15. April 2018

Vegane Schoko-Fudge-Bars (glutenfrei, ohne Zucker, ohne Fett)

Falls ihr es noch nicht gemerkt hat: Ich bin momentan auf der Mission, gesunde vegane Desserts zu kreieren. Desserts, die voll mit guten Zutaten sind, aber die man trotzdem gerne isst. Und die noch dazu so köstlich schmecken, dass man sie auch an Freunde und Familie verfüttern kann, ohne dass sich jemand beschwert. Kurz: Desserts, die mit möglichst unverarbeiteten Zutaten auskommen und bei denen die Geschmacksknospen trotzdem nicht aufheulen.  Ich muss sagen - wenn man "normale" Desserts mit Mehl, raffiniertem Zucker und jeder Menge Öl und Margarine gewohnt ist, ist es gar keine so leichte Aufgabe, etwas herzustellen, was dekadent schmeckt, aber trotzdem noch gesund ist. Und ich habe in meinem Leben schon viele gesunde Desserts gegessen, die ich entweder sehr bereut habe oder gleich in eine Serviette gespuckt habe (ganz ehrlich: Da esse ich lieber einen Apfel, als noch so ein furztrockenes Energie-Bällchen oder einen sitzengebliebenen Kuchen mit Einkorn-Mehl). Aber: Es gibt sie, die leckeren, köstlichen und trotzdem gesunden Desserts, und hier am Blog teile ich mit euch natürlich nur meine Gewinner.  Ich finde die Idee von Rohkost-Torten ja super - ganz ohne Mehl oder raffinierten Zucker, dafür mit Nüssen und Trockenfrüchten zu arbeiten. Zwei kleine Probleme habe ich bei den Rohkost-Torten aber immer: Erstens sind sie mir meistens viel zu mächtig, was an den Nüssen liegt. Und zweitens habe ich durch Rohkost-Torten erfolgreich herausgefunden, dass ich allergisch auf rohe Haselnüsse bin. Darum beäuge ich Rohkost-Torten meistens von der Ferne und bewundere nur die Idee.


Ich wollte gerne eine Art von gesunden,  "gatschigen" Brownies naschen. Herausgekommen sind die extrem leckeren Schoko-Fudge-Bars, die eine Mischung aus Brownie und Fudge sind und am allerbesten direkt aus dem Kühlschrank schmecken. Sie sind super-schokoladig und sehr saftig. Die Schoko-Fudge-Bars sind einerseits ein wenig wie Rohkost-Torten- sie bestehen aus vielen Nüssen, Cashew und Walnüssen, Datteln, ist kein raffinierter Zucker enthalten und müssen nicht gebacken werden (das ist doch immer ein Bonus!). Aber sie sind nicht so schwer und mächtig, da sie noch etwas durch Haferflocken aufgelockert werden und vor allem habe ich ganz auf die bösen Haselnüsse verzichtet, die mich ansonsten so gerne ärgern. Die Glasur ist mein persönlicher Liebling und ist einfach nur gut, die könnte ich mir auch sehr gut auf einem ganz ordinären Schokoladenkuchen vorstellen. Die Bars sind so köstlich, dass mein Mann schon gefragt hat, wann es sie wieder geben wird - und er ist jemand, der für Rohkost-Torten überhaupt nichts übrig hat, also ist das sicher als Erfolg zu verbuchen.


Vegane Schoko-Fudge-Bars (für etwa 15 Stück)

Für den "Teig"
150 Gramm Walnüsse
150 Gramm Cashews
200 Gramm entsteinte Datteln (z.B. Deglet Nour)
150 - 200 ml Wasser
1/2 TL Meersalz
1/2 TL Zimt
100 Gramm Haferflocken
60 Gramm Kakaopulver

Für die Glasur
50 Gramm Cashewmus
20 Gramm Kakaopulver
20 Gramm Agavensirup
40 ml Sojamilch (oder andere pflanzliche Milch)

Für den Teig in einem Mixer oder in einer Küchenmaschine die Nüsse zu einer Art Mehl zerkleinern (ein paar grobere Stücke machen gar nichts aus). In einer Schüssel mit Salz und Zimt vermischen. Die Haferflocken im Mixer zu einem feinen Mehl verarbeiten und zu den Nüssen geben. Die Datteln mit dem Kakaopulver und dem Wasser im Mixer fein vermixen, es sollte eine zähflüssige Masse entstehen (mit 150 ml Wasser anfangen und bis zu 200 ml Wasser hinzugeben, um die Datteln besser zerkleinern zu können). Zu den restlichen Zutaten geben und gut vermischen. Eine kleine Brownie-Form (ca. 20 x 20) mit Backpapier auslegen und die Masse hineingeben, dabei gut festdrücken und die Oberfläche glätten. Eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
Für die Glasur alle Zutaten miteinander verrühren (das Cashewmus eventuell leicht anwärmen, dann geht es leichter). Nachdem die Bars eine Stunde im Kühlschrank waren, die Glasur auftragen und dann die Schoko-Fudge-Bars über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Die Bars im Kühlschrank aufbewahren, da sie sonst zu klebrig werden, und zum Servieren in Stücke schneiden und in Muffinförmchen legen.


