etwas.

Am Sonntag gab es dann meine Leibspeise (besagte Melanzani) und für meine Heimfahrt am Montag packte mir mein Vater noch zwei Weckerl mit Räuchertofu ein ("Reiseproviant!"). Außerdem eine Portion veganes Kartoffelgulasch, damit ich heute nicht kochen muss. Eltern sind toll.

10. Juli 2009

Eine Woche voller Wochenenden

Sicherlich hat jeder sein typisches Wochenende-Essen. Bestimmte Gerichte, die am besten schmecken, wenn man sie Freitag-Abend isst, mit dem wohligen Gefühl, dass man noch zwei schöne freie Tage vor sich hat. Oder sie Sonntag Mittag kocht, wenn man endlich mal Zeit hat, sein Essen zusammen mit der Familie zu genießen. Auch wir haben auch solche Rezepte – vegane Pizza, Thai-Curry, Tortillas, Veggie-Burger, Risotto, um nur einige zu nennen.

Leider fängt mein Freund (nennen wir ihn hiermit M) am Wochenende mit seinem Sommer-Job an, und ich werde für zwei Monate die meisten meiner Wochenenden eher unspektakulär verbringen. Daher haben wir diese Woche noch mal genutzt, um einige unserer Favoriten zu essen. Sie schmecken nämlich unter der Woche genauso gut..

Hier eine kleine Auswahl:

Pizza Pizza
Früher dachte ich, dass es unglaublich schwierig wäre, Pizzateig herzustellen. Ich wagte mich nie heran, und habe eigentlich keine Ahnung, warum nicht. Ich kaufte entweder Fertig-Pizza (in meinen vegetarischen Tagen), oder Fertig-Teig. Nachdem ich aber gerne Vollkorn-Produkte esse, machte ich mich schließlich doch an die Arbeit. Erstaunlicherweise gelang die erste Pizza sofort, und konnte sogar meinen Pizza-besessenen Freund begeistern. Seitdem essen wir diese Pizza mindestens einmal die Woche, und ich nehme ein kaltes Stück am nächsten Tag in die Arbeit mit.
Dieses Rezept ist eine Fusion aus verschiedenen Rezepten, die ich im Internet aufgestöbert habe.

Vollwert-Pizzateig
400 Gramm VK-Mehl
1 Würfel frische Hefe
1 TL Zucker
2 TL Salz
4 EL Olivenöl
ca. 250 ml Wasser, lauwarm

Das Mehl, die Hefe, Salz, Zucker und Öl in eine große Schüssel geben. Zunächst 200ml des Wassers hinzufügen und zu einem Teig verkneten. (Ist der Teig zu trocken, kann noch mehr Wasser hinzugefügt werden, was bei mir meistens der Fall ist. Sollte er zu nass sein, einfach ein bisschen Mehl hinzufügen). Den Teig ungefähr 8 Minuten kneten, bis er weniger klebrig ist. Die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken, und an einem warmen Ort für mindestens eine Stunde rasten lassen. Den Teig dann auf einer mit Mehl bestreuten Fläche ausrollen. Mit Tomatensauce bestreichen, und mit den Zutaten belegen. Schließlich backe ich den Teig bei 180 Grad 20 bis 25 Minuten, bis er in der Mitte durch und am Rand knusprig ist.
Wir mögen auf unserer Pizza gerne Paprika, Mais, Zwiebeln, Oliven und Artischoken, und auch manchmal etwas (Soja)Käse.
Dies ist die unsere letzte Kreation, die mit einem Rucola-Salat mit Caesar’s Dressing (aus „Veganomicon“) serviert wurde. Dazu ein Glas Rotwein – mmh, perfekt!



Ay Caramba!
Auf dem Bild unten ist ein einfaches veganes Chilli (bestehend aus einer Dose Kidney-Bohnen, Mais, Paprika, Zwiebeln, etwas Tomatensauce, einem Esslöffel Cumin, Tabasco und natürlich Salz und Pfeffer), auf Nacho-Chips von Alnatura (www.alnatura.at) mit Guacamole dazu. Wir essen gerne mexikanisches Essen, das prinzipiell recht Veggie-freundlich ist – immerhin strotzt diese Küche nur so vor Bohnen, Salsa, Avocados, weichen und knusprigen Fladen und leckerem Gemüse.
Im Supermarkt sehe ich manchmal Guacamole aus der Dose – igitt! Guacamole ist doch so einfach zubereitet:

Basis-Guacomole
1 Avocado
2 Zehen Knoblauch
1 halbe Zitrone
Salz

Avocado mit einer Gabel zerdrücken, und mit den restlichen Zutaten vermischen. Auch gut sind einige Stücke entkernter Tomate darin. Schmeckt super zu Chili, Tacos, Nachos. Schnell essen, sie hält sich nicht besonders lange!
Beim Kauf einer Avocado sollte sie sich leicht drücken lassen, und wenig schwarze Flecken haben. Am besten man drückt die Avocado oben und unten und nicht an der Seite (weil sie dort die meisten Leute anpacken und diese Stellen durch das ständige Quetschen viel weicher werden).



Burger Night

Veggie-Burger sind einfach unsere absoluten Favoriten. Ich verwende dazu das Rezept aus „Vegan with a Vengeance“ (http://www.amazon.de/Vegan-Vengeance-Delicious-Animal-Free-Animal-free/dp/1569243581), füge aber noch etwas geriebene Leinsamen mit Wasser hinzu, um die Masse noch mehr zu binden. Dann kommen die Burger auf unseren Panini-Grill. Und ehrlich gesagt: Vollkorn schmeckt gut, aber nichts schlägt originale Burger-Buns, die vorher kurz getoastet wurden. Dazu gibt es standesgemäß Pommes (aus dem Backofen), Cole Slaw (ein amerikanischer Kraut-Salat mit Mayonnaise-Dressing), und Reste des Caesar's Salad. Achja, und dann die Couch freihalten, weil man sich mit so einem vollen Bauch ordentlich ausruhen muss.

