26. Februar 2012

Veganer Heringssalat - Tofuschmaus

In meinen Breiten beginnt das alljährliche Fasten am Aschermittwoch üblicherweise mit einem  Heringsschmaus. Der Zusammenhang mit Fasten und Verzicht entzieht sich mir zwar, besteht doch der Heringsschmaus aus verschiedenen Salaten aus Fisch, Eiern, etwas Gemüse und vor allem: Mayonnaise und Sahne. Aber da ihr euch sicher nicht meinen Monolog über Heringssalat anhören wollt, und man auch nicht alles in dieser Welt verstehen muss, komme ich zum Punkt. Fakt ist: Ich habe Heringsschmaus immer gerne gegessen, und habe mich daher an einer veganen Version versucht. Nein, sie schmeckt nicht nach Fisch, und darum habe ich diese Kreation einfach "Tofuschmaus"* genannt. Aber sie hat eine schöne Cremigkeit, Pikantheit und den Kontrast zwischen süß, säuerlich und salzig, den ich früher geliebt habe. Dazu passt frisches Brot und vielleicht ein Glas Bier, falls ihr nach den Faschingsfeierlichkeiten noch welches sehen könnt.

Tofuschmaus

500 Gramm Kartoffeln, geschält und gewürfelt
1 kleine Zwiebel, gewürfelt
80 Gramm Essiggurken, gewürfelt (die süß-säuerliche Variante, auch bekannt als Delikatessgurken)
1 kleiner Apfel, geschält und gewürfelt
150 Gramm Räuchertofu, grob geraspelt
1 EL Kapern

150 Gramm Soja-Joghurt, natur
2 EL vegane Mayonnaise (selbstgemacht oder gekauft, oder einfach 2 weitere EL Soja-Joghurt)
1/2 TL Senf
Salz
eine Prise Pfeffer

Kartoffeln bissfest kochen. Etwas abkühlen lassen. Mit den Zwiebeln, Essiggurken, Apfel, Räuchertofu und Kapern in eine Schüssel geben und salzen. Soja-Joghurt, Mayo und Senf verrühren und zu den restlichen Zutaten geben. Gut vermischen, ev. etwas pfeffern und im Kühlschrank mindestens 2 Stunden durchziehen lassen.


*Tofuschmaus hin oder her, besonders ansehlich ist der Gute irgendwie nicht. Aber dafür ziemlich lecker - das ist bei vielen Gerichten so, die komisch aussehen. Man denke nur an indisches Essen, das ist auch oft nicht besonders fotogen, schmeckt aber hervorragend.

23. Februar 2012

Ein perfektes Wochenende

Hurra, es ist schon Donnerstag! Bald ist Wochenende... und ich habe ziemlich genaue Vorstellungen, wie ein perfektes Wochenende momentan aussehen soll.

Freitags ist bei uns schnelles Essen angesagt, ich schneie meistens abends ausgehungert vom Yoga bei der Türe herein. Üblicherweise ist Sandwich oder Burger Night – wir lieben die veganen Burger von Viana (schneidet sie in der Mitte durch, sonst droht Maulsperren-Gefahr!), dazu gibt es meistens Ofen-Kartoffeln mit Dips, Salat, und wenn wir ganz, ganz brav waren, dann auch mal ein paar Backofen-Pommes. Das Schöne am Freitag ist, dass ich mich zurücklehnen kann, denn für alles, was zwischen zwei Brothälften geklemmt werden kann, ist M bei uns verantwortlich, und er meistert das ganz bravourös.

So...

 ... oder auch so sehen M's Kreationen aus. Na, schon neidisch?

Samstag ist mein Lieblingstag – eurer auch? – und er wird gerne mit Faulenzen verbracht. Dabei hilft uns gewöhnlichweise ein Marathon unserer Lieblingsserien. Momentan bin ich ein großer Fan der wilden Siebziger… übrigens Ashton Kutcher’s einzige vernünftige Rolle. Der dumme große Junge steht ihm ganz ausgezeichnet.


Damit es nicht zu anstrengend wird, gibt es kleine Häppchen-Platte, dazu ein, zwei Gläschen Wein. Serviert wurden der herrlich würzige vegane Käse No-Muh Rezent und eine Shiitake Aufschnitt-Rolle von Taifun, Erdäpfelkas, dazu Baguette, Kapernbeeren und eingelegte Zwiebel.