2. April 2018

Süßkartoffel-Burger (glutenfrei, sojafrei, ohne Fett)

Ich bin gerade am Süßkartoffel-Trip. Ich weiß, ich bin spät dran mit diesem persönlichem Hype. Tatsächlich mochte ich die orangen Knollen die längste Zeit nicht besonders. Mich hat die weiche Textur gestört und der süße Geschmack irritiert - ich habe Süßkartoffel immer mit normalen Kartoffeln verglichen und dabei haben sie stets den kürzeren gezogen. Trotzdem habe ich sie immer wieder gekauft und verarbeitet und plötzlich hat es Klick gemacht und ich bin ein großer Süßkartoffel-Fan geworden. Am liebsten röste ich sie mir im Ofen mit viel Garam Malasa (einer indischen Gewürzmischung), aber ich habe euch heute ein super Rezept mitgebracht, wenn es mal etwas aufwändiger sein darf als bloß Süßkartoffeln zu schneiden und in den Ofen zu legen - aber keine Sorge, besonders schwierig ist das Rezept auch nicht. Diese Süßkartoffel-Burger schmecken super, entweder ganz klassisch im Burger-Brötchen oder auch kalt auf einem knackigen Salat. Ich finde die Kombination aus Süßkartoffeln mit Curry-Paste unschlagbar, Curry-Pasta bekommt ihr am besten im Asiamarkt, achtet nur darauf, eine ohne Fischsauce zu kaufen (meine bevorzugte Marke ist von Cock und kommt sogar ohne Öl aus). Für das Rezept benötigt ihr bereits gedämpfte Süßkartoffeln, ihr könnte sie auch stattdessen im Ofen rösten, was zwar etwas länger dauert, aber den süßen Geschmack intensiver macht. Der Reis und die Haferflocken geben den Burgern die nötige Stabilität und machen sie auch zu einem sehr gesunden Essen, voll gepackt mit Nährstoffen, und sie kommen noch dazu ohne Fett, ohne Soja und ohne Gluten aus (achtet darauf, glutenfreie Haferflocken zu kaufen, wenn ihr für Allergiker kocht). Aber das Wichtigste ist natürlich: Sie sind wirklich, wirklich lecker.



Süßkartoffel-Burger (für 6 - 8 Stück)

400 Gramm geschälte und weich gedämpfte Süßkartoffel
200 Gramm weiße Bohnen
50 Gramm Haferflocken
100 Gramm gekochter Naturreis
2 TL gelbe Currypaste (oder 3 - 4 TL Currypulver)
3 Zehen Knoblauch, gepresst
1 TL Cumin
2 TL Paprika, edelsüß
Salz

Die Bohnen fein stampfen, dann die Süßkartoffel dazugeben und diese ebenfalls fein stampfen. Mit den restlichen Zutaten vermischen und großzügig mit Salz abschmecken. Die Masse zu etwa handtellergroßen Burgern formen und auf ein Blech mit Backpapier legen. Bei 180 Grad etwa 25 - 30 Minuten backen, dann vorsichtig umdrehen und erneut etwa 15 - 20 Minuten auf der anderen Seite backen. Die Burger sollten am Rand leicht gebräunt und etwas fester geworden sein. Aus dem Ofen nehmen und komplett auskühlen lassen, dadurch werden sie dann fester. Vor dem Essen in einer Pfanne aufwärmen. 


28. März 2018

Veganes Schokoküchlein (ohne Weizen, ohne Fett)

Gelegentlich bekommt man Geschenke, die der Schenkende nicht ganz uneigennützig gibt. M hat mir zum Geburtstag eine kleine Kuchenform geschenkt. Unglaublich niedlich. Und er hat natürlich darauf gehofft, dass ich diese Kuchenform so schnell wie möglich mit Teig fülle. Aber die Kuchenform ist in unserem wohl gefüllten Küchenschrank immer weiter nach hinten gerutscht, bis ich irgendwann vergessen habe, dass ich so eine überhaupt besitze. Vor kurzem dann hat M die Küche ausgemistet (ich habe das Glück, mit einem Mann verheiratet zu sein, der einen größeren Ordnungssinn besitzt als ich). Und plötzlich war die kleine Kuchenform wieder da. Sehr prominent stand sie auf der Arbeitsfläche, weniger als Erinnerung als fast schon als Mahnmal an die Kuchen, die es nie gegeben hat. Nach einem Anflug schlechten Gewissens gelobte ich Besserung. Ich habe schon länger von warmen Schokoküchlein geträumt und das war die beste Gelegenheit. In letzter Zeit experimentiere ich mit Desserts ohne Fett und gesünderen Zutaten, bei denen man trotzdem seinen Lebenswillen nicht verliert. Dieses Küchlein ist phänomenal geworden, weich und luftig und saftig und super-schokoladig und kein Mensch merkt, dass sich darin Haferflocken verstecken und ohne Fett gebacken wurde.  Das Küchlein schmeckt am allerbesten warm und obwohl die Schokotropfen darin optional sind, kann ich euch die nur wärmstens ans Herz legen. Wer keine kleine Kuchenform besitzt, lässt sich entweder eine schenken oder macht einfach Muffins daraus.





Vegane Schokoküchlein (für 4 - 5 Küchlein oder 8 Muffins)

1 EL Leinsamen, gemahlen
2 EL Wasser
70 Gramm Mehl, Dinkel
50 Gramm Haferflocken
40 Gramm Kakaopulver
2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
40 Gramm Zucker
Prise Zimt
200 Gramm Sojajoghurt, natur
1 EL Agavensirup
80 ml Sojamilch
optional: 40 Gramm vegane Schokotropfen (oder mehr nach Geschmack)

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Muffinförmchen mit Papierformen auslegen oder Kuchenformen gut einfetten. Leinsamen und Wasser verrühren und beiseite stellen. Die Haferflocken in einer Küchenmaschine oder einem Mixer zu einem feinen Mehl verarbeiten. Mehl, Haferflocken, Kakaopulver, Backpulver, Salz, Zucker und Zimt miteinander verrühren. Mit Sojajoghurt, Sojamilch, Leinsamen und Agavensirup zu einem glatten Teig rühren und optional die Schokotropfen unterheben und dann auf die Formen aufteilen. Für kleine Küchlein bei 180 Grad etwa 15 - 20 Minuten backen, für Muffins 10 - 14 Minuten. Nicht zu lange im Ofen lassen, ansonsten können sie trocken werden - wenn ihr einen Zahnstocher in die Mitte stecht, sollte dieser sauber wieder herauskommen. Die Küchlein schmecken am besten warm.

