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26. August 2012

Die kurze, tragische Geschichte des Zucchini-Kuchens

Ihr wisst, wie ich diesen Blog führe - ich denke, es hat noch nie ein Rezept ohne Foto gegeben. Totally Veg! ist sogar bekannt für die Essenfotografie: Regelmäßig tauchen Fotos auf FoodGawker auf, einem US-Portal für Food Bloger, ich wurde erst kürzlich in einem Fotografie-Blog erwähnt, und sicher speichelt ihr selbst eure Tastatur regelmäßig ein - mittlerweile sind meine Bilder schon so beliebt, dass sie auch einfach ohne Quellenangabe geklaut werden, wie hier.
Besonders begeistert bin ich darüber nun wirklich nicht. Ich stecke sehr viel Arbeit in die Artikel, Rezepte und vor allem die Fotos, und da ist eine kurzes Anfragen und ein Quellenverweis wohl nicht zu viel Aufwand. Für mich ist das einfach eine Frage des Respekts vor der Arbeit anderer. Kopieren ist vielleicht die höchste Form der Anerkennung - mit einem Verweis auf den Urheber könnten sich aber alle wirklich darüber freuen. Also bitte: Wenn ihr Fotos oder Artikel von Blogs oder Websiten auf irgendeine Weise vervielfältigen wollt (selbstgemacht ist übrigens immer besser!), schickt doch ein nettes E-Mail an den Autor oder die Autorin, und wenn das ok ist, schreibt doch die Quelle dazu - für ein netteres, nachbarschaftlicheres, einfach cooleres Internet. Ende der Predigt.

Irgendwie passend ist es nun, dass für dieses Rezept wirklich kein Bild vorhanden ist. Aber eigentlich hat das wenig mit dem strengen Unterton des Artikels zu tun (den ich wirklich, wirklich nicht anschlagen möchte, und nun auch wieder ausschalte), sondern eher damit, dass ich den Zucchini-Kuchen für den Besuch zweier sehr lieber und langjähriger Freunde gebacken habe. Eine Freundin schenkte mir eine Super-Bio-Zuccchini aus dem eigenen Garten, die so riesig war, dass sie einfach nach Kuchen schrie. Und nachdem ich für Besuch grundsätzlich Kuchen backe, war der Zucchini-Kuchen geboren. Das einzige Problem war, dass er saftig, süß, schmackhaft und durchzogen von Schokolade war, und drei erwachsene Männer ihn umzingelten - leider wurde er so schnell aufgegessen, dass mir keine Chance blieb, ihn zu fotografieren, was ja auch wieder irgendwie ein Qualitätsmerkmal ist.

No-Picture-Zucchini-Kuchen

2 EL Leinsamen, gemahlen
6 EL Wasser
200 Gramm Mehl
150 Gramm Zucker
2 Packungen Vanille-Zucker
1 TL Natron
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
1 TL Zimt
1/4 TL Muskat
270 Gramm Zucchini (geschält, geraspelt und ggf. entkernt - danach abgewogen)
120 ml Öl
50 Gramm Schoko-Raspel, vegan und zartbitter

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Brotform mit Backpapier auslegen und an den Enden einfetten.
Die Leinsamen mit Wasser gut verrühren und beiseite stellen.
Mehl, Zucker, Vanille-Zucker, Natron, Backpulver, Zimt und Muskat verrühren. Leinsamen samt Wasser, Zucchini und Öl hinzufügen und gut verrühren. Dann vorsichtig die Schoko-Raspel unterheben. In die Form streichen und im Ofen etwa 47 bis 55 Minuten bei 180 Grad backen, oder bis ein Zahnstocher, in die Mitte des Kuchens gestochen, sauber wieder herauskommt.


Natürlich ist ein Artikel ohne Fotos kein richtiger Artikel. Darum für euch, meine lieben Leserinnen und Leser, ein paar Schnappschüsse, die mit Zucchini-Kuchen zwar nichts zu tun haben, aber trotzdem ganz nett anzusehen sind.

 Ich liebe den Herbst - und Kaffee. Letztes Jahr habe ich einen selbstgemachten Pumpkin Latte gezaubert, den ich heuer perfektionieren werde.