Sonntag wird trotz all des wunderbaren Nichtstun dann doch etwas aktiver verbracht, mit allzu notwendiger Hausarbeit nämlich. Um uns für all diese Aktivität zu stärken, brunchen M und ich gerne ausgiebig - wir schlafen aus und stellen uns dann in die Küche, um ein verlängertes Frühstück zu zaubern - Kartoffelpfanne mit Räuchertofu, Baked Beans, Avocado, ein Früchteteller vielleicht, etwas frischer Orangensaft...


Zur Krönung des Sonntags backe ich gerne. Momentan gibt es für mich nur eine Art von Kuchen: Kuchen mit Hefeteig. Es gibt gerade nichts Schöneres, als einem Hefeteig beim Aufgehen zu beobachten, in mit (sauberen) Fingern zu schubsen und zu kneten und dem leichten Knistern des Teigs zuzuhören. Ja, es sieht sicher eigenartig aus, wenn ich mit dem Ohr an der Rührschüssel sitze, aber es ist mir gleich: Ich bin verliebt in Hefeteig. Dieser hier ist fluffig, zart, mit einer Mohn-Fülle zum Hineinlegen (ich hätte es auch getan, wäre nur der Topf größer gewesen). Das Rezept findet ihr in meinem neuen E-Book… also hoffentlich bald.


Wie sieht euer perfektes Wochenende gerade aus?

19. Februar 2012

SPAR Veggie - was es bedeutet und wie es schmeckt

Es tut sich etwas... langsam, aber doch. Als ich vor drei Jahren vegan wurde, hatte zwar Sojamilch schon Einzug in die Supermarkt-Regale gehalten, und gelegentlich stolperte man über einen veganen Aufstrich oder eine andere Kuriosität, aber das war es dann auch schon wieder. Plötzlich jedoch quillt in den Supermärkten an jeder Ecke ein veganes Produkt hervor. Vor kurzem erst hat die große österreichische Supermarkt-Kette SPAR ihre neue Linie "Veggie" vorgestellt - über 40 vegetarische und vegane Produkte, in modernen Verpackungen und für alle Lebenslagen: Von Süßigkeiten über Fertiggerichte bis hin zu Grundlagen des veganen Lebens (Mayonnaise!) ist alles dabei. Alles ist wunderbar übersichtlich ausgezeichnet, "vegan" oder "vegetarisch" wird nicht mehr schüchtern auf der Rückseite in mikroskopisch kleiner Schrift angeführt, sondern stolz vorne als Logo präsentiert. Außerdem haben diese Produkte plötzlich den Schritt aus der Frischkornbrei- und Diabetiker-Ecke geschafft und dürfen nun bei den regulären Fertiggerichten und Produkten Platz nehmen. Und während mir klar ist, dass SPAR dies alles natürlich aus finanziellen Interesse tut, singt mein Herz jedes Mal, wenn ich die Produkte sehe: Denn wenn eine große Supermarkt-Kette der Überzeugung ist, dass sich mit Veggie-Essen Geld verdienen lässt, dann werden wir immer mehr. Wir - die VegetarierInnen, VeganerInnen, solche, die es gerne wären, und diejenigen, die es einfach gut finden. Dann ist die kritische Masse derer, die sich nicht mehr mit Billig-Fleisch und Käfigeiern in Keksen abspeisen lässt, bald erreicht. Und das bietet so viele Chancen, dass mir die Knie weich werden: Mehr tierfreundliche Produkte, mehr Zugänglichkeit des Veganismus - endlich raus aus der Nische und rein in die Köpfe. Ja, ich mag idealistisch sein, aber wie sagt man so schön? Dream big.

Auch wenn SPAR leider nicht mich als Werbe-Testimonial für die Veggie-Linie engagiert hat*, ich darf trotzdem ein wenig schwärmen. Denn wenn mich nun jemand fragt, wo ich den eigentlich veganen Gyros kaufe, oder cremige Feinkost-Salate, oder veganen Aufschnitt, oder wo zum Teufel man denn eigentlich vegane Mayonnaise herbekommt, dann kann ich einfach auf den Supermarkt um die Ecke verweisen (wörtlich genommen!). Das bedeutet nicht, dass ich Bio-Märkte, Reformhäuser oder vegane Onlineshops nicht ganz toll finde, aber seien wir mal ehrlich: Die meisten Leute kaufen im Supermarkt ein. Und wenn man dort ganz easy vegane Produkte kaufen kann, wird ein veganes Leben (oder zumindest eine vegane Mahlzeit) plötzlich viel leichter, nachvollziehbarer und vielleicht sogar reizvoller.