9. März 2018

Veganer Haul im Veganz Onlineshop

Veganz hat mich eingeladen, den neuen österreichischen Onlineshop zu testen, und ich habe ordentlich geshoppt! Ich finde die Veganz-Produkte ja super und kaufe sie auch oft bei DM. Wenn man nun alles auf einem Haufen in einem Onlineshop hat, ist das aber nochmal besser, zumal es in meinem popeligen DM gar nicht alles gibt, was im Onlineshop so angeboten wird. Der Onlineshop ist seit Februar ganz neu für Österreich und es gibt eine schön große, aber trotzdem übersichtliche Auswahl, die übrigens nicht nur auf die Eigenmarke von Veganz beschränkt ist, sondern auch einige ausgewählte andere Marken anbietet. Der Shop ist außerdem als Kunde sehr einfach und intuitiv zu nutzen, nichts macht mich wahnsinniger, als wenn die Technik maunzt und streikt, während ich mich einfach nur dem Kaufrausch hingeben will. Entschieden habe ich mich dann für diese Produkte.


Bio Veganz Choc Bar Kokosnuss | Mein Mann ist süchtig nach diesen veganen Bounties und verlangt nach ständigem Nachschub. Im Ernst, er hat wirklich ein Problem. Hilfe!

Veganz Saurer Mix  & Fizzy Cola | Ich hingegen bin süchtig nach veganem Gummizeug. Furchtbar, ich inhaliere das einfach.

Bio Veganz Weiße Rice Choc Erdbeer-Crisp | Eine der besten Schokoladen, besonders, wenn man weiße Schokolade mag! Erinnert mich irgendwie an die Yogurette.

Veganz Muffins Double Choc | Endlich! Fertige vegane Muffins. Natürlich schmeckt selbstgemacht immer besser, aber diese hier sind wirklich gut. Besonders mit etwas veganer Nutella oben drauf...


Veganz Sandwichcreme Dänischer Art | Schmeckt wie Remoulade, der Hammer. 

Veganz Dressing American | Salatdressing geht immer, auch in Sandwiches, in Nudelsalaten oder zu Kartoffeln.

Eat Real Quinoa Flips Kale & White Cheddar | Perfekt für einen Fernsehabend, knusprig, fluffig und leicht "käsig".

bedda veganer Budapester-Salat  | Ein solider veganer Fleischsalat, geschmacklich gut, die Konsistenz könnte von mir aus noch besser sein.


Bio Veganz Porridge Cinnamon Spice | Wir lieben Haferflocken! Porridge geht immer.

Bio Veganz Schokocreme | Göttlich, das erinnert mich irgendwie an Schaumküsse, und ich musste es vor mir selbst verstecken.

Bio Veganz Hanfsamen | Hanfsamen sind sehr gesund und schmecken leicht nussig, ich liebe sie auf meinem Porridge

Veganz Hello Coco Erdbeere & Mango | Eine Art veganer Obstgarten, nur nicht so süß und mit leckerer Kokosnote!

Bio Veganz Nut'n Superfood Haselnuss-Kakao-Vanille & Mandel-Maca-Zimt | Schon wieder etwas, das ich vor mir selbst verstecken muss. In diesem Fall Nussmus mit köstlichen Zutaten wie Zimt, Kakao und Maca, genial auf Pancakes, Porridge, pur am Löffel...

Pulsin' Protein Snack in Mint Choc & Orange Choc Chip | Ich habe es nicht so mit Proteinriegeln. Diese hier sind zwar geschmacklich ganz gut (besonders der Orange Choc), aber von der Konsistenz und den totalen Kalorien her verstehe ich das Prinzip einfach noch nicht.


Disclaimer: Einen Teil der Produkte habe ich von Veganz zur Verfügung gestellt bekommen. Meine Meinung bleibt trotzdem die meine, und ich empfehle nichts, was mir nicht zusagt.

5. März 2018

Meine vegane Woche - 26.2. - 4.3. 2018

Montag
Eigentlich bin ich Superhelden-Filmen nicht abgeneigt. Eigentlich. Ich finde sie ganz unterhaltsam. Das Problem ist, dass es mittlerweile Tausende von ihnen gibt, und irgendwann interessiert mich die Geschichte rund um Captain Toastbrot wirklich nicht mehr. M übt dann gerne sanften Druck aus, wenn wieder ein Superheld im Kino ist, den er gerne mit mir ansehen möchte. Im Fall von Black Panther bin ich aber froh, denn der hat mir wirklich gut gefallen, weil es mal etwas anderes war - mit tollen Kostümen, mitreißender Musik und sympathischen Darstellern. Ins Kino bin ich übrigens auch zu ködern, wenn man mir Nachos mit Salsa-Sauce oder Popcorn (ich esse gerne süß und salzig gemischt) verspricht. Diese Knabbereien sind oft vegan, einfach mal nachfragen!


Dienstag
Ich habe lange, lange mit einer Jacke von Sea Sheperd geliebäugelt und sie mir dann endlich bestellt! Sie ist super-gemütlich und ich bin sehr zufrieden, dass sie nun zu meiner Garderobe gehört. Falls euch Sea Sheperd nichts sagt, das ist eine Organisation, die sich dem Schutz der Wale verschrieben hat und auf dem Meer das eigentlich geltende Walfang-Verbot exekutiert (Länder wie Japan oder Island jagen sie illegalereweise für "wissenschaftliche Zwecke"). Und: Das Essen auf allen Schiffen ist vegan. Irgendwann schmeiße ich meinen Job hin und heuere bei Sea Sheperd an, ich sag's euch.