Und: Ich habe Chocolate Chip Cookies gebacken. Interesse? Dachte ich es mir doch.

Habt ihr in letzter Zeit etwas gebacken oder gekocht, das einfach zu schnell aufgegessen wurde?

24. August 2012

Was Totally Veg! im Sommer macht (eine Bildgeschichte)...

Einen kulinarischen Ausflug nach Wien unternehmen...

Veganer Zwiebelrostbraten in der Biobar von Antun

M's vegane Cevapcici in der Biobar von Antun

Asiatisches Buffet im Vegetasia

Vegane Auswahl im Yamm!

Zum Beweis: Es wurde nicht nur gegessen, sondern auch spaziert, wie hier durch den Garten des Belvedere.

Veganes Essen mit (nicht-veganen) Freunden teilen

 Bei einem Ausflug ins Weinland Niederösterreich gab es mitgebrachten Couscous-Salat für alle...

 ... und abens ging es in das vegane Restaurant Schillinger, wo M und ich uns natürlich die Hausplatte teilten - es hat allen geschmeckt!

Antipasti und Gurken-Avcado-Salat für den Besuch einer lieben Freundin

Eis essen

Das beste Eis gibt es beim Eisgreissler in Wien. Aber auch im Supermarkt wird man fündig und kann sich mit veganem Vanille- oder Fruchteis eindecken!

Salate zubereiten

Ich bin normalerweise kein großer Salat-Fan. Aber wenn das Thermometer über 28 Grad klettert, dann bleibt einem ja nichts anderes übrig - und so wie diesen Bratwurst-Salat mag ich ihn doch wieder gerne!

Und wo wir gerade bei Fotos von leckerem Essen sind... Totally Veg! wurde am Fotografie Blog von Manfrotto erwähnt - hurra!

Wir verbringt ihr euren Sommer so?


Natürlich besteht mein Sommer nicht nur aus Vergnügungen, sondern auch aus C's und M's Abschlussarbeiten, keiner Zeit für einen richtigen Urlaub, Verzögerungen und nervigen Wartezeiten weil aber alle anderen auf Urlaub sind, Schwitzen und Sonnenbrand. Ich freue mich schon auf den Herbst. Wirklich.

19. August 2012

Meine vegane Sommerparty - Menü, viele Bilder und süße Rezepte!

Wie ihr schon im letzten Artikel gelesen habt, haben M und ich zu einer Party mit komplett veganem Buffet geladen. Das Motto war, wie auch schon vergangenes Jahr, "Piraten im Garten", wobei die Piraten heuer Lust auf Veggie Burger entwickelten und sich das Buffet darum aufbaute. Viele der Speisen entstanden etwas aus dem Ärmel geschüttelt, da ich ständig am Kosten und Nachwürzen war, um veganes Essen so perfekt wie möglich zu präsentieren. Daher gibt es für vieles auch keine richtigen Rezepte, aber immerhin war ich so geistesgegenwärtig die Rezepte für die Desserts aufzuschreiben - Tropic Thunder Torte und Nougatmousse! Aber fangen wir doch von vorne an...

 Als Vorspeise servierten wir Pistazien zum Selberknacken und einen Teller Bruschetta mit Tomaten frisch aus dem Garten. Für das Topping einfach entkernte Tomaten würfeln, mit gepresstem Knoblauch, reichlich Basilikum, einem Schuss Essig, etwas Olivenöl und Salz mischen, kurz ziehen lassen und auf getoastetes Baguette geben.

Hier die Stars unserer Party: Die veganen Burger (die übrigens fertig gekauft waren von einer großen deutschen Diskonter-Kette), gemeinsam mit Maiskolben am Grill. Himmlisch!

Für das Beilagen-Buffet gab es Bohnensalat aus Kidneybohnen, weißen Bohnen, Mais, Zwiebel und einem Dressing aus Ketchup, Chili Pulver, Essig, Olivenöl, Cumin, Salz und einem Schuss Liquid Smoke.

Da ich Nudelsalat so sehr liebe, gab es gleich zwei Sorten davon. Hier die amerikanisch angehauchte Variante, Real American Pasta Salad, mit Erbsen, Mais und geraspelten Karotten, dazu ein Dressing aus viel veganer Mayonnaise, etwas Soja-Joghurt, Senf, Essig und frisch gemahlenem Pfeffer.