Ja, ich komme zu Ende. Ihr findet mein Geschwafel darüber, wie ich im nächstgelegenen SPAR-Markt ein wenig Tränchen drücke und von einer veganen Welt träume, sicherlich total rührend, aber mal ehrlich: Es interessiert euch doch nur, wie denn das Zeug eigentlich schmeckt, nicht wahr? Während ich noch nicht alles durchprobiert habe, haben einige Produkte schon den Weg in meinen Kühlschrank und in meinen Bauch gefunden. Allen voran der vegane Gyros, der ist genauso, wie man ihn kennt: Würzig, gute Konsistenz, macht sich gut neben etwas veganer Joghurt-Sauce und kann ohne Probleme weiterempfohlen werden. Auch der Aufschnitt ist gut, in etwas dickeren Scheiben geschnitten, und eignet er sich für ein herzhaftes Wurstbrot oder vielleicht auch als pikante Essig-Wurst. Einfach fabelhaft sind die Bratstreifen, die wir auf unserem Kontaktgrill zubereiten, und die eine ideale Füllung für Sandwiches oder Wraps darstellen, aber auch in Reisgerichten oder cremigen Saucen eine gute Figur machen würden. Wer diesen Artikel aufmerksam gelesen hat, ahnt vielleicht schon, wovon ich restlos begeistert bin: Ja, es ist die vegane Mayo. Cremig, würzig und einfach so, wie man sie kennt, ist dieser weiße Traum eine Offenbarung - nun steht dem leckeren veganen Kartoffel- oder Nudelsalat nichts mehr im Weg. Und auch zu Pommes schmeckt sie ausgezeichnet. Die vegane Revolution bringt uns offensichtlich ganz fabelhafte Mayonnaise, und ich habe nichts dagegen.

Welche Produkte habt ihr schon probiert?

*Hallo? SPAR-Marketing, seid ihr da? Ich würde zur Verfügung stehen, und mache euch auch einen besseren Preis als Gwyneth! Und ich würde euch sogar einen Kuchen backen... nein?

16. Februar 2012

Wie man Kichererbsen richtig weich kocht

Wer schon einmal richtig guten Hummus gegessen hat, dessen Ansprüche sind hoch - irgendeine Kichererbsen-Pampe wird nicht mehr gut genug sein, denn nur die perfekte Kombination aus zart-nussigen Kichererbsen, Tahini, Knoblauch, Cumin und etwas Olivenöl wird den Gaumen befriedigen können. Während Rezepte variieren und jeder seinen Liebling darunter finden wird, gibt es eine Voraussetzung für richtig guten Hummus: Perfekte Kichererbsen. Und leider, leider, schmecken die Kichererbsen aus der Dose nur halb so gut wie die selbstgekochten. Ein großes Problem beim Selberkochen ist, dass viele nicht genau wissen, wie sie die Kichererbsen richtig weich bekommen. Trotz vorigen Einweichens bleiben dann viele Kichererbsen hart - und harte Kichererbsen sind so ziemlich das Schlimmste, gleich hinter früh aufstehen und kalten Füßen. Damit ihr jedes Mal besonders glücklich mit euren Kichererbsen seid, hier ein kleines Geheimnis von mir, wie sie ganz sicher wunderbar weich und cremig werden. Abgeschaut habe ich es mir von meiner (ganz und gar unveganen) Lieblingsköchin Nigella Lawson.


Ausgangsbasis für selbstgekochte Kichererbsen sind getrocknete Kichererbsen, die ihr mittlerweile in fast jedem Supermarkt finden könnt. Und während die ziemlich lange halten, können sie auch schlecht werden und werden oft trotz ewig langen Kochens einfach nicht richtig weich. Wenn ihr also den Verdacht habt, dass eure Kichererbsen schon euer Vormieter im Küchenschrank vergessen hat, gönnt euch doch mal eine neue Packung.