Mittwoch
Nehmt ihr auch brav eure B12-Tabletten? Und ja, das sollten auch Personen nehmen, die nicht vegan leben (einige Personen aus meiner Familie hatten auch zu Fleischesser-Zeiten kräftigen B12-Mangel). Ich halte mich bei den Empfehlungen für B12 an den guten Dr. Greger und nehme drei Mal die Woche B12. Außerdem auch im Winter täglich eine Vitamin D-Tablette, was übrigens auch nicht an der veganen Ernährung liegt - Vitamin D wird durch Sonnenschein produziert und im Winter ist der eher Mangelware.


Donnerstag 
Brinner (Brunch + Dinner)! Mit Baked Beans, Rührtofu und Kroketten. Kroketten? Ja. Mein Mann liebt Kroketten so sehr, dass er die sogar bei unserer Hochzeit auf das Menü setzen wollte. Am besten pur, als Hauptgang. Das hatten wir dann nicht, aber wir haben nun endlich tiefgekühlte Kroketten im Supermarkt gefunden, die sogar das Vegan-Siegel tragen, und zum Brunch passen sie wirklich gut.


Freitag
Ich hatte riesige Lust auf Pasta mit Tomatensauce und Fleischbällchen, und das war genau das, was wir am Freitag-Abend gegessen haben! Ich habe die Tomatensauce selbst gemacht (mit Zwiebel, Sellerie und Karotten) und die veganen Fleischbällchen dann einfach darin aufgewärmt. Mhmmm. Und ich esse meine Pasta übrigens mit ganz viel Sauce. Ihr auch?



Samstag
Ich trinke momentan sehr wenig Alkohol und es tut mir gut (würde euch dazu ein Artikel interessieren?). Wenn ich etwas trinke, dann meistens einen Schluck Bier. Allerdings bin ich beim Bier eigen, mit den allermeisten Craft Bieren kann man mich beispielsweise jagen. Die Brauerei Hirter hat gefragt, ob ich ihr neues Bio-Bier testen möchte, und da konnte ich nicht widerstehen. M und ich haben also die Kronkorken knallen lassen und das Bier ist wirklich gut. Zwickl (naturtrübes Bier) mag ich sowieso sehr gerne und dieses ist sehr mild und süffig, also auch gut geeignet für Leute, die sonst nicht viel trinken. 


Sonntag
Die Sonne scheint! Und mein Gesicht friert im Freien nicht ein. Ganz ungewohnte Eindrücke in dieser ansonsten so eiskalten Woche. So haben M und ich uns aus der Wohnung bewegt und waren essen. Wir waren zuerst in einem vietnamesischen Restaurant mit eigener veganer Karte (yay!) und haben dort Sommer- und Frühlingsrollen, gebratenen Reis und Nudeln in Erdnussauce gegessen. Die Vorspeisen waren super, der gebratene Reis sehr gut und nicht so fettig, wie man ihn oft bekommt, einzig die Erdnussauce hätte intensiver sein können. Danach gab es noch Kaffee und Kuchen im Heart of Joy Café. Ich mag den Rohkosten-Kuchen mit Beeren gerne, allerdings muss M den mit mir teilen, weil er sehr mächtig ist. Essenskoma!



26. Februar 2018

Meine vegane Woche - 19. - 25. Februar 2018

Montag
Ich habe mir mein Mittagessen für's Büro schon am Sonntag-Abend hergerichtet, es mir morgens auf den Küchentisch gestellt, um es ja nicht zu vergessen... und dann ist genau das passiert. Vielleicht könnt ihr euch meine Enttäuschung vorstellen, als es dann auf die Mittagszeit zuging und ich feststellen musste, dass mein leckeres Essen daheim geblieben ist. Stattdessen gab es Haferbrei und Bananen - Notfallessen, aber trotzdem gut! Habt ihr ein Notfallessen?


Dienstag
M und ich haben momentan ein Lieblingsessen - Grünkohl-Salat mit Erdnussdressing (Grünkohl ist auch unter dem viel cooleren englischen Begriff Kale bekannt). Ich lästere ja ab und an gerne über M's Essgewohnheiten, aber ich darf mich nicht beschweren, wenn der Partner sich begeistert mit rohem Grünkohl vollstopft. Dazu essen wir gerne Couscous und gebackenen Tofu.


Mittwoch
Diese Woche habe ich dieses Video entdeckt - und bevor euch das Herz stehenbleibt (so wie mir), keine Sorge, es geht gut aus. Aber ehrlich, man merkt bei diesem Video, dass uns unwohl wird, wenn wir befürchten, dass Tieren Schlimmes bevorsteht. Und diese Reaktion wäre sicher die gleiche, wenn dort ein kleines Schwein oder eine kleine Kuh liegen würde. Leider sehen wir die Tiere in der Massentierhaltung nicht, für die es tagtäglich nicht gut ausgeht und die für unseren Appetit einen Alptraum leben müssen.


Donnerstag
Habt ihr auch manchmal Futterneid? Meine Kollegin hatte diese Woche Risotto in der Arbeit zum Mittagessen und es sah einfach zu gut aus. Das Risotto ging mir nicht aus dem Kopf und somit war klar, was es Mittwoch-Abend zu essen geben würde. Im Risotto waren gebratene Schwammerl, TK-Blattspinat und weiße Bohnen (letzteres war eine Verlegenheitslösung, weil die noch über waren, sie haben aber hervorragend hineingepasst). Und dann konnte ich die Reste des Risottos ins Büro mitnehmen und meinerseits neidische Blicke ernten!


Freitag
Brunch ist fad, jetzt ist Brinner angesagt (Breakfast + Dinner). M und ich haben uns so richtig vollgegessen, mit Rührtofu, Baked Beans, Würstchen und Kroketten. Uff.


Samstag
M wollte gerne warmen Schokokuchen, ich wollte ein halbwegs gesundes Kuchen-Rezept erfinden. Das ist dabei herausgekommen! Und es war köstlich. Ich freue mich schon darauf, das Rezept mit euch zu teilen.


