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18. Juni 2018

Chocolate Chip Cookies

Manchmal müssen es einfach die Klassiker sein. Manchmal geht nichts über die guten, alten Wohlfühlrezepte, ohne Schleiferl und Schi Schi und ohne Zauber oder Ausgefallenes wie Salted Caramel oder Marajuca Mousse. Dann muss es das Bewährte sein, dafür aber dann auch richtig gut. Ich wollte vegane Cookies, und ich wusste, nur die klassischen Chocolate Chip Cookies würden meinen Hunger nach Keksen stillen. Süßer Teig mit leichter Vanillenote, knuspriger Rand, in der Mitte weich und mit Schokoladestückchen. Und ich darf euch verraten: Dieses Rezept erfüllt meine Ansprüche voll und ganz. Wenn ich in Zukunft klassische Kekse backen will, werde ich immer wieder auf dieses Rezept zurückkommen, und da ich sonst ständig am Grübeln und Entwerfen und Weiterentwickeln bin, kommt das bei meinen Rezepten eher selten vor. Das hier ist anders - gut so wie es ist.


Wenn ihr euch übrigens fragt, was "Aquafaba" sein soll - nein, das ist kein Zauberspruch aus Harry Potter. Aquafaba ist nichts anderes als Bohnensaft, mit einem sehr viel cooleren Namen. Aquafaba hat sich in den letzten Monaten als wahrer Tausendsassa in der veganen Küche erwiesen, denn damit kann man wunderbar Eier ersetzen und es sogar schaumig aufschlagen! Alles, was ihr dafür braucht ist eine Dose (oder ein Glas) Kichererbsen. Ihr leert den Saft der Kichererbsen in ein Gefäß - tada, Aquafaba! Das könnt ihr nun beim Backen verwenden, wie in diesen Cookies. Es bindet, sorgt für Feuchtigkeit und verhält sich durch den hohen Eiweißgehalt ähnlich wie ein Ei, zumindest in kulinarischer Sicht. Und versprochen, eure Kekse schmecken nicht nach Kichererbsen! Es verhilft einfach nur zu den besten Chocolate Chip Cookies überhaupt.
 

Chocolate Chip Cookies (für etwa 25 Stück)

200 Gramm vegane Margarine, weich
180 Gramm weißer Zucker
150 Gramm brauner Zucker
6 EL Aquafaba (80 Gramm) (aus dem Saft einer Dose / einem Glas Kichererbsen)
2 Packungen Bourbon-Vanillezucker
1 TL Natron
1/2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
350 Gramm Mehl
200 Gramm vegane Schokotropfen oder gehackte vegane Schokolade

Den Ofen auf 180 Gramm vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.
Die Margarine sehr gut mit dem Zucker vermischen, dann das Aquafaba gut unterrühren. Natron, Backpulver, Salz und Mehl verrühren und mit den anderen Zutaten zu einem glatten Teig rühren. Die Schokotropfen unterheben. Den Teig esslöffelweise mit ausreichend Abstand auf das Blech setzen (die Cookies gehen gut auseinander!). Etwa 10 - 13 Minuten backen, der Rand sollte leicht gebräunt sind, in der Mitte werden die Cookies aber noch schwabbelig sein. Aus dem Ofen nehmen, ein paar Minuten auf dem Blech lassen und dann die Cookies vorsichtig auf einen Teller zum Auskühlen setzen.

22. Mai 2018

Naughty Brownies

Das heutige Rezept ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Sünde wert... perfekt, um den Bemühungen um den Bikini-Body dezent den Finger zu zeigen, als Trost, wenn der Tag einfach nicht richtig laufen möchte oder einfach nur so, um sich die Seele zu streicheln. Es wird unanständig. Dekadent. Wenn man glaubt, dass es nun genug sein sollte, dann wird noch eins oben drauf gelegt. Ich spreche von meinen Naughty Brownies. Ungezogene, freche, üppige Dinger, voll mit Kalorien und Zucker und Fett und vor allem viel Genuss. Sie bestehen aus einer Schicht Cookie Dough, der herrlich weich bleibt, einer Schicht veganer Doppelkekse und einer Schicht saftigem Brownie-Teig, in den auch noch eine große Portion Schokocreme kommt. Die Brownies sind auch noch sehr einfach zu machen! Und jetzt alle so: Oh yeeeahhh. Wer sich so richtig die Kante geben möchte, der serviert sie warm, mit einer Portion Eiscreme und Schokoladensauce und verschafft sich den ultimativen kulinarischen Orgasmus... aber ich schweife ab. Das Rezept, meine Lieben, gibt es sogleich! Und so ganz nebenbei - diese Brownies sind das ideale Mittel, um Leute zum Schweigen zu bringen, die denken, dass vegane Desserts fade und trocken und gänzlich ungeil sind. Denn mit vollem Mund spricht man bekanntlich nicht...



Naughty Brownies (für ca. 10 - 12 Stück)

Für die Cookie-Schicht:
1 EL gemahlene / geschrotete Leinsamen
1 EL Wasser
100 Gramm pflanzliche Margarine, weich
80 Gramm weißer Zucker
50 Gramm brauner Zucker
1 Packung Bourbon-Vanilllezucker
1/2 TL Salz
180 Gramm Mehl
1/2 TL Natron
1/2 TL Backpulver
Prise Zimt
50 ml Sojamilch
100 Gramm vegane Schokotropfen

Für die Brownie-Schicht:
180 Gramm Mehl
1/2 TL Backpulver
1/4 TL Salz
100 Gramm Zucker
20 Gramm Kakaopulver
130 Gramm vegane Schokocreme (aka vegane "Nutella")
140 ml Sojamilch
20 Gramm pflanzliche Margarine, weich
1 EL gemahlene /geschrotete Leinsamen
2 EL Wasser