Perfekte Kichererbsen
200 Gramm getrocknete Kichererbsen
1 gestrichener EL Mehl (ev. glutenfrei)
1/2 EL Salz
1 TL Natron / Speisesoda
1 Lorbeerblatt (optional)

Am Vortag: In einer großen Schüssel die Kicherbsen mit reichlich Wasser bedecken. Aus Mehl, Salz und Natron zusammen mit etwas Wasser eine Paste rühren und unter die Kichererbsen mischen. Am besten 24 Stunden stehen lassen - mindestens 12 Sunden sollten es sein, für optimale Ergebnisse den ganzen Zeitraum einweichen lassen.
Dann die Flüssigkeit wegleeren, die Kichererbsen sehr gut abspülen und in einem Topf mit viel frischem Wasser bedecken (jetzt nicht salzen, sonst können sie hart bleiben!). Das Lorbeerblatt hinzugeben, zum Kochen bringen und etwa eine Stunde zugedeckt köcheln lassen (die Zeit variiert etwas, je nach Alter der Kichererbsen). Wenn die Kichererbsen fast durch sind, etwas salzen. Dann das Wasser abgießen und fertig sind die Kichererbsen. Gelegentlich kann man auch den restlichen Kichererbsen-Sud zum Kochen verwenden, ich habe aber meistens keinen Gebrauch dafür.

12. Februar 2012

Kulinarischer Rückblick

Momentan läuft es gerade richtig rund bei mir (klopfklopf auf meinen Holzkopf!), leider bleibt dann trotzdem oft wenig Zeit für's Kochen, ist das nicht eigenartig? Vermutlich bin ich von so vielen Dingen abgelenkt und stehe deswegen selten am Herd. Aber ich habe trotzdem ein paar leckere Gerichte für euch zum Bestaunen - nur weil ich wenig koche, kann ich aber trotzdem richtig gut essen.


Wir waren wieder in unserem liebsten Restaurant in Salzburg, und dort wurde mir ofengeschmortes Fenchel-Gemüse mit einer gefüllten Zucchini gezaubert. Zuerst war ich skeptisch, denn ich hatte vor Jahren eine traumatische Erfahrung mit einem Fenchel-Salat, der wirklich ganz, ganz furchtbar war. Aber natürlich hat mich dieses Gericht mit Fenchel versöhnt, es ist ja eigentlich ein ganz unschuldiges Gemüse. Seitdem habe ich ihn auch selber zubereitet, am besten schmeckt Fenchel mit etwas Olivenöl im Ofen geschmort.


Am Wochenende brunchen M und ich gerne, und zu diesem Anlass habe ich mich zum ersten Mal an Seitan-Würstchen versucht. Das Rezept habe ich aus Vegan Brunch, und sie bestehen aus Bohnen, Glutenmehl, Gewürzen, Tomatenmark und Sojasauce. Geschmacklich einfach fabelhaft - sie sind schön fest im Biss und lassen sich auch gut braten. Dazu die üblichen Verdächtigen: Kartoffel-Pfanne, Avocado und Baked Beans. Yum.


Gebacken habe ich in letzter Zeit richtig viel: Einerseits, um der eisigen Kälte ein Schnippchen zu schlagen, andererseits, weil ich die Rezepte für mein neues E-Book zusammentrage (hier gibt es mehr Info darüber). Eine liebe Kollegin hatte Geburtstag und verlangte (lautstark) nach Cupcakes. Wir haben beide ein großes Problem mit Mon Cheri - leider sind wir beide komplett und absolut den schokoladigen-geistreichen Köstlichkeiten verfallen. Um diese Tradition aufrecht zu erhalten, gab es Schokoladen-Kirsch Cupcakes mit einer Kakaocreme. Die Cupcakes kommen, wie alles im neuen E-Book, komplett ohne Ei-Ersatz, aufschlagbare Sahne oder sonstige Spezialprodukte aus, und sind luftig, saftig und haben eine angenehme Kirsch-Note.


Da die Kältewelle bei uns einen neuen Tiefpunkt erreicht hat, sehnte ich mich nach etwas beruhigend Warmen, mit winterlichen Gewürzen, was gut zu einer großen Tasse dampfenden Kaffee passt. Daraus entstand dieses fabelhafte Zimt-Brot (oder, wie ich es nenne: Zuckerbrot ohne Peitsche) - ein doppelt aufgegangener Hefeteig mit süßer Zimt-Zucker-Füllung. Perfekt für ein köstliches Frühstück oder zum Nachmittagstee. Auch dieses Rezept wird im neuen E-Book zu finden sein.