9. Juli 2009

Das erste Rezept

 
Dieses Rezept für Tofu-Schokomousse ist eigentlich so einfach, dass es schon fast peinlich ist, es hier zu posten. Trotzdem hat es eine besondere Bedeutung für mich: Es war eines meiner ersten Experimente mit Tofu, an das ich mich wagte (Schokolade macht schließlich alles besser, oder?). Und es war das erste Mal, dass ich Tofu kostete, dann die Augen aufriss, und rief: „DAS ist Tofu?“ Seitdem weiß ich dieses vielseitige Lebensmittel viel mehr zu schätzen, und habe viele andere Einsatzmöglichkeiten gefunden, die ich jedem Fleischesser ohne zu Zögern vorsetzen würde. Und dann lache ich hämisch über ihren Gesichtsausdruck, wenn sie erfahren, dass sie gerade Tofu gegessen haben.

Grundrezept für zwei sehr reichhaltige, köstliche Portionen Schoko-Mousse (perfekt als Nachspeise für einen romantischen Abend):
220 Gramm Seidentofu
120 Gramm (vegane) Schokolade

Den Tofu in einem Mixer glatt pürieren. Die Schokolade entweder in einem Topf oder in der Mikrowelle vorsichtig schmelzen. Die geschmolzene Schokolade zum Tofu hinzufügen und pürieren, bis das Mousse glatt und gut gemixt ist. In zwei kleine Schüsseln aufteilen, und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Mit Staubzucker, Beeren oder ähnlichem garnieren, oder einfach so genießen. 

7. Juli 2009

Hallo Welt!

Vor rund zweieinhalb Jahren fasste ich aus heiterem Himmel den Entschluss, dass ich Vegetarierin sein wollte. Ich hatte mit diesem Gedanken schon länger gespielt, und von einem Tag auf den anderen war es schließlich klar: Kein Fleisch mehr für mich! Nach anfänglicher Melancholie über den Verlust des vertrauten Essens, das mich so lange begleitet hatte, begann ich neues Lieblings-Essen zu entdecken. Panierte Melanzi. Vegetarische Lasagne. Pizza mit Spinat und Frischkäse. Ei-Mayonnaise.

Während ich die ersten, wackeligen Schritte als Vegetarierin tat, wusste ich aber auch irgendwie, dass das nicht das Ziel meiner Reise war. Ich entdeckte, dass auch irgendwas nicht richtig war am Konsum von Milch und Eier, ethischer als auch gesundheitlicher Natur. Ich begann Bücher zu studieren, die sich mit diesem Thema kritisch auseinander setzten – anfangs konnte ich kaum glauben, was da geschrieben stand. Auch ich hatte immer gedacht, dass uns Milch gut tat, dass es das „wertvollste aller Lebensmittel“ war. Und ich entdeckte, wie gut es für meine Gesundheit war, wenn ich diese Dinge nicht aß.

Trotzdem war der Verzicht auf Milch und Eier ein wesentlicher längerer Prozess als der Abschied vom Fleisch einer war. Vegan zu essen war klar außerhalb meiner „Comfort Zone“. Ich sah es als schräg an, extrem, und … na ja, einfach nicht genießbar. Die Einschränkungen waren zu groß. Die Veränderung zu gewaltig.

Den Wandel brachte dann die Anschaffung meines ersten veganen Kochbuchs (danke, Sarah Kramer!). Plötzlich konnte ich ganz einfach vegan kochen. Und es schmeckte! Und.. es gab sogar Kuchen!

Mittlerweile bin ich wesentlich sicherer geworden. Ich esse weder Fleisch, Milch oder Eier. Ich habe mich von alten Speisen verabschiedet und sie durch neue ersetzt. Ich lernte Lebensmittel zu lieben, die ich beim ersten Mal noch abscheulich fand (Hallo, Soja-Milch). Ich begegnete neuem Essen aus fernen Ländern. Ich fand ein Restaurant, das vegane Gerichte für mich zubereitet.

Doch vor allem lernte ich für mich selbst zu kochen. Wenn man vegan lebt, kann man nicht ins Geschäft gehen und Kuchen kaufen (außer man hat sehr viel Glück). In den meisten Restaurants möchte ich den Großteil der Speisen nicht essen, aber gut anhören tut es sich prinzipiell schon. Dann gehe ich nach Hause und koche selbst. Ich experimentiere, ersetze, entdecke. Wenn ich früher Pizza essen wollte, dann kaufte ich mir eine tiefgekühlte. Wenn ich heute Pizza möchte, dann freue ich mich auf das Gefühl des weichen Teiges unter meinen Fingern. Auf meinen Freund, der die Pizza in akribischer Genauigkeit selbst belegt (Artischocken, Zwiebel, Paprika, Mais). Auf den Triumph, wenn man schließlich hineinbeisst, und feststellt: Mmmh. Das schmeckt. Meine Beziehung zum Essen ist unmittelbarer. Mein Küchenschrank voll mit richtigen Zutaten. Ich habe mich emanzipiert von einer Industrie, die uns Dinge verkaufen will, die wir so einfach daheim herstellen können. Wenn ich gewisse Speisen nicht essen möchte, dann macht mich das nicht traurig. Es beflügelt mich und meine Kreativität.

Ich liebe Essen. Ich liebe es zu kochen. Ich füttere andere gerne mit meinen veganen Kreationen. Willkommen auf meinem Blog, der all das dokumentieren soll.