Der zweite Nudelsalat war italienisch angehaucht und bestand aus Antipasti: Klein geschnittene eingelegte Artischocken, getrocknete Tomaten und geröstete Paprika wurden mit etwas Mais, frischem Knoblauch und einem Dressing aus dem Gewürz-Öl der Artischocken gemischt.

Hier die ganze Pracht der Salate, dahinter noch die Burger Buns, rechts sieht man auch noch in der braunen Schüssel eine selbstgemachte Knoblauchsauce (aus Soja-Joghurt, veganer Mayonnaise, viel frischem Knoblauch und etwas Senf), dahinter eine selbstgemachte Kräuterbutter (etwas vegane Margarine weich werden lassen, mit vielen frischen gehackten Kräutern und frischem Knoblauch mischen und salzen).

Kurz vor Eröffnung des Buffets gesellten sich noch Ofen-Kartoffeln dazu, links oben (unter der Schatzkiste) gab es noch selbstgemachte Cocktailsauce (Soja-Joghurt, vegane Mayonnaise, viel Ketchup, Senf, etwas vegane Worcestershiresauce).

Hier mein Teller (der erste, wohlgemerkt) - ich habe das Foto geschossen, bevor ich den Burger mit Cocktailsauce ertränkt habe und den Maiskolben unter einem Berg von Kräuterbutter versteckt habe. So sieht es wenigstens noch halbwegs appetitlich aus!

Eine Party ist natürlich keine Party ohne Dessert. Bei dem piratigen Thema entschied ich mich für eine südliche, sommerlich angehauchte Torte, der M den Namen "Tropic Thunder" verpasst hat. Tropic Thunder ist nun also nicht nur der Film mit Tom Cruise's verstörendster Rolle, sondern auch eine wunderbar fruchtige, saftige, vegane Torte.

Serviert wurde die Torte mit einer Portion Nougat-Mousse, das ich in einen Schoko-Becher gefüllt habe. Die Schoko-Becher finde ich gelegentlich in Supermärkten, und horte sie dann (zu M's Leidwesen) in unserer zu kleinen Küche für Anlässe wie diesen. Das Mousse war ein großer Hit, perfekt für Nougat-Fans (ich bin übrigens kein besonders großer, aber M war selig).

Tropic Thunder Torte (Achtung, braucht etwas Vorbereitungszeit!)

Für den Teig
350 Gramm Mehl
250 Gramm Zucker
2 Packungen Bourbon-Vanillezucker
1 TL Salz
1 EL Backpulver
¼ TL Natron
160 ml Öl
250 ml Wasser
2 EL Zitronensaft
Eine Springform (26 cm) gut einfetten und den Boden mit Backpapier auslegen. Ofen auf 180 Grad vorheizen.

In einer großen Schüssel Mehl, Zucker, Vanillezucker, Salz, Backpulver, und Natron gut vermischen. Eine Mulde in die trockenen Zutaten machen, und das Öl, Wasser und den Zitronensaft hineingießen. Vorsichtig vermischen, nur so lange, bis ein Teig entstanden ist. In die Springform füllen, und bei 180 Grad Celsius ca. 40 bis 45 Minuten backen, oder bis ein Zahnstocher, in die Mitte des Teigs gestochen, sauber wieder herauskommt.

Für die Creme
750 Gramm Soja-Joghurt, Pfirsich-Mango (oder nur Pfirsich), 24 Stunden abgetropft*
300 ml vegane Schlagcreme
4 Packungen Sahnesteif
1 TL Tropic-Marmelade (eine Mischung aus Ananas, Mango, Pfirsich, ihr könnt auch jede andere Marmelade benutzen, die euch schmeckt)

Die vegane Schlagcreme aufschlagen, Soja-Joghurt unterheben und erneut vermixen, dann das Sahnesteif und die Marmelade dazugeben und noch ein wenig weitermixen, bis alles gut vermixt ist. Am besten über Nacht kühl stellen.