Gab es bei euch in letzter Zeit kulinarische Highlights - was war besonders lecker?

9. Februar 2012

Vegan Backen - Tipps und Geheimnisse

Nach der Serie über den Einstieg ins vegane Leben (hier ein Artikel darüber, wie man Eier und Milch ersetzen kann), hier ein paar Tipps für perfektes veganes Backwerk, die ich im Laufe meiner veganen Back-Karriere so aufgeschnappt habe (oder schmerzhaft lernen musste).

 Rezept bald im neuen E-Book: Dalmatiner-Cupcakes mit Häubchen

  • Backen ist wie Chemie-Unterricht. Ja, bei einer Suppe oder einem Eintopf macht etwas mehr oder weniger von den Zutaten nichts aus. Beim Backen kann es euch allerdings das Ergebnis ruinieren. Darum benutzt eine Küchenwaage und arbeitet genau.
  • Kauft hochwertige Zutaten. Vanille-Zucker und Vanillin-Zucker sind sehr verschieden - nicht nur im Preis. Während besonders Bourbon-Vanille-Zucker echte Vanille enthält, hat Vanillin noch nie eine Vanilleschote gesehen. Ich kann mich sogar noch erinnern, wie ich im Chemie-Unterricht Vanillin im Reagenzglas hergestellt habe. Damals war es ein Riesenspaß, in meinem Kuchen brauche ich es nicht unbedingt.
  • Benutzt hochwertige Utensilien. Kuchenformen müssen nicht super-teuer sein, aber sollten eine angemessen dicke Wand haben, damit die Wärme gut weitergegeben wird und der Kuchen nicht aussen verbrennt, während er drinnen noch roh ist.
  • Backpapier ist euer Freund. Früher habe ich die Kuchenformen immer gut eingefettet, heute bin ich eher dazu übergegangen, zumindest den Boden der Form mit Backpapier auszulegen. Dafür lege ich das Papier auf den Boden einer Springform, gebe die obere, seitliche Form darüber und ziehe diese fest, so dass das Papier eingeklemmt ist, die überschüssigen Ränder schneide ich ab. Der Kuchen löst sich einfach viel besser vom Boden ab und es ist weniger Arbeit als das Einfetten.
  • Habt doch ein wenig Geduld. Wer ständig die Backofen-Tür öffnet, um nach dem Kuchen zu sehen, der riskiert im schlimmsten Fall, dass der Kuchen zusammenfällt. Erst in den letzten Minuten der Backzeit kann ein Stäbchen-Test gemacht werden: Holzstäbchen oder Zahnstocher in den Teig hinein, wenn sie halbwegs sauber wieder herauskommen, dann ist das Gebackene fertig. Wenn ihr eine Glasur oder Creme auf Kuchen oder Cupcakes auftragen wollt, wartet bis sie vollständig (auch unten!) ausgekühlt sind. Die Creme rinnt euch sonst davon oder zieht womöglich in den Teig ein.
  • Love me tender. In vielen Rezepten ist ausdrücklich vermerkt, dass man den Teig vorsichtig verrühren soll, auch in meinen Rezepten ist das oft so. Warum? Durch sehr starkes Rühren kann sich das Gluten im Mehl entwickeln, und das Backwerk wird schwer und zäh. Darum rückt nicht jedem armen Cupcake-Teig gleich mit dem Handmixer zu Leibe, sondern mischt lieber mit einem Löffel oder einer Gabel. Ausnahme: Wenn Butter und Zucker schaumig gerührt werden sollen, das geht oft nur mit dem Handmixer.
  • Ein Rezept ist ein Rezept ist ein Rezept. Ihr nehmt statt weißem Mehl lieber Vollkorn-Mehl, lasst den Zucker weg und statt der Margarine kommt Apfelmus in den Teig? Wunderbar, aber kommt nicht heulend zu mir, wenn der Kuchen hart wie Stein geworden ist. Damit will ich nicht sagen, dass es nicht ganz wunderbare, vollwertige Kuchen gibt, sondern dass ein Rezept für bestimmte Zutaten ausgelegt ist, nämlich für die, die im Rezept stehen. 

