25. Mai 2015

Vegan in Cardiff und London

Mein Mann M und ich waren unterwegs - dieses Mal in Cardiff und London! Zum 30. Geburtstag wollten wir uns gegenseitig eine Reise schenken, und nach einigem Hin und Her beschlossen wir, in unsere Lieblingsstadt London zurückzukehren, mit einem kurzen Abstecher nach Cardiff, Wales. Wir haben sehr viel unternommen, ganz viel gegessen... und ich habe euch natürlich einen ausführlichen Bericht mitgenommen! Wer meinen Bericht über London aus 2011 lesen möchte, ihr findet ihn hier.

In Cardiff waren wir hauptsächlich, um die Doctor Who Experience zu besuchen. Ja, wir sind ziemliche Nerds. Die Doctor Who Experience ist eher was für Fans, alle anderen müssen dort nicht unbedingt hin. Aber auch sonst ist Cardiff ein hübsches Städtchen, in dem man einen schönen Kurzaufenthalt verbringen kann.




Geschlafen haben wir in einem sehr süßen kleinen Gästehaus, wo uns morgen ein tolles Frühstück kredenzt wurde: Nach meiner Anfrage nach veganen Optionen wurde uns mitgeteilt, dass sie für uns vegane Würstchen zum Frühstück kaufen würden. Perfekt! 



Abendessen waren wir bei Wagamama, das wir heiß und innig lieben, da dieses asiatisch-inspirierte Restaurant ganz viel vegane Auswahl bietet. Ich esse dort gerne das cremig-feurige Kokoscurry mit Reisnudeln und M bestellt immer den gebratenen Reis ohne Ei.



Las Iguanas mit süd-amerikanischen Einflüssen ist ebenfalls eine Kette, die eine eigene vegane Karte anbieten und wo wir zum Lunch nach der Begegnung mit der TARDIS, Weeping Angels und Daleks einkehrten. Wir bestellten Curry und Fajitas mit Schwammerl. Das Essen war in Ordnung, allerdings war es bei weitem nicht so gut wie bei Wagamama und auch die Portionen hätten gerne größer sein können. Trotzdem war es nett, einfach mal wo reinzumarschieren und ein veganes Mittagessen zu bekommen.



Auch hervorragende vegane Kuchen kann man in Cardiff essen, noch dazu in entzückendem Ambiente des Pettigrew Tea Rooms. Jeden Tag gibt es verschiedene vegane Kuchen zur Auswahl, und Sojamilch wird natürlich auch angeboten! Die Kuchen sind saftig und originell, wie Brombeerkuchen mit Hollunder-Buttercreme oder Pasionsfrucht-Torte. Der Verdauungsspaziergang bietet sich dann im wunderschönen anschließenden Park an, wo man einen Haufen Eichhörnchen beobachten kann!




Weiter ging es dann nach London - wir sind übrigens mit dem Bus von National Express gefahren, was ich wärmstens empfehlen kann, da es online tolle Schnäppchen gibt! London ist meine liebste Stadt, ich freue mich jedes Mal unglaublich, wenn wir dort sind. Dieses Mal verbrachten wir sechs Nächte dort und die Zeit wurde uns trotzdem zu kurz. Aber zwischen all den Museen, der tollen Archtiktur und den Sehenswürdigkeiten muss man natürlich auch noch ein wenig in den Pubs sitzen und die schönen Parks genießen - da rennt einem die Zeit schon mal davon.



Unser erster Weg in London führte uns von der klassischen Aussicht des Parlaments und Big Bens hin zu Maoz Falafel mitten in Soho. Dort gibt es - wie der Name schon sagt - Falafel mit einer umfangreichen Topping-Bar. Lecker, günstig und schnell auf die Hand, perfekt für hungrige Reisende!

Das ist übrigens mein "Mach das Foto, ich will endlich essen"-Gesicht

In unserem Hotel in London wurde gratis Frühstück angeboten, aber in wesentlich reduzierterem Umfang als es in Cardiff der Fall gewesen ist. Für uns gab es zwar nur Weckerl, vegane Margarine, Marmelade, Müsli, etwas Obst und Baked Beans, aber nachdem ich mir Sojamilch für das Müsli gekauft habe und M sowieso von Baked Beans alleine leben könnte, waren wir trotzdem zufrieden.