*Ein feinmaschiges Sieb mit Küchenrolle auslegen, das Joghurt hineinleeren und 24 Stunden im Kühlschrank abtropfen lassen.

Zum Zusammensetzen
Mehr Tropic-Marmelade
Schoko-Splitter, vegan (oder geraspelte Zarbitter-Schokolade)

Den Kuchen in zwei Hälften schneiden. Auf die untere Hälfte großzügig die Marmelade streichen, und etwa ein Drittel der Creme auftragen. Dann die obere Hälfte daraufsetzen, und den Kuchen mit der restlichen Creme einstreichen. Am Rand mit Schokosplitter verzieren, und einige Stunden kühl stellen.


Nougat-Mousse

125 Gramm veganes Nougat (ich habe meines im Reformhaus gekauft)
300 ml vegane Schlagcreme
3 EL Kakaopulver
2 - 3 EL Rum (optional)

Das Nougat vorsichtig mit niedriger Hitze in einem Topf schmelzen und kurz abkühlen lassen. Die Schlagcreme aufschlagen, Kakaopulver, Nougat und Rum hinzugeben und gut durchmischen. Einige Stunden kühl stellen.


Habt ihr in letzter Zeit Gäste mit veganem Essen verwöhnt?

14. August 2012

11 Tipps für die perfekte vegane Party

Nach dem Erfolg unserer Gartenparty im letzten Sommer packten M und ich es heuer wieder an: Eine vegane Party für 12 Gäste, davon waren M und ich die einzigen Veggies. Die Party war ein absoluter Erfolg, voll mit guten Freundinnen und Freunden, einem Buffet, das förmlich inhaliert wurde, Lagerfeuer, Sternschnuppen und einfach wunderbaren Erinnerungen. Was M und ich bei den Vorbereitungen gelernt haben, und wie ihr selbst eine perfekte Party auf die Beine stellt, die auch Nicht-VeganerInnen beeindruckt - hier sind meine Tipps!

Das Buffet vom letzten Jahr...

Kein Platz für Experimente
Wenn man für Nicht-VeganerInnen kocht, ist dies nicht der richtige Zeitpunkt für kulinarische Experimente. Man kann auch ein anderes Mal ausprobieren, ob veganer Eischnee wirklich funktioniert – bei Parties sollte man sich jedoch auf Rezepte verlassen, die getestet und perfektioniert wurden, und einfach jedes Mal fabelhaft schmecken.

Die Diät fängt morgen an
Auch wenn ich privat mit sehr wenig Öl koche, gerne Vollkornprodukte esse und Mangold liebe: Nicht jeder teilt meinen Geschmack. Gerade Leute, die an Fleisch und Fleischprodukte gewöhnt sind, verzehren sich oft nach dem vertrauten Geschmack von Fett, Salz und Zucker. Darum sollte man großzügig würzen, Speisen nicht in Light-Versionen verwandeln, und beim Kuchen lieber auf das Vollkornmehl verzichten.

Vertraut ohne Vergleich
Ich lehne Gerichte gerne an bereits Vertrautes an (wie Nudelsalate, cremige Dips oder herzhafte Eintöpfe), suche aber nicht den direkten Vergleich mit tierischen Produkten, denn da schmecken vegane Versionen einfach anderes - nicht schlechter, aber anders. Darum verlagere mich lieber auf Speisen, die zwar vertraut schmecken, aber nicht gleich „Ersatz-Produkt“ schreien. Natürlich ist der Übergang fließend - während Veggie Burger und mexikanischer Seitan durchaus schon serviert wurden, werde ich wohl nie ein veganes Steak für meine Gäste braten.

In your face
Auch, wenn man noch so stolz ist auf die vegane Pracht, die man gezaubert hat: Es gibt eine feine Linie zwischen dem Hinweis, dass das Essen vegan ist und einem Kreuzzug. Natürlich möchte ich, dass alle meine Freunde schlussendlich zu VeganerInnen werden, aber ich trompete die Veganität meines Essens nicht unermüdlich vor mir her, und spare mir die blutrünstigen Bilder aus Massentierhaltungen auch für einen anderen Zeitpunkt auf - der sicherlich kommt. Auf einer Party möchte ich Veganismus mit einem positiven Lebensstil verbinden und eine gute Zeit mit Freunden haben, und nicht durch Penetranz Widerstände herausfordern.

