20. August 2017

Vegan in Stockholm

M und ich haben uns einen großen Wunsch erfüllt: Gemeinsam nach Stockholm zu reisen. Ich war 2011 schon beruflich in Stockholm und war trotz des kurzen Aufenthalts von der Stadt begeistert. M war seitdem sehr neidisch und konnte meine schwedische Schwärmerei nur schwer ertragen. Und nun konnten wir die Stadt endlich gemeinsam besuchen!


Abgeflogen sind wir vom Flughafen München, und nach einer aufreibenden, staureichen Anreise mussten wir etwas essen. Zum Glück gibt es im Terminal 2 einen Hans im Glück Burgergrill, der mit mehreren veganen Burgern aufwartet. Der Besuch war so, wie man es bei dieser Kette gewohnt ist - schneller, freundlicher Service, leckere Burger, nur die Pommes hätten etwas knuspriger sein können.


Mit vollen Bauch ging es dann nach Stockholm und weiter in unser Hotel, das Mornington Stockholm City. Ich fand das Hotel sehr schön, es ist liebevoll und individuell dekoriert (überall stehen Bücher herum!), und es ist für Stockholm auch nicht zu teuer. Vom Hauptbahnhof ist man etwa 20 Minuten unterwegs, zum Hafen etwa 10 Minuten. 


Da an unserem ersten Tag das Wetter strahlend schön war, machten wir uns auf den Weg in eines der coolsten Restaurants: Hermans Vegetarian Restaurant. Dieses rein vegane Restaurant bietet ein Buffet, im Sommer wird am Wochenende gegrillt und man kann im wunderschönen Garten sitzen. Da das Hermans auf einem Hügel liegt, hat man einen herrlichen Blick auf Stockholm und sieht die großen Kreuzfahrtschiffe an einem vorbeiziehen. Wir hatten Glück und ergatterten den perfekten Platz und aßen vom Buffet, bis wir wirklich nicht mehr konnten. Besonders gut haben uns das frischgebackene Brot und die veganen Fleischbällchen geschmeckt, aber eigentlich war alles ausgezeichnet! Besonders bei gutem Wetter ist das Hermans eine unbedingte Empfehlung, wir schwärmen heute noch davon.


 Aussicht von Hermans Vegetarian Restaurant

Garten im Hermans Vegetarian Restaurant

Am nächsten Morgen stärkten wir uns beim Frühstück im Hotel. Wer gerne süß und vegan frühstückt, hat dort Glück: Es gibt neben Mandel- und Sojamilch auch Sojajoghurt und viel Auswahl an Müsli und Obst. M isst lieber Pikantes am Morgen und musste mit der veganen Margarine Vorlieb nehmen. 
Dann sind wir aufgebrochen, um eine Bootstour durch Stockholm zu machen. Ich liebe Bootsfahrten und Stockholm sieht vom Wasser aus noch schöner aus!





Nach der Bootsfahrt stand uns der Sinn nach etwas Süßem - wie gut, dass es in der Stockholmer Altstadt eine vegane Bäckerei gibt! In der Naturbageriet Sattva findet man Zimtschnecken, Schoko-Croissants und allerlei andere süße Verführungen. Besonders die Zimtschnecken sind eine Wucht! 





Am späten Nachmittag wollte ich gerne Pizza essen und wir spazierten zur Pizzeria O'Mamma Mia, von der ich viel Gutes gelesen habe. Das Restaurant ist zwar nicht rein vegan, bietet aber eine große vegane Karte. Das Essen war... in Ordnung. M bestellte den Kebap-Teller, ich die Capricciosa-Pizza. Der Kebap-Teller war ganz gut, aber wir haben schon bessere und liebevoller zubereitete Kebap-Teller in anderen Restaurants gegessen. Die Pizza war insgesamt wenig gewürzt, der vegane Käse hat alles übertönt, die Tomatensauce war nicht herauszuschmecken. Das Essen war nicht wirklich schlecht, aber auch nicht besonders gut, und da O'Mamma Mia in einer eher abgelegenen Gegend liegt, würde ich nicht noch einmal hingehen. Klarer Fall von Overhype!



Abends belohnten wir uns dann aber mit etwas sehr Dekadentem: Ben & Jerry's hat die veganen Eissorten in Schweden bereits auf den Markt gebracht, und wir konnten daran wirklich nicht vorbeigehen. Die Sorte Peanutbutter & Cookies ist fabelhaft, aber es war doch etwas heftig für zwei Personen... Und wo wir gerade bei dekadenten Desserts sind, der Supermarkt ICA hat vegane Chokladbollar! Hinter diesem Namen verbirgt sich eine klassische schwedische Süßspeise -schokoladige Kugeln mit Haferflocken und Kokos, unglaublich köstlich. Und nein, wir haben nicht Eis und Chokladbollar gegessen, das wäre sogar uns zu viel!