Einen Tag verbrachten wir rund um den Buckingham Palace (das Royal Baby war gerade auf die Welt gekommen!) und im Hyde Park, der wirklich wunderschön ist. Mittags statteten wir dem Whole Foods Market am Piccadilly Circus einen Besuch ab. Eines gleich vorweg: Wer Whole Foods aus den USA kennt, wird hier enttäuscht sein. Leider ist die vegane Auswahl am Salatbuffet viel kleiner und weit weniger spannend, als ich es aus Nordamerika kenne. Ansonsten gibt es einige vegane Sandwiches, Burritos und Salate, wobei nichts dabei ist, was man nicht auch woanders in der einen oder anderen Form bekommen würde. Das einzige, wofür sich der Besuch wirklich lohnt, sind die fabelhaften veganen Cupcakes von Ms Cupcake, die dort seit neuestem verkauft werden. Man kann also zu Whole Foods gehen, muss aber nicht. Und falls man dort einkauft, am besten die Platin-Kreditkarte mitnehmen, da die Preise schon sehr hoch sind.


 
 Sandwich mit gegrillten Gemüse - war essbar, aber kein Highlight

 Burrito mit Gemüse, Guacamole und Quinoa - der war gut!

 Cupcakes (in Plastik-Kugeln) - Rocher und Schoko-Erdnussbutter

Das National History Museum ist wirklich einen Besuch wert, das Gebäude ist wunderwunderschön und die Ausstellungen sind sehr interessant, wenn man sich auch nur ein bisschen für Naturkunde interessiert (Dino-Skelette!). Wer dort großen Hunger bekommt, ich habe in den Cafes sogar einen veganen Wrap gesehen, der ganz gut ausgehen hat. Oder aber man springt nach der Museumstour in die U-Bahn und legt den kurzen Weg zu 222 Veggie Vegan zurück, einem veganen Restaurant mit tollem Mittagsbuffet. Das Essen dort schmeckt vorzüglich, alles ist frisch gekocht, außerdem ist das Preis-Leistunsverhältnis beim Buffet wirklich gut. Zum Nachtisch mussten es aber natürlich noch Eis-Palatschinken sein, yum!

 Das Natural History Museum von innen

 222 Veggie Vegan von außen

 Woran erkennt man, ob ein Teller zu mir oder zu M gehört? Auf meinem ist Grünzeug.

 Eispalatschinken mit Schoko-Vanillesauce - ein Gedicht!

In London gibt es ein rein veganes Geschäft, das Vegan Cross (Vx) nahe King's Cross. Auf dem Weg dorthin unbedingt am Bahnsteig 9 3/4 vorbeischauen und den Harry Potter-Fan herauslassen! Der Shop Vegan Cross bietet eine kleine Auswahl an veganen Keksen, Süßigkeiten, Käse und Fleischalternativen, sowie einige frische Sandwiches und Kuchen. Außerdem werden auch Pullis, T-Shirts und Schuhe gekauft. Eines der coolen Sweatshirts musst unbedingt mit! Die Auswahl an Essen alleine würde mich aber nicht hinlocken, da bin ich mittlerweile auch recht verwöhnt und konnte wenig Neues dort entdecken. M und ich suchten uns auch noch zwei Donuts aus, die wir dann am Weg zurück ins Hotel aßen. Leider waren die einerseits sehr, sehr, sehr süß und andererseits nicht mehr besonders saftig, sondern eher etwas eingetrocknet - sie waren sicher schon ein paar Tage alt und schmecken wahrscheinlich frisch gebacken wesentlich besser.




Das Sweatshirt, das ich erstanden habe - der Rest ist aus einem Reformhaus bzw. von den Camden Lock Markets