Sonntag
Wer von euch bereitet am Sonntag schon das Essen für die kommende Woche vor? Ich koche meistens zumindest ein Gericht vor, aus dem wir etwa drei bis vier Portionen herausbekommen. Da mein Mann und ich jeden Tag das Essen ins Büro mitnehmen, ist es angenehmer, wenn ich mir nicht jeden Tag Gedanken machen muss, was es am nächsten Tag geben soll. Heute habe ich Curry  mit Kichererbsen, Süßkartoffel, Karotten, Paprika und Chinakohl vorbereitet, dazu werde ich am Vorabend noch Reis kochen. Generell ist mein Essensplan für die Arbeitswoche immer recht strukturiert.... interessiert euch das Thema Meal Prep? Möchtet ihr gerne dazu einen Blog-Artikel sehen?


21. Februar 2018

Selbstgemachter veganer Kimchi oder: Wie man den Partner mit Gärung vergrault

Ich habe mich immer gefragt, was Hollywood-Stars damit meinen, wenn sie nach einer Trennung verlauten lassen, dass es zwischen den Ex-Partnern "unüberbrückbare Differenzen" gegeben hat. Insgeheim habe ich immer gedacht, dass das einfach nur bedeutet, dass einer der beiden eine Vorliebe für 20 Jahre jüngere Frauen hat und die andere nicht. Ich bin durch ein kulinarisches Projekt aber eines Besseren darüber belehrt worden, was grobe Differenzen in einer Partnerschaft sein können. Oder: Man kennt einen Menschen erst dann, wenn man einen Kühlschrank teilt bzw. den Kühlschrank aufmacht und sieht, was der andere hineingestellt hat.


Meinen Mann M würde ich als zurückhaltenden Esser bezeichnen. Er kostet gerne Dinge, die gut ausschauen und beobachtet bei wilderen Kompositionen zuerst die Reaktion seiner Mitmenschen (was evolutionär Sinn macht, es könnte ja einer tot umfallen). M hat seine kulinarischen Highlights und es ist für ihn ein besonders guter Tag, wenn es die gibt, aber generell isst er gerne alles, was ich in meiner Küche entstehen lasse. Meistens. Ich dagegen bin eher ein ungewöhnlicher Esser. Schon als Kleinkind habe ich mit Vorliebe rohen Knoblauch gegessen, mit dem meine Oma mich gefüttert hat - man stelle sich die Begeisterung meiner Mutter vor, wenn ihr blondgelocktes Töchterchen eine ständige Knoblauchfahne hatte. Ich habe Lieblingsspeisen, aber ich esse mich auch schnell ab und langweile mich dann. Bisher haben M's und meine Essgewohnheiten gut zusammengepasst. Dann kamen die "unüberbrückbaren Differenzen".


Ich habe mir in den Kopf gesetzt, Kimchi zu machen. Kimchi ist eine Art südkoreanisches Sauerkraut, das aus eingelegtem Chinakohl und Gemüse gemacht wird, es ist scharf und würzig und strotzt nur so vor Chili, Knoblauch und Ingwer, also meiner Meinung nach allem, was gut ist. Man kann Kimchi pur essen oder zu Reis, in Wraps oder Nudeln. Der Clou an der Sache ist, dass Kimchi gären muss, so wie Sauerkraut, was bedeutet, dass es einige Tage steht, in denen nette Bakterien ihre Arbeit machen. Das Resultat ist ein angenehm säuerlicher Geschmack und eine ganze Latte an gesundheitlichen Vorteilen durch probiotische Kulturen. Ich fand die Idee von Kimchi toll und startete an einem Sonntag darum mein Projekt. M war anfangs noch angetan. Als ich dann aber den Kimchi verpackt habe (der Punkt, an dem man dann einfach abwartet und ihn gären lasst), wollte er gerne kosten. Der Dialog war in etwa folgender:

M: Kann ich jetzt kosten?
C: Der Kimchi ist noch nicht fertig.
M: Aha? Kommt der jetzt in den Kühlschrank?
C: Nein, der bleibt jetzt heraussen.
M: Wird der nicht schlecht?
C: Ja genau. Der muss gären.
M: ....
M: ....
M: Warum muss das in unserer Küche gären?

Was dann folgte, war eine Belastungsprobe. Ich war total hin und weg von meinem Kimchi, den ich liebevoll "Norbert" getauft habe und jeden Tag aufgeregt beäugt habe. Der Gärprozess war genau so, wie er sein soll - der Chinakohl ist schön weich und säuerlich geworden. M hat die Liebe nicht geteilt. Kimchi riecht schon recht stark (es ist immerhin Kraut, das gärt) und in unserer kleinen Wohnung roch dann eben alles nach Kimchi, wenn ich die Tupperware geöffnet habe. Mich stört das nicht, aber ich war ja auch das Kind mit dem Knoblauch-Mund. Andere finden das schon beeinträchtigend. Nach einigen Tagen ist Norbert dann in den Kühlschrank umgezogen, in einem A) sehr großen Behältnis, was wirklich viel Platz weggenommen hat, das auch noch B) nicht komplett geruchsdicht war. Sprich, der arme M hat jedes Mal, wenn er den Kühlschrank geöffnet hat, eine Nase Kimchi-Duft abbekommen. Ich denke, das waren Momente, in denen er sich sein Ehegelübde innerlich hat vorsagen müssen. Als der Kimchi dann fertig und essbereit war, war M schon so abgeturnt, dass er schon vor dem ersten Bissen genug gehabt hat. Ich dagegen finde meinen Kimchi wirklich gut, besonders in einem Wrap mit Hummus und ausgezeichnet ist er auch in einer Gemüsepfanne mit Reis. Er schmeckt leicht säuerlich und nach Ingwer und Knoblauch und er ist auch recht scharf. Das führt mich zu meinem Wort der Warnung: Wenn ihr im Asia-Markt eure Chili-Flocken kauft und ihr euch für die extra scharfen Chili-Flocken entscheidet - sie sind genau das. Mein Kimchi ist zwar sehr gut, für mich aber an der Schmerzgrenze dank der Extra-Schärfe. Beim nächsten Mal Einlegen würde ich die Chili-Flocken reduzieren oder die normalen kaufen, ansonsten habe ich wirklich gar nichts auszusetzen! Alles in allem ist Kimchi-Machen ein toller Prozess, eine Mischung aus "Jugend forscht" und "Das perfekte Dinner", und ich kann es euch nur empfehlen. Ich freue mich schon auf meine nächste Runde Kimchi - wenn meine Ehe das aushält.