Am nächsten Tag stand das Vasa-Museum am Programm - ein Museum rund um ein dort ausgestelltes Schiff, das 1628 auf der Jungfernfahrt gesunken ist. Vorher dachte ich mir, dass wir auch bei diesem Museum einem Hype erliegen - wie spannend kann ein einzelnes Schiff schon sein? Es stellte sich heraus: Sehr spannend. Das Museum ist wirklich beeindruckend. Die Vasa ist riesig und ich hatte ständig die Titelmelodie von "Fluch der Karibik" im Kopf, während wir das Schiff bestaunten. Absolute Empfehlung! Wir waren bald am Morgen dort und hatten Glück, noch vor den Touristen-Bussen mit der Vasa alleine zu sein.




M und ich sind große Fans von Vergnügungsparks und wir wollten uns Gröna Lund in Stockholm nicht entgehen lassen. Gröna Lund ist der älteste Vergnügungspark in Schweden und ein beliebtes Ausflugsziel für die Stockholmer am Wochenende. Die schönen Buden und liebevoll gestalteten Fahrgeschäfte sorgen für eine tolle, nostalgische Rummelplatz-Atmosphäre! Nach einer wilden Fahrt haben wir langsam Hunger bekommen und wir stellten uns mental auf eine Portion Pommes ein - immerhin sind Vergnügungspark nicht besonders vegan-freundlich! Zur Sicherheit habe ich noch mein Handy gezückt, um zu ergoogeln, ob es in Gröna Lund veganes Essen gibt - und zu meinem großen Erstaunen gibt es auf der Website einen eigenen Abschnitt nur über die veganen Optionen (zwar auf schwedisch, aber es ist zu erraten)! Wir entschieden uns für Burger, sogar komplett mit veganem Käse, auf den mich die Bedienung extra aufmerksam gemacht hat! Außerdem gibt es noch Jackfruit-Tacos, vegane Pizza, Milkshakes... auch als Veganer kann man es sich in Gröna Lund gut gehen lassen. Als Nachtisch gab es noch ein veganes Eis von Langnese ("Choice"), das ich an jedem Eisstand und in jedem Supermarkt gesehen habe, es ist wirklich köstlich!





Nach Gröna Lund waren wir erschöpft und da es auch etwas regnete, haben wir eine Verschnaufpause im Hotel eingelegt. Abends meldete sich trotz Burger und Eis doch noch der Magen und M hatte die geniale Idee, in ein Pub in der Nähe zu gehen. Im O'Learys, Pub und Sportsbar, gibt es eine Auswahl an veganen Gerichten, und die Pubs sind in ganz Schweden zu finden. Als wir dort ankamen, war das Pub bummvoll mit fußballbegeisterten Fans. Die Kellnerin quetschte uns auf einen kleinen Tisch und für einen Moment hatte ich Zweifel, ob es eine gute Idee war, als Veganer in so ein Pub zu gehen. M bestellte den BBQ-Burger und ich den Nacho-Teller. Zu den Getränken bekommt man frische Popcorn, die mit Kokosöl gemacht sind, wie uns die nette Kellnerin unaufgefordert erklärte. Mittlerweile hatten wir uns an den Trubel im Pub gewohnt und bei einem kühlen Bier ist es auch leichter, mit den Fans mitzufiebern - zumindest so lange, bis unser Essen am Tisch stand. Ich hatte mir einiges vorgestellt, aber so tolles Essen habe ich nicht erwartet! M's BBQ-Burger war herrlich, mit veganem Fleisch und knusprigen Pommes, und mein Nacho-Teller ging nur so über vor Bohnen, Fleisch, Sourcream, Käse, Guacamole und knusprigen Nachos. Die Portionen waren auch mehr als üppig und danach waren wir sehr satt und glücklich. Schade, dass es das O'Learys bei uns nicht gibt!

Sorry für das nicht besonders gute Fotos - aber zwischen all den Fußball-Fans war ich etwas gehemmt, lange herumzufotografieren!

Am letzten Tag spazierten wir durch Stockholm, genossen das schöne Wetter und gingen natürlich auch noch essen! Das Hermitage ist ein kleines vegetarisches Restaurant in Gamla Stan (der Altstadt, übrigens gleich schräg gegenüber der Naturbageriet Sattva) mit einem übersichtlichen, aber köstlichen Buffet. Bei unserem Besuch war nur ein Gericht nicht vegan, und alles war köstlich! Außerdem ist es im Hermitage günstig zu essen (und unser Geldbeutel hat nach einigen Tagen Stockholm schon etwas unglücklich gewirkt!). Gerade für Touristen ist es super gelegen.


Das war unser Besuch in Stockholm! Ich liebe die skandinavische Metropole und wir hatten eine tolle Zeit dort. Wir hatten es sehr leicht, veganes Essen zu finden, ich habe das Gefühl, das die modernen Schweden die vegetarische Alternative oft zugunsten von veganen Optionen einfach überspringen. Leider bin ich jetzt noch mehr in Schweden verliebt und ich befürchte, dass wir bald einen Roadtrip durch Schweden unternehmen müssen, zumindest, um dieses tolle Eis wieder essen zu können.


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