Listen sind dein Freund
Wenn man für viele Gäste kocht, sind Listen unverzichtbar. Ich hatte mehrere: Eine Liste für die Menü-Planung, eine für’s Einkaufen, eine für die Bepackung des Autos, eine für den zeitlichen Ablauf. Listen helfen enorm, den Überblick zu bewahren. Und ich bin normalerweise wirklich kein Listen-Mensch.

Motto-Parties
Ich persönlich bin ein großer Motto-Fan. Nicht, weil ich mich besonders gerne verkleide (oder es mir Freude macht, M dazu zu zwingen), sondern weil es die Planung erleichtert, die Auswahl an Speisen eingrenzt und das Essen besser zusammenpasst. Immerhin serviert man auf einer Hawaii-Party wohl keine Spätzlepfanne, oder? Auch wenn eure Party selbst nicht unter einem Motto steht, könnt ihr euch ein Motto für das Buffet einfallen lassen. Wir hatten letztes Jahr ein mexikanisches Buffet mit Tacos, Burritos und allem, was dazugehört, heuer gab es Veggie Burger mit typischen Beilagen mit einem Hauch USA.

Zuviel kann zu wenig sein
Am längsten sitze ich wohl immer an der Planung der Menge des Essens. Heuer haben wir pro Person zwei Veggie-Burger, zwei Ofen-Kartoffeln, ein Stück Mais, Nudel-Salat (50 Gramm Nudeln in rohem Zustand) und reichlich Dips und Kräuterbutter kalkuliert. Dazu kamen noch eine kleine Vorspeise und der Nachtisch. Nachdem ich also umständlich an den Mengen herumgerechnet habe, und das Gefühl hatte, dass es zuviel Essen sein könnte, machte ich trotzdem etwas mehr als geplant. Erstens sind unsere Freunde gute und brave Esser, zweitens regt Alkohol und Gesellschaft den Appetit an, und drittens gibt es nichts Besseres als ein Kater-Frühstück aus den Resten des Buffets. 

Mach’s dir leicht
In großen Mengen zu kochen ist eine organisatorische Herausforderung. Ich mache mir daher das Leben nicht unnötig schwer – beispielsweise würde es mir nicht einfallen, auch noch das Brot selbst zu backen, und die Veggie Burger in diesem Jahr waren fertig gekauft. Das spart Zeit und vor allem Nerven.

Füttern erlaubt
Vermutlich wird das Buffet oder das Menü noch nicht ganz vollständig sein, wenn eure Gäste eintrudeln. Trotzdem werden sie hungrig sein. Um zu verhindern, dass sie sich an der Bowle gütlich tun, und die Verbindung von leerem Magen und Alkohol ihre ersten Opfer fordert, ist eine kleine Vorspeise durchaus erlaubt. Das können Knabbereien wie Chips oder Nüsse sein; ich servierte heuer auch noch einen Teller Bruschetta dazu. So sind eure Gäste beschäftigt, der erste Hunger ist besänftigt und es bleibt trotzdem noch genug Magenvolumen für das Buffet übrig.

Ein bisschen Stil gefällig?
Auch, wenn M und ich gerne vor dem Fernseher essen und ich gelegentlich direkt aus dem Topf löffle: Das muss ja nun nicht jeder wissen (ups). Eine ansprechende Präsentation regt den Appetit an und signalisiert euren Gästen, dass ihr euch Mühe gegeben habt. Salate sollten nicht in den Schüsseln serviert werden, in denen sie gemischt wurden, auf Saucen oder Dips macht sich eine Prise Pfeffer oder Chili-Pulver wunderbar, und bei bereits geschnittenen Häppchen wird lieber zugegriffen als bei einem massiven Block an Irgendetwas. Deshalb: Beeindruckt eure Gäste mit einem appetitlichen Buffet, packt euer schönstes Hemd aus und übt schon euren "Butler James"-Tonfall.