Auf meiner To-Do-Liste stand ein Besuch im einzigen vegetarischen Pub in London, dem Coach & Horses in Soho. Das Pub an sich ist keine Augenweide - es wirkt recht versifft, teilweise ist die Einreichtung beschädigt und auch sonst ist der Gastraum kein Ort, wo ich länger sitzen, geschweige denn etwas essen möchte. Aber: Essen kann man auch im ersten Stock, wo sich ein entzückender verschnörkelter blumiger Teeraum befindet. Dort ist es wirklich schön zu sitzen. Die Karte bietet typische Pub-Gerichte, alles vegetarisch, davon etwa die Hälfte vegan. Und wenn ich "typisch Pub" sage, dann meine ich vor allem: Frittiert und mit viel Öl. Ich bin niemand, der mit fettigem Essen Probleme hat (schließlich bin ich im Urlaub!), aber daran sollte man vor einem Besuch denken. Ich aß die veganen Fish & Chips - eine Monsterportion, die ich nicht aufessen konnte, aber mit allem, was man sich klassisch britisch so wünschen kann: Chips, frittierter Tofu (mit leichtem fischigen Aroma von den Algen), Erbsen mit Minze und fabelhafte Remoulade. M wählte den veganen Burger mit Zwiebelringen, der ihm auch sehr gut geschmeckt hat. Die einzige Enttäuschung war der Kuchen zum Nachtisch, der etwas zu trocken und recht geschmacklos war. Prinzipiell kann ich das Coach & Horses aber zum Essengehen empfehlen! Ein Wort der Warnung noch: Der Teeraum ist zwar sehr hübsch, aber auf die Toilette müsst ihr im Pub gehen, und die ist ganz genauso, wie man sich eine Toilette in einem versifften Pub vorstellt - also besser als Dame nur ein kleines Bier trinken.





Eines unserer Highlights war der Besuch in den Camden Lock Markets, die man sich als Mischung aus Flohmarkt, Handwerkskunst, kitschigen Souvenir-Ständen, coolen Bars und Fressmeile vorstellen kann. Ich würde den Besuch dort sehr empfehlen, vor allem wegen des Essens. Bei zahlreichen Essensständen kann man sich einmal um die Welt futtern, und ganz viele Stände bieten auch explizit veganes Essen an. Wir schmausten uns durch Kolumbien, Äthiopien und Indien - lecker!
In den Camden Lock Markets gibt es auch die rein vegane Bäckerei Cookies and Scream. Wir entschieden uns für zweierlei vegane Donuts (mit Erdnussbutter und Marmelade) sowie für ein Cookie-Sandwich bestehend aus zwei Chocolate Chip Cookies mit Vanille-Frosting dazwischen. Die Donuts waren ausgezeichnet - zu M's Enttäuschung gab es leider keine mit Schokolade - aber mein Highlight war das Cookie Sandwich mit der köstlichen Füllung!



 Indisches Essen

 Äthiopisch

 Kolumbianisch - unser Favorit!



Auch einen Ausflug nach Canary Wharf mit den modernen Gebäuden und weiter in den hübschen Stadtteil Greenwich kann ich sehr empfehlen. Nicht zuletzt, weil man am Greenwich Markets vegane Churros bekommt - köstliche, frittierte Teigstäbchen, die in Zimt und Zucker gewälzt werden, OMG, ein Gedicht! Auch sonst gibt es einiges an veganem Angebot auf diesem kleinen Markt, M und ich zogen aber ein Picknick im Park vor mit Sandwiches aus einem Cafe. Wenn man dann noch Zeit hat, kann ich auch die Gondelbahn über die Themse mit tollen Ausblick sehr empfehlen! Den Tag ließen wir dann (nachdem uns gerade ein Wolkenbruch erwischt hatte) bei einem Pizza Express ausklingen. Auch das ist eine Kette, die eine standardmäßig vegane Pizza anbietet. Die Pizza Pianta ist belegt mit würziger Tomatensauce, Pinienkernen, Schwammerl, Artischocken und Ruccola. Sehr gut!







Generell ist das vegane Angebot in London wirklich toll, praktisch in jedem Cafe und Supermarkt findet sich ein veganes Sandwich, ein Keks oder sonst ein appetitlicher Happen für uns Pflanzenessern. Da wir an einigen Abenden dermaßen platt waren, dass wir einfach nur noch ins Hotel und die Füße hochlegen wollten, aßen wir dann vegane Sandwiches, die es in London praktisch an jeder Ecke gibt. Sehr gut haben uns die von Boots (einer Drogerie-Kette) und Pret A Manger geschmeckt. 


Es gibt so viel zu tun und zu sehen und zu entdecken und natürlich zu essen in London. Wir hatten eine wunderbare Woche und ich kann euch London als Reiseziel nur wärmestens ans Herz legen!

Und als echte Nerds mussten wir natürlich auch in die Baker Street, um London's Consulting Detective zu huldigen.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...