Kimchi

1 großer Kopf Chinakohl (etwa 1 kg)
Meersalz
1 Knolle Knoblauch, Zehen herausgelöst und geschält
15 Gramm Ingwer, frisch und geschält
1 kleine weiße Zwiebel
40 ml Sojasauce
40 Gramm brauner Zucker
1 EL Agavendicksaft
1 EL Reisessig
150 ml warmes Wasser
20 Gramm Chili-Flocken (etwas mehr oder weniger, je nach gewünschter Schärfe)
2 Karotten, ca. 180 Gramm, geschält und in feine Stifte geschnitten

Eine große Schüssel zum Mischen und mehrere große Gläser oder Tupperware zum Aufbewahren (Achtung, das Gefäß wird dann nach Kimchi riechen)

Zunächst: Wir wollen den Kimchi zwar geplant schlecht werden lassen (anders kann man die Gärung ja nicht bezeichnen), die Betonung liegt aber auf "geplant". Darum wascht eure Gefäße sehr gut ab, mit heißem Wasser und Spülmittel. Ebenso greift ihr den Kimchi am besten nur mit gerade gewaschenen Händen ab und leckt keinen Löffel ab, mit dem ihr dann den Kimchi berührt. 

1) Los geht's: Den Chinakohl zunächst waschen und mit einem sauberen Geschirrtuch gut trockentupfen, den ganz unteren harten Strunk abschneiden und ihn dann vierteln und dann der Breite nach in kleinere Stücke schneiden, vielleicht noch mal zwei bis drei Stücke pro Viertel (etwas größer als mundgerecht sollten die Stücke sein). Den Chinakohl in eine große Schüssel geben. Dann den Chinakohl sehr gut einsalzen. Wir wollen ihn nicht pökeln, aber jedes Blatt sollte Salz abbekommen, das man auch mit (sauberen) Händen darauf verteilen kann. Der Sinn ist, dem Chinakohl das Wasser zu entziehen und ihn weich zu machen. Wir lassen ihn stehen und drehen die Blätter etwa alle 20 Minuten um. Insgesamt bleibt der Kimchi etwa eine bis eineinhalb Stunden eingesalzen, am Ende sollte er sichtbar zusammengesackt sein.

2) Während sich der Chinakohl im Salz entspannt, machen wir die Sauce, für die wir einfach alle restlichen Zutaten (bis auf die Karotten und Salz) in einem Mixer pürieren. Easy peasy!

3) Wenn der Chinakohl dann nach einer bis eineinhalb Stunden vom Salz zusammengeschrumpelt ist, waschen wir den Chinakohl in kaltem Wasser ab, um das überschüssige Salz zu entfernen, danach tupfen wir ihn erneut sehr gut trocken (in diesem Zustand geht das am besten mit Küchenrolle). Danach leeren wir die Sauce auf den Chinakohl und mischen sehr gut durch, damit auch jedes Blatt genug Sauce erwischt, jetzt können auch die Karotten dazu. Ihr dürft gerne kosten (mit einem sauberen Löffel!), wenn ihr beim Einsalzen schüchtern wart, könnt ihr auch jetzt etwas Salz dazugeben.

4) Jetzt wird es spannend: Wir füllen den Kimchi in sein finales Gefäß, drücken ihn mit einem sauberen Löffel sehr gut nach unten und geben einen Deckel drauf - jetzt lassen wir ihn stehen (falls ihr möchtet, wäre jetzt ein guter Zeitpunkt, um ihm einen Namen zu geben). Ich würde den Kimchi 48 Stunden bei Raumtemperatur stehen lassen, dabei könnt ihr ihn täglich aufmachen und mit einem Löffel nach unten drücken. Es sollte im Gefäß mehr Saft entstehen, ihr werdet vielleicht auch schon feststellen, dass der Kimchi leicht zum "Blubbern" anfängt. Was wir nicht sehen wollen, ist Schleim oder Schimmel, dann ist euer Kimchi hinüber und ihr esst ihn bitte nicht! Am Ende der 48 Stunden wandert der Kimchi dann in den Kühlschrank, wo er zumindest noch mal 48 Stunden ziehen sollte, bevor ihr ihn essen könnt. Die Zeiten sind sehr abhängig von der Raumtemperatur und der Zubereitung - prinzipiell wisst ihr, dass ihr da seid, wenn der Kimchi einen leicht säuerlichen Geschmack hat und ganz wenig auf der Zunge "perlt". Kontrolliert einfach, ob sich eh kein Schimmel bildet, ansonsten werdet ihr schon dahin kommen. Den Kimchi kann man super aufheben, er reift einfach immer mehr nach. Meiner ist jetzt schon seit drei Wochen im Kühlschrank und schmeckt immer noch sehr gut. Frohes Gären!

11. Februar 2018

Meine vegane Woche - 5. - 11. Februar 2018

Montag
Fasching ist! Zum Glück nicht mehr lange! Ich bin überhaupt keine Freundin des Faschings. Ich mag das Wort "Gschnas" nicht, Konfetti trage ich tagelang an mir herum und die Verkleidungen meiner Mitmenschen lassen für meinen Geschmack öfters etwas zu tief in ihr Seelenleben blicken (ein erwachsener Mann als Baby verkleidet? Sehr subtil!). Ihr seht, mit mir kommt richtig Faschingslaune auf. Aber einen Aspekt am Fasching mag ich gerne - die Krapfen. Berliner, wie sie bei den deutschen Nachbarn heißen, sind seit kurzer Zeit auch gelegentlich in der veganen Variante zu bekommen, und da kann ich natürlich nicht nein sagen! Fasching hin oder her.