Mir ist nie langweilig
Als Gastgeber und Gastgeberin genießt man die Party am allerwenigsten - zumindest nicht, bis der kulinarische Teil vorbei ist. Und wenn das bei euch anders ist, sorry, aber dann macht ihr etwas falsch. Als gute Gastgeber waren M und ich ständig damit beschäftigt, das Buffet nachzufüllen (und das muss schneller passieren, als man denkt), Serviette auszuteilen, abgestürzte Nudeln aufzusammeln, den Tisch abzuräumen, die Nachspeise vorzubereiten, und ja, auch Getränke nachzuschenken. Natürlich könnten die Gäste auch selbst ihre Getränke holen oder einfach fragen, wenn etwas am Buffet aus ist - das werden sie aber meistens nicht, weil sie nicht unhöflich erscheinen oder keine Last sein wollen, und daher lieber hungrig am Trockenen sitzen. Natürlich kommt der Abend dann in die Phase, in der die erste Scheu überwunden ist, und man Vater's Jubiläumswein vor durstigen Gästen retten muss, aber gerade am Anfang sollte man als GastgeberIn nie stillsitzen.

... und eine Auswahl des diesjährigen Buffets.

Gebt ihr selbst gerne Parties? Habt ihr nützliche Tipps für uns?

Im nächsten Artikel seht ihr mehr Fotos von unserer Feier, unser Buffet und natürlich Rezepte!

1. August 2012

Altbekanntes neu entdeckt - Paprika-Seitan

M und ich haben momentan keine Zeit, uns einen Urlaub zu gönnen - jedenfalls keinen, der länger als ein paar Tage dauert. Wie gut, dass wir hier im Salzburger Land in einer Gegend leben, die vor Ausflugszielen nur so übergeht. Bei diesen Ausflügen fühle ich mich immer an meine Kindheit erinnert, als früh an einem heißen Sommertag die Kühltasche gepackt wurde, die Fahrt im Auto unendlich lang erschien und am Ziel angekommen als erstes herzhaft in die mitgebrachte Jause gebissen wurde. Manche Dinge ändern sich nie - auch heutzutage gehört zu einem schönen Ausflug mitgebrachtes Essen einfach dazu, und wenn die Landschaft auch noch so atemberaubend ist, braucht es nicht viel mehr, um mich glücklich zu machen.

Liechtenstein Klamm in Salzburg





Da wir gerade bei den Kindheitserinnerungen sind - auch dieses Gericht versetzt mich zurück in die Zeit, als das Spielen nur ungern für Mahlzeiten unterbrochen wurde, und dann beim Anblick der Lieblingsspeise trotzdem dankbar der Teller leergeputzt wurde. Paprika-Henderl war immer einer meiner Favoriten; heutzutage wird das Huhn durch Seitan ersetzt, was aber weder der Köstlichkeit noch den schönen Erinnerungen einen Abbruch tut.


Paprika-Seitan (für 2 bis 3 Personen)

350 Gramm Seitan, gekauft oder selbstgemacht
1 EL ÖL
2 Spitzpaprika, rot, in Streifen
1 Zwiebel, gewürfelt
2 Zehen Knoblauch, gepresst
4 TL Paprikapulver
1 1/2 EL Tomatenmark
300 ml Gemüsebrühe
120 ml Hafersahne (oder Sojasahne aus dem Supermarkt, zum Kochen)
1 - 2 TL Maisstärke
Prise Majoran
1 TL Essig
Salz

Den Seitan in einer beschichteten Pfanne einige Minuten braten, bis er etwas knusprig geworden ist. Öl dazugeben, und Paprika, Zwiebel, und Knoblauch andünsten, bis der Zwiebel glasig ist. Paprika-Pulver und Tomatenmark hinzugeben, und unter Rühren ein bis zwei Minuten weiter andünsten. Mit Gemüsebrühe aufgießen und etwa fünf bis zehn Minuten köcheln lassen, dann die pflanzliche Sahne unterrühren. Die Maisstärke mit etwas Wasser anrühren, zum Paprika-Seitan geben, und bis zur gewünschten Konsistenz köcheln lassen. Essig hinzugeben und mit Salz und etwas Majoran abschmecken. Dazu passen Nudeln, Spätzle oder Reis, ein knackiger Salat und, sehr wichtig, etwas gutes Brot, um den Saft aufzutunken.