Und weil ich so gerne backe, organisiere ich im Mai einen Vegan Bake Sale in Salzburg! Dabei werden gespendete, vegane Kuchen für einen guten Zweck verkauft. Wenn ihr also einen Kuchen dafür backen wollt, ich würde mich freuen, und auch, wenn ihr nur Kuchen essen wollt - kommt doch vorbei! Mehr Infos hier.

5. Februar 2012

Pad Thai... oder so ähnlich

Geht es euch manchmal so, dass ihr exotische Gerichte daheim nachkocht, ihr aber dann keine Ahnung habt, wie das Ergebnis denn eigentlich schmecken soll? Mir passiert das häufig, denn ich versuche mein Glück gerne an der indischen und thailändischen Küche und bewerte das Ergebnis dann eher nach Yummy-Faktor, weniger nach Originalität. Bevor ich das Rezept zu meinem Pad Thai verrate, möchte ich nur anmerken, dass ich noch nie original thailändisches Pad Thai gegessen habe - weder im Restaurant noch sonst irgendwo. Ja, das gibt mir sicher nicht das Recht, dieses Nationalgericht zu verunglimpfen, aber ihr könnt vielleicht etwas Verständnis aufbringen.

Pad Thai besteht eigentlich aus Reisnudeln, die mit verschiedenem Gemüse, Nüssen und Tofu (oder Fleisch, aber darum geht es hier ja bekanntlich nicht) kurz gebraten werden, üblicherweise ist das ganze noch mit einer sehr schmackhaften süß-pikanten Sauce überzogen. Meine verunglimpfte Version benutzt neben Reisnudeln noch Räuchertofu, Chinakohl, Mungobohnensprossen, Karotten, Erdnüssen und eine eigenartig anmutende Sauce, die eine sehr un-thailändische Zutat enthält (Ketchup!) - aber vertraut mir, es schmeckt wirklich gut. An Gemüse könnt ihr im Prinzip alles benutzen, was nur halbwegs zur asiatischen Küche passt, z.B. auch rote Paprika oder sehr klein geschnittenen Brokkoli, oder ihr nehmt einfach mehr von dem Gemüse, das ihr habt. Serviert wird Pad Thai mit mehr gehackten Erdnüssen und einer gehörigen Portion frischem Koriander. Und ich will jetzt keine Beschwerden hören, dass frischer Koriander eklig ist, denn ich bin vom Koriander-Hasser zum Koriander-Junkie geworden - manchmal muss man etwas eben mehr als einmal probieren.

Reisessig und Reisnudeln gibt es entweder im gut sortierten Supermarkt oder beim kleinen asiatischem Shop um die Ecke.


Pad Thai – oder so ähnlich (für 3 bis 4)

200 Gramm dünne Reisnudeln
200 Gramm Räuchertofu, in Würfeln
1 + 2 EL Sesamöl
1 (rote) Zwiebel, in feine Halbkreise geschnitten
80 Gramm Mungobohnensprossen (auch als  Sojabohnensprossen bekannt)
150 Gramm Chinakohl, in mundgerechten Stücken
2 Zehen Knoblauch, gepresst
1 Karotte, geraspelt
4 EL gehackte Erdnüsse
Frischen Koriander + mehr Sprossen und Erdnüsse zum Garnieren

Sauce - alle Zutaten gut vermischen
4 EL Agavensauce
4 EL Reisessig
5 – 6 EL Sojasauce
4 EL Ketchup (ja, ernsthaft)
1 EL Hot Chili Sauce

Reisnudeln nach Packungsanleitung weich kochen: Oft bedeutet das nur, etwas Wasser zum Kochen zu bringen, den Topf von der Platte zu nehmen, Reisnudeln hineinzugeben und nach drei bis vier Minuten die Nudeln abzugießen - richtig kochen sollte man Reisnudeln nicht. Räuchertofu in einem EL Sesamöl knusprig anbraten. Aus der Pfanne nehmen, 2 EL Sesamöl erhitzen, und Zwiebel, Knoblauch, Karotte, Chinakohl und Sprossen hinzugeben. Unter gelegentlichem Rühren andünsten, bis der Chinakohl zusammengefallen ist, also nicht besonders lange. Tofu, Erdnüsse und Nudeln hinzugeben, fertige Sauce darüber geben und gut, aber behutsam vermischen. Heiß servieren, mit etwas frischem Koriander, mehr Sprossen und Erdnüssen garniert.
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