Dienstag
Ich bin ein wenig verliebt in meinen neuen Rucksack, den ich aus einem britischen Onlineshop bestellt  habe. Ich habe ein wenig Probleme mit meiner Schulter (ich bin über 30, ich darf das haben), und da trage ich viel lieber einen Rucksack als eine Handtasche mit mir herum. Nachdem mein alter Rucksack mittlerweile extrem liebgehabt aussieht, hier sein Nachfolger. Hach!


Mittwoch
Wir waren abends mit Freunden indisch essen. Ich habe zu Mittag extra wenig gegessen, um genug Platz im Bauch für indische Köstlichkeiten zu schaffen, mit dem Effekt, dass ich schon am frühen Nachmittag am liebsten jemandem den Arm ausgekugelt hätte dank niedrigem Blutzucker (#hangry). Aber es hat sich gelohnt, ich habe meine Portion Dhal mit Reis und Brot brav zusammengeputzt. 


Donnerstag
In Großbritannien macht sich die Milchindustrie vor der veganen Community mittlerweile ins Hemd. Ein erhitzer Dialog hat sich über die letzten Wochen aufgeschaukelt, der aber durchaus produktiv war, da er der Öffentlichkeit aufgezeigt hat, wie es in der Milchindustrie wirklich zugeht - Kühe sind pure Produktionseinheiten, die am Ende ihrer Effizienz geschlachtet werden, zuvor werden sie ständig künstlich besamt, um Kälbchen zu bekommen, die ihnen dann weggenommen werden. Mit einer Milchkuh möchte wohl niemand tauschen. Jedenfalls kam dann das ultimative Totschlag-Argument jeder Diskussion - eine junge Milchbäuerin behauptete, sie bekäme Morddrohungen von "militanten Veganern". Und an dieser Stelle zuckt natürlich jeder zurück und alle Sympathie für die vegane Community ist plötzlich dahin - verständlicherweise, denn das geht wirklich zu weit. Wenn es denn stimmt. Mittlerweile lebe ich schon einige Jahre vegan und, ohne jemandem etwas pauschal unterstellen zu wollen, sehe ich dieses Phänomen immer wieder: Leute auf der verlierenden Seite der Debatte bekommen plötzlich Morddrohungen. Und wie praktisch, es reicht oft die bloße Behauptung, um die Stimmung zu drehen, oft folgt weder ein Beleg noch eine Anzeige. Wie auch hier - die Morddrohungen waren erfunden. Der Schaden natürlich angerichtet. Ich denke, so etwas kann man getrost als Schmierenkampagne bezeichnen.

Freitag
Ich bin mittlerweile viel gereist und habe in sehr vielen veganen Restaurants gegessen, aber der vegane Döner bei Frontfood in Linz wird trotzdem einer meiner Lieblinge bleiben. So gut, besser als das Original.


Samstag
Seit langem habe ich mal wieder eine Backshow gemacht! Auf der Veggie Planet in Linz, einer veganen Messe, habe ich meine pinken Cupcakes zubereitet und es hat mir viel Spaß gemacht, mir auf mein schwarzes T-Shirt Mehl zu stauben und meine flachen Witze über ein Mikrofon zu verbreiten. Ich habe Mini-Cupcakes zur Verkostung mitgebracht, die ich fast nicht hergegeben hätte, weil sie so niedlich ausgesehen haben, aber es war dann zu spät. Nach meiner Backshow gab es endlich etwas zu essen - ich habe mich für Pad Thai entschieden und meine Entscheidung nicht bereut (meine Vorfreude sieht man mir an meinem leicht fanatischen Blick an). Es war ein schöner Nachmittag!






Sonntag
Sehr stolz hat mein Mann seine Beute aus dem Supermarkt präsentiert - eine vegane Tiefkühlpizza! Und ein fauler Abend daheim ist natürlich der ideale Anlass für eine Verkostung. Ich finde die Pizza wirklich gut. Obwohl mein Mann keinen veganen Käse mag, hat ihm die Pizza sehr geschmeckt, der Käse ist sehr dezent. Ich finde Veganz ja eine super Marke und habe auch noch einen Tipp für euch - wenn ihr noch bis 14. Februar 2018 im neuen österreichischen Veganz-Onlineshop bestellt, bekommt ihr mit dem Code "VeLoveAustria" -20% auf die Produkte. Ich habe mich mit Veganz zusammengetan und werde euch bald ein paar Lieblinge aus dem Shop vorstellen (die Pizza gibt es dort aber leider nicht, also schickt eure Männer und Frauen auf Beutezug!). 


9. Februar 2018

Pinke Cupcakes, natürlich gefärbt

Ich habe keine Lieblingsfarbe. Ich mag alle Farben! In meinem Kleiderkasten herrscht ein buchstäbliches buntes Durcheinander an verschiedenen Farben, weil ich mich einfach nicht entscheiden kann. Andere Frauen gehen einkaufen und wissen, zu welcher Jacke der blaue Schal passt oder mit welchem Kleid sie die roten Stiefel tragen werden oder die in ihrer Kleiderwahl sogar nur einer Farbe folgen. Ich bin eher so... impulsiv. Ich gehe in ein Geschäft, verliebe mich in eine Farbe und das allein bestimmt mein Kaufverhalten. Ich denke gar nicht daran, dass Neongrün jetzt nicht die beste Farbe ist, um sie mit anderen zu kombinieren. So sieht es dann eben auch aus. Der Begriff "Color Blocking" wurde extra für mich erfunden. Um euch einen Eindruck zu geben - ich habe einen senfgelben Pulli, den ich sehr liebe, darunter trage ich gerne ein lila  Shirt und dazu einen weinroten Rock... vermutlich sehe ich gelegentlich aus wie der Pumuckl, aber in meiner Wahrnehmung sehe ich nur schöne, bunte Farben im Spiegel und freue mich darüber.


