15. November 2009

The Kind Diet


Alicia Silverstone war schon immer eine meiner liebsten Promi-Veganerinnen, vor allem, weil sie eine nette, natürliche Art hat und andere Menschen nicht verurteilt, sondern als gutes Beispiel vorangeht.

Ihr neues Buch, "The Kind Diet", war daher schon kurz nach Erscheinungstermin bei mir im Bücherregal zu finden. Das Buch ist meiner Meinung nach eher an mit Veganismus weniger vertraute Menschen gerichtet, aber auch für gut informierte Veganer ist es ein schönes Nachschlagewerk. Es bietet verschiedene Stufen an, nämlich die "Flirter", die vegane Kost mal ausprobieren wollen, dann natürlich die Veganer und die "Superheroes", die sich an einer makrobiotischen, veganen Ernährung orientieren wollen.

"The Kind Diet" spricht nicht nur vegane Ernährung, sondern auch Themen wie weißes Mehl oder raffinierten Zucker an. Alicia gibt besonders im Teil zur "Superhero"-Ernährung Tipps für makrobiotische Kost, die sicher anders ist als das, womit viele von uns vertraut sind. Auch Fitness und Meditation finden Erwähnung, sowie viele persönliche Anmerkungen von Alicia wie z.B. eines ihrer Thanksgiving-Menüs. Ebenso betont sie die Wichtigkeit, Bio-Qualität zu kaufen, und die Bedeutung von Wieder-Verwendung alter Sachen und Recycling (übrigens ist das Buch auch auf Recycle-Papier mit Farben auf Pflanzenbasis gedruckt!).


Was mir an diesem Buch besonders gefällt, ist der lockere, freundliche Ton, in dem Alicia es geschrieben hat. Sie vermittelt das Gefühl, dass Veganismus einfach ist (und das ist er ja auch!) und dass es nichts um "Alles oder Nichts" geht, was ich persönlich eine gute Botschaft finde. Manche Menschen werden vom veganen Lebensstil vielleicht abgeschreckt, wenn sie vor einer absoluten, endgültigen Entscheidung stehen, aber Alicia zeigt einen Weg auf, mit veganem Essen erst mal zu "flirten", sich nicht gleich zu binden, und trotzdem viel vegane Speisen in den Alltag zu integrieren. In ebenso lockerem Ton erzählt sie ihre eigene Geschichte.

Weiters sind die Fotos in dem Buch wirklich schön gemacht, wirken sehr persönlich und das Durchblättern alleine macht Freude.

Alicia hat übrigens das Buch gemeinsam mit einer Website, www.thekindlife.com, konzipiert, eine Community mit Foren und ihrem persönlichen Blog, was ich eine sehr nette Idee finde. Um ihre Tipps und Videos zu finden, schaut mal rein!

Wie gesagt finde ich, dass der Informations-Teil des Buches eher an "Neulinge" gerichtet ist, aber die wichtigsten Argumente für Veganismus in so geballter Form enthält, dass es sicher auch für bereits vegan lebende Menschen gut zum Nachschlagen (oder auch zum Herborgen!) ist. Sicher neu für viele Veganer sind aber auch einige Rezepte in Alicia's Buch. Während der vegane Teil des Buches viele Variationen bekannter Dinge enthält (z.B. Lentil Stew, Caesar's Salad oder Corn Bread - das Buch ist natürlich auf den amerikanischen Markt ausgerichtet), lernt man im "Superhero"-Teil viele neue Zutaten wie Mochi, Arame, Hijiki, Daikon oder Kombu kennen. Auch ich selbst kannte viele dieser Sachen nicht, fand es aber interessant zu sehen, was es denn in der großen weiten Essens-Welt denn noch so gibt! Ein wenig Mut zum Ausprobieren ist allerdings schon gefordert. Geplant ist bei mir auf alle Fälle schon das Seitan Piccata mit Weißwein und Kapern, das soll ja sensationell sein... :-)

Insgesamt ist The Kind Diet ein wirklich schönes, informatives Buch geworden, dass Veganismus mit einer Leichtigkeit und Freundlichkeit vermittelt. Alicia wirkt in ihren Ratschlägen und ihrem umweltbewussten Leben absolut authentisch und glaubwürdig. Allerdings würde ich es als reines Kochbuch nicht empfehlen, da gibt es andere, die gerade für Anfänger wohl besser geeignet sind. Als Motivation und Mut zum Starten würde ich es aber schon weitergeben!

Und hier noch ein schönes Zitat von Coleen Patrick-Goudreau, das ganz gut zum Ton des Buches passt:
"Don't do nothing because you can't do everything. Do something. Anything!"

Kommentare:

  1. Mit dem Veganismus flirten - das gefällt mir. Es kann ja tatsächlich sein, dass es viel mehr vegan ausgerichtete Leute gäbe, wenn man nicht denken würde, dass man 100% absolut sein muss. Ich fühle mich wohl, mit dem Veganismus zu flirten und die ein oder andere Hintertür für Gelegenheiten zu haben. Mag ein Harcore-Veganer nicht verstehen aber besser das als nichts, oder? Klingt gut das Buch.

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  2. Danke für die ausführliche Rezension!

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  3. @Blumenmond: Tja, Flirten ist erlaubt. Ich kann das gut nachvollziehen, für mich war das am Anfang auch leichter. Außerdem ist der Gedanke "Ich werde NIE WIEDER xy essen" für die meisten Personen wirklich eher abschreckend als motivierend. Ich vertrete da auch lieber die Einstellung: Ein Essen nach dem anderen, ein Tag nach dem anderen!

    @VeganView: Yes, you gotta love it! :-)

    @Mihl: Gern geschehen! :-)

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  4. Nun gibt es das Buch auch in Deutsch und ich habe es mir geholt. Bin noch nicht durch, aber finde es total interessant. vor allem sind nicht nur Rezepte drinnen, sondern auch sehr viel info. LG

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