17. Februar 2013

Vegane Phở - Vietnamesische Nudelsuppe

Eine neue Arbeitskollegin kommt aus Vietnam und hat uns vor kurzem mit ihrer Kochkunst beglückt. Netterweise gab es für mich als Veganerin ein eigenes Gericht, knusprige Nudeln mit Gemüse, die wirklich ausgezeichnet waren. Aber während ich meine Nudeln aß, beäugte ich trotzdem etwas neidisch das Essen der anderen: Phở. Phở ist im Prinzip ein vietnamesischer Nudeltopf, dessen wichtigste Zutat eine kräftige, aromatische Brühe ist, die dann mit breiten Reisnudeln, knackigem asiatischem Gemüse, frischen Kräutern und Chilli-Sauce serviert wird. Ich liebe herzhafte Suppen - nichts finde ich besser, als das Essen mit einem Löffel zu schlürfen. Dummerweise gab es für mich ein großes Hindernis, das mich von diesem Phở-Erlebnis abhielt: Die Suppe bekommt ihren Geschmack durch Rindfleisch und, ja, auch Rinderknochen - nichts also, was ich gerne serviert bekommen würde.



Die Vorstellung dieser köstlichen Suppe blieb mir aber im Gedächtnis, und ich beschloss, sie nachzukochen. Da das Fleich doch viel Aroma abgibt, tüftelte ich einige Zeit an dem Rezept für die Brühe, immerhin ist sie das Kernstück jeder guten Phở. Viele Gewürze, Suppengemüse und als besondere Note getrocknete Shiitake-Pilze verleihen aber der Brühe nun die herzhafte Note, die ich gerne haben wollte. 



Aufwendig ist Phở nicht zu kochen, ihr braucht nur die passenden Gewürze (die ich empfehle, aus dem Asialaden zu kaufen) und ein wenig Zeit, um die Brühe köcheln zu lassen - aber da die Brühe am nächsten Tag fast besser schmeckt, lässt sie sich sehr gut vorbereiten.
Phở ist genau das richtige Essen, um eure Gäste mit den exotischen Aromen zu beeindrucken - aber Vorsicht, zu einem romantischen Dinner würde ich sie nicht servieren, da man Phở fast nicht ohne Schlürfen essen kann.


Vegane Phở (3 Portionen)

Brühe
1 EL Öl
1 ½ EL Koriandersamen, leicht zerstoßen
2 TL Cuminsamen, leicht zerstoßen
1 TL Fenchelsamen
3 Stück Sternanis
1 Zimtstange
80 Gramm Karotten, geschält, in groben Scheiben
50 Gramm Sellerie, geschält, in groben Würfeln
30 Gramm Lauch, gewaschen, in grobe Ringe geschnitten
30 Gramm Peterwurzen (oder mehr Sellerie), geschält, in groben Stücken
1 kleine Zwiebel, geschält, geviertelt
8 Zehen Knoblauch, geschält, halbiert
10 Gramm Ingwer, geschält, in groben Scheiben
8 Gramm getrocknete Shiitake-Pilze (kurz abgewaschen)
1,6 Liter Wasser
1 - 1 1/2 TL Salz
3 EL Sojasauce (oder mehr nach Geschmack)
2 ½ TL braunen Zucker
10 Gramm frischer Koriander (inkl. Stiele)

Einlage
250 Gramm breite Reisnudeln (oder mehr, wenn ihr auf Nudeln steht)
180 Gramm Baby Pak Choy
1 EL Öl
200 Gramm Räuchertofu
Pro Teller eine Handvoll Sojasprossen (Mungobohnensprossen)
Frischer Koriander

Zum Servieren
Frischer Koriander
Chillisauce (z. B. Sriracha aus dem Asialaden)
Limetten, geviertelt
Sojasauce