Lange Rede, kurzer Sinn: Farben sind schön. Warum also nicht auch das Essen etwas bunter gestalten? Ich wollte bunte Cupcakes backen und diese mit Lebensmittelfarbe einfärben, die A) vegan und B) nicht gesundheitsschädlich ist. Vegan ist natürlich klar, aber was soll an einer Lebensmittelfarbe denn gesundheitsschädlich sein? Leider stehen die sogenannten Azofarbstoffe, die zwar wunderbar und kräftig färben, im Verdacht, krebserregend zu sein und bei Kindern Hyperaktivität auszulösen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das muss ich jetzt nicht unbedingt in meine Cupcakes rühren. Der Vorsatz war also gefasst, eine geeignete Lebensmittelfarbe zu finden. Wisst ihr eigentlich, wie schwer es ist, so etwas aufzutreiben? Ich bin durch dutzende Geschäfte gestiefelt und habe mit gerunzelter Stirn Zutatenlisten gelesen. Fehlanzeige. Und ja, natürlich wäre ich online sicher fündig geworden, aber dazu hatte ich weder Zeit noch Lust.


Nach vielem Geschnaufe und Augenrollen habe ich das Projekt "farbenfrohe Cupcakes" schon fast wieder abgeblasen. Dann dachte ich mir - warum nicht selbst einfärben? Viele Lebensmittelfarben machen sich die färbenden Eigenschaften von Spinat oder Kurkuma zunutze, das kann ich auch. Die Idee war gefasst: Rosa sollten meine Cupcakes werden, weil es hübsch ist und bald der Valentinstag ansteht. Und was färbt alles im Umkreis im Nu in zartes Rot ein? Genau, rote Rüben.


Wie ihr an den Bildern erkennen könnt, hat das wunderbar geklappt. Ich habe köstliche Chocolate-Chip-Cupcakes gebacken, auf die ein Häubchen rosaroter Vanille-Creme kommt und die dann in pinken Kokosflocken gewälzt werden. Der Saft der roten Rüben färbt wunderbar ein, ohne den Geschmack zu verändern. Kitschigen Cupcakes steht also nichts mehr im Weg - achtet nur darauf, die pinken Kokosflocken am Tag vorher zu machen, damit sie trocknen können, die könnt ihr aber auch gut aufbewahren. Wer Creme auf seinen Cupcakes lieber dünn mag, macht besser die halbe Portion der Creme, allerdings lässt sie sich im Kühlschrank einige Tage gut aufheben für weiteren Einsatz auf Cupcakes und Kuchen.


Pinke Cupcakes (für 12 Stück)

Für die Kokosflocken:
Eine Handvoll Kokosflocken
Eine Packung fertig gegarte roter Rüben (vakuumverpackt)

Für den Teig:
250 ml Sojamilch
1 EL Essig
250 Gramm Mehl
180 Gramm Zucker
2 Packungen Bourbon-Vanillezucker
2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1/4 TL Salz
1/4 TL Zimt
80 ml Öl
100 Gramm vegane Schokotropfen oder gehackte Schokolade

Für die Creme:
250 ml Sojamilch
40 Gramm Mehl
150 Gramm Margarine
100 Gramm Zucker
2 Packungen Bourbon-Vanillezucker
1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt

Am Tag zuvor: Die Kokosflocken in eine Schüssel geben. Die Verpackung der roten Rüben vorsichtig aufschneiden und den Saft auffangen. Ein paar Tropfen (wenig!) zu den Kokosflocken geben und gut durchmischen, bis der gewünschte Farbton erreicht ist, den restlichen Saft der roten Rüben aufbewahren. Kokosflocken über Nacht trocknen lassen. Die Kokosflocken zur weiteren Aufbewahrung einfach luftdicht verschließen.

Eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen und den Ofen auf 180 Grad (Ober- Unterhitze) vorheizen. Sojamilch mit dem Essig gut verrühren. Beiseite stellen. In einer großen Schüssel Mehl, Zucker, Backpulver, Natron, Salz und Zimt verrühren. Dann mit dem Öl und Sojamilch zu einem glatten Teig mischen (nicht mit dem Handmixer!) und die Schokotropfen unterheben. Den Teig gleichmäßig auf 12 Förmchen aufteilen und bei 180 Grad etwa 13 - 15 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, dann aus der Muffinform stürzen und komplett abkühlen lassen.

Für die Creme Sojamilch und das Mehl in einem Topf mit einem Schneebesen verrühren. Den Topf am Herd langsam erhitzen, bis die Mischung fester wird, dabei ständig rühren. Die Mischung sollte dann die Konsistenz von schwer tropfendem Zuckerguss haben, das wollen wir erreichen. Den Topf vom Herd nehmen und die Mischung kühl stellen, um sie auf Raumtemperatur zu bringen.
In der Zwischenzeit in einer hohen Schüssel mit dem Handmixer die Margarine, Zucker und Bourbon-Vanillezucker gut miteinander verrühren, Mark der Vanilleschote hinzugeben. Wenn die Sojamilch-Mehl-Mischung Raumtemperatur hat, diese esslöffelweise in die Margarine-Zucker-Mischung mixen, dabei immer wieder gut aufschlagen. Am Ende ein paar Tropfen vom Saft der roten Rüben hineingeben, bis ein zarter rosa Farbton erreicht ist. 

Zum Zusammensetzen auf die komplett ausgekühlten Cupcakes einen dicken Klecks der Creme streichen und den Cupcakes dann kopfüber in die Kokosflocken tunken. Fertig!
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