Meine Liebe zu Disneyland ist sicher etwas seltsam. Eine erwachsene Frau, die auf Mickey Mouse steht und sich stundenlang in einer Schlange anstellt, um in ein Gefährt zu steigen, das für 10-jährige gemacht worden ist. Man muss es nicht verstehen. Die Liebe zu den Disneyparks, die kann man nämlich nur nachfühlen: Sich in andere Welten entführen lassen, das innere Kind herauslassen, und endlich wieder daran glauben, dass es singende Fische, finstere Drachen und verfluchte Häuser mit fröhlichen Geistern doch gibt.
Ich habe meine Ausflüge nach Disneyland Paris bereits hier und hier dokumentiert, und auch heuer nutzten M und ich eine kleine Verschnaufpause in unseren Jobs, um in das Königreich der Maus zu reisen. Der einzige Wehrmutstropfen ist leider das vegane Essen dort (obwohl ich denke, dass das Essen generell furchtbar ist) - richtig viel Auswahl hat man nicht. Das liegt einerseits an der typischen Rummelplatz-Kost, andererseits aber sicher auch etwas daran, dass der Park in Frankreich gebaut wurde, das ja leider nicht für seine vegane Freundlichkeit bekannt ist, denn immerhin bieten Walt Disney World in Florida und Disneyland Kalifornien auch wesentlich interessanteres Essen für Veganer und Vegetarier. Aber sei es wie es sei, Jammern hilft ja doch nicht (obwohl Disney sicher eine lange E-Mail von mir bekommen wird) - hier sind meine veganen Erfahrungen in Disneyland Paris.
Sehr unvegan, Rex!
Was ich immer empfehlen kann, ist ein Trip in den nahen Supermarkt Auchan, der nur eine RER-Station von Disneyland entfernt liegt und praktischweise unweit unseres Hotels. Dort deckten M und ich uns mit Baguette und veganen Goodies wie Veggie-Burgern, Soja-Joghurt und Soja-Pudding ein (alles von der Firma Sojasun), außerdem gibt es auch eine Sushi-Abteilung mit sehr guter veganer Auswahl. Der Supermarkt ist zwar riesig, leider bietet er aber nicht so viel vegane Auswahl, wie ich es hierzulande gewohnt bin. Außerdem ist der Gestank der Fischabteilung überwältigend. Aber was tut man nicht alles für einen vollen, glücklichen Bauch?
Veganes Sushi. Im Lift, auf den Weg in den Park. Um 8 Uhr morgens. Ja, ich liebe Sushi!
Snackpause: Kaffee made by Mickey Mouse, und ein Soja-Flan
Pudding und Kaffee: Happy C!
Im Disney Village, vor den Toren des Parks, gibt es einen Earl of Sandwich. In meinem letzten Bericht habe ich davon berichtet, dass es dort ein leicht zu veganisierendes Sandwich gibt. Überraschung: Das Sandwich gibt es nicht mehr. Kann ich ein Hurra von allen Veganern hören...? Nicht wirklich, oder? Die gute Nachricht ist, dass man Sandwiches nach Belieben verändern kann. So wurde aus dem Chicken Avocado Bacon Sandwich ein Sandwich ohne Chicken, ohne Bacon und ohne Sauce (die besteht aus Mayonnaise), dafür mit extra Gemüse und Banana Peppers (scharfe Pfefferoni) und Senf. Das Bestellen war zwar etwas umständlich, aber es wirkte so, als wären die Mitarbeiter bei Earl of Sandwich Sonderwünsche gewöhnt. Das Sandwich mit viel Avocado schmeckte dann auch wirklich ganz passabel!
Ebenfalls im Disney Village wartet ein Starbucks auf koffeindurstige Menschen, die gerne Sojamilch in ihrem Kaffee mögen. Altbekannt und stets bewährt!
Ein Highlight ist immer das Agrabah Cafe, das auf orientalische Küche spezialisiert ist: Hier findet man eine sehr gute Auswahl an köstlichen Salaten und warmen veganen Gerichten. Geröstete Kartoffeln, Couscous mit Gemüse-Tajine, Ofengemüse, Linsensalat, Hummus, Kichererbsen, Salat mit roten Rüben und Zimt und warmes Fladenbrot schmecken nach einer Achterbahnfahrt einfach doppelt so gut!
Auch in den Fastfood Restaurants kann man fündig werden, wenn aber auch sicher dort kein Grund besteht, vor Aufregung zu schreien. In den meisten Restaurants gibt es Pommes und einen recht ordentlichen Beilagensalat, in einigen Restaurants gibt es darüber hinaus auch noch einen relativ großen Vegetable Salad, der aus verschiedenem Gemüse, Salat und Bulgur besteht. Stillt alles den Hunger, schmeckt ganz ordentlich, aber es ist und bleibt doch eher eine Notlösung, auch in verpackungstechnischer Hinsicht.
Beilagen-Salat mit Pommes
Beilagensalat, Pommes und mitgebrachtes Baguette mit Sojasun-Burger
Vegetable Salad mit obligatorischen Pommes
Alles in allem ein wunderbarer Ausflug zur Maus - aber jetzt bin ich doch sehr froh, wieder in meiner eigenen Küche zu stehen und beende diesen Artikel mit einigen Schnappschüssen aus den Parks.