Öl in einem großen Topf erhitzen, Gewürze dazu geben und unter Rühren auf mittlerer Hitze anrösten, bis sie zischen und angenehm duften. Das Gemüse (Karotten, Sellerie, Lauch, Peterwurzen, Zwiebel, Knoblauch) und Ingwer dazugeben, zwei bis drei Minuten mitrösten. Dann mit Wasser aufgießen, getrocknete Shiitake-Pilze, Salz und Sojasauce dazugeben. Die Brühe mit Deckel zum Kochen bringen, dann Temperatur etwas verringern und für etwa eineinhalb bis zwei Stunden köcheln lassen. Nach 30 bis 40 Minuten den frischen Koriander hinzufügen und mitköcheln lassen.
Nach Ende der Kochzeit sollte das Gemüse sehr weich sein. Ein feinmaschiges Sieb über eine Schüssel legen, und die Brühe hineinleeren, um sie abzuseihen. Das Gemüse mit einem Löffel im Sieb gut auspressen, damit das ganze Aroma in die Brühe fließt.
Reisnudeln nach Packungsanleitung gar kochen, abgießen, abschrecken und beiseite stellen. Baby Pak Choy waschen, in Stücke schneiden, dabei die Blätter zur Seite legen. Räuchertofu halbieren und in dickere Streifen schneiden. Das Öl in einer Pfanne erhitzen, den Räuchertofu von beiden Seiten knusprig anbraten. Kurz die Stiele des Pak Choy hinzufügen, ein bis zwei Minuten mitbraten, dann die Blätter dazugeben, bis sie leicht zusammengefallen sind.
Zum Anrichten die Reisnudeln in einen tiefen Teller geben, darauf kommt etwas Tofu und Pak Choy, eine Handvoll Sojasprossen und frischer Koriander. Die sehr heiße Suppe darüber schöpfen, sofort mit Stäbchen und einem Löffel servieren, dazu Limetten, scharfe Chillisauce und mehr Sojasauce reichen.

Kommentare:

  1. Hört sich sehr lecker an! War am Freitag selbst erst vietnamesisch (und vegan!) essen :-) Wird bestimmt mal an einem asiatischen Menü-Abend nachgekocht.

    Und ich LIEBE deine Teller :D Die sind so süß! Und trotzdem irgendwie schick...

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  2. Hmm, das Rezept klingt richtig toll und würzig! Und wunderschöne Bilder :)
    Aber so viele Zutaten sind dann doch erstmal nichts für mich, die immer für sich alleine kocht :(

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  3. das problem kenn ich, aber von sowas sollte mensch sich den spaß beim kochen nicht verderben lassen.
    aus vielen zutaten kann man am nächsten tag was völlig anderes kochen (einfach mal vorher nen kleinen kochplan aufstellen).
    einiges kann man vlt tiefgekühlt kaufen oder danach selbst einfrieren oder du nimmst solche gerichte zum anlass freunde einzuladen. ;)

    Auch singles müssen sich mit gutem essen verwöhnen (können)!

    p.s. rezept klingt toll, zumal ich zZ auf reisbandnudeln stehe. ergo: wird nachgekocht :)

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  4. eins meiner lieblingsrezepte :) sieht sehr lecker aus! ich schmeiß immer noch jedemenge anderes leckeres gemüse dazu. was der kühlschrank so bietet und zu ganz besonderen anlässen gönn ich mir frischen koriander(bekommt man hier leider nicht).
    ist nicht jedermanns sache, aber mich trägt das auf wolke 7 ;D

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  5. Das klingt sehr gut, ich liebe auch Suppen schlürfen :)

    lg

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  6. Ich weiß, das ist jetzt ungerecht dem Essen gegenüber, das auch richtig yummi aussieht, aber woher ist der Suppenteller?
    Ich will den auch haben!

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    1. die Frage gab es schonmal, wenn nicht hier dann woanders, deswegen antworte ich mal ganz frech ;)
      Die waren von Buttlers, aber schon vor ner Weile, also wird es die wohl nicht mehr geben. Mal dort oder im Internet gucken

      lg

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    2. danke für das rezept. bin schon sehr gespannt drauf, wie sie vegan schmeckt. deine tolle gewürzzusammenstellung lässt mich das beste hoffen :) ich meld mich wieder mit bericht! Katharinka

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  7. schöner blog ! ♥ lust auf gegenseitiges verfolgen?

    http://laura-liveloveparty.blogspot.de/

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  8. Tolles Rezept - schmeckt wirklich genau wie in Vietnam - ich war vor genau einem Jahr dort und kriege sofort wieder Fernweh!

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  9. beste Pho Suppe die ich je gegessen habe!! Habe sie innerhalb von 3 Monaten schon 5 Mal nachgekocht <3
    Danke für das tolle Rezept!

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  10. Das Rezept hört sich so lecker an, dass es gleich nachgekocht wird :) An welcher Stelle kommt denn der braue Zucker ins Spiel, der bei den Zutaten steht, kommt der einfach mit in die Brühe oder schon beim anbraten dazu? LG

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    1. Einfach in die Brühe damit! Viel Spaß beim Nachkochen.

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  11. Mega lecker! Danke für das tolle Rezept.Claudia

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  12. Mega lecker! Die Kunst ist die Brühe. Danke für das klasse Rezept. Ich bin ein Gemüsefan und habe noch kleine Brokkoliröschen und hauchdünn geschnittene Champions hinzugegeben. Dazu dann noch frische Frühlingszwiebelringe und frische Minze sowie frisch gehackte Chilischote nach Geschmack.

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Ich freue mich immer sehr, von Euch zu hören! Vorschläge, Ideen, Lob, eine andere Meinung (respektvoll, please) - immer her damit!

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