Dazwischen:
Vegane Doppelkekse (ich habe Mini-Oreos benutzt, da ich die verbrauchen wollte)

Eine Brownie-Form (ca. 20 x 20 cm) gut einfetten. Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Für die Cookie-Schicht Leinsamen und Wasser vermischen und beiseite stellen. Margarine und Zucker gut miteinander vermischen. Mehl, Salz, Natron, Backpulver und Zimt verrühren und mit Sojamilch und Leinsamen zu einem glatten Teig mischen. Schokotropfen vorsichtig unterheben. Die Cookie-Schicht in die Form streichen.
Die Doppelkekse auf die Cookie-Schicht legen, so dass die Fläche mehr oder weniger bedeckt ist (es können Lücken bleiben).
Für die Brownie-Schicht Leinsamen und Wasser vermischen und kurz beiseite stellen. Anschließend alle Zutaten zu einem glatten Teig rühren. Vorsichtig auf die Doppelkekse streichen.
Bei 180 Grad etwa 30 - 40 Minuten backen, bis ein Zahnstocher sauber aus der Brownie-Schicht herauskommt. Vor dem Anschneiden auskühlen lassen, bei Bedarf die Stücke kurz in der Mikrowelle erwärmen und für den ultimativen Genuss mit Eiscreme und Schokosauce servieren.


15. April 2018

Vegane Schoko-Fudge-Bars (glutenfrei, ohne Zucker, ohne Fett)

Falls ihr es noch nicht gemerkt hat: Ich bin momentan auf der Mission, gesunde vegane Desserts zu kreieren. Desserts, die voll mit guten Zutaten sind, aber die man trotzdem gerne isst. Und die noch dazu so köstlich schmecken, dass man sie auch an Freunde und Familie verfüttern kann, ohne dass sich jemand beschwert. Kurz: Desserts, die mit möglichst unverarbeiteten Zutaten auskommen und bei denen die Geschmacksknospen trotzdem nicht aufheulen.  Ich muss sagen - wenn man "normale" Desserts mit Mehl, raffiniertem Zucker und jeder Menge Öl und Margarine gewohnt ist, ist es gar keine so leichte Aufgabe, etwas herzustellen, was dekadent schmeckt, aber trotzdem noch gesund ist. Und ich habe in meinem Leben schon viele gesunde Desserts gegessen, die ich entweder sehr bereut habe oder gleich in eine Serviette gespuckt habe (ganz ehrlich: Da esse ich lieber einen Apfel, als noch so ein furztrockenes Energie-Bällchen oder einen sitzengebliebenen Kuchen mit Einkorn-Mehl). Aber: Es gibt sie, die leckeren, köstlichen und trotzdem gesunden Desserts, und hier am Blog teile ich mit euch natürlich nur meine Gewinner.  Ich finde die Idee von Rohkost-Torten ja super - ganz ohne Mehl oder raffinierten Zucker, dafür mit Nüssen und Trockenfrüchten zu arbeiten. Zwei kleine Probleme habe ich bei den Rohkost-Torten aber immer: Erstens sind sie mir meistens viel zu mächtig, was an den Nüssen liegt. Und zweitens habe ich durch Rohkost-Torten erfolgreich herausgefunden, dass ich allergisch auf rohe Haselnüsse bin. Darum beäuge ich Rohkost-Torten meistens von der Ferne und bewundere nur die Idee.


Ich wollte gerne eine Art von gesunden,  "gatschigen" Brownies naschen. Herausgekommen sind die extrem leckeren Schoko-Fudge-Bars, die eine Mischung aus Brownie und Fudge sind und am allerbesten direkt aus dem Kühlschrank schmecken. Sie sind super-schokoladig und sehr saftig. Die Schoko-Fudge-Bars sind einerseits ein wenig wie Rohkost-Torten- sie bestehen aus vielen Nüssen, Cashew und Walnüssen, Datteln, ist kein raffinierter Zucker enthalten und müssen nicht gebacken werden (das ist doch immer ein Bonus!). Aber sie sind nicht so schwer und mächtig, da sie noch etwas durch Haferflocken aufgelockert werden und vor allem habe ich ganz auf die bösen Haselnüsse verzichtet, die mich ansonsten so gerne ärgern. Die Glasur ist mein persönlicher Liebling und ist einfach nur gut, die könnte ich mir auch sehr gut auf einem ganz ordinären Schokoladenkuchen vorstellen. Die Bars sind so köstlich, dass mein Mann schon gefragt hat, wann es sie wieder geben wird - und er ist jemand, der für Rohkost-Torten überhaupt nichts übrig hat, also ist das sicher als Erfolg zu verbuchen.


Vegane Schoko-Fudge-Bars (für etwa 15 Stück)

Für den "Teig"
150 Gramm Walnüsse
150 Gramm Cashews
200 Gramm entsteinte Datteln (z.B. Deglet Nour)
150 - 200 ml Wasser
1/2 TL Meersalz
1/2 TL Zimt
100 Gramm Haferflocken
60 Gramm Kakaopulver

Für die Glasur
50 Gramm Cashewmus
20 Gramm Kakaopulver
20 Gramm Agavensirup
40 ml Sojamilch (oder andere pflanzliche Milch)

Für den Teig in einem Mixer oder in einer Küchenmaschine die Nüsse zu einer Art Mehl zerkleinern (ein paar grobere Stücke machen gar nichts aus). In einer Schüssel mit Salz und Zimt vermischen. Die Haferflocken im Mixer zu einem feinen Mehl verarbeiten und zu den Nüssen geben. Die Datteln mit dem Kakaopulver und dem Wasser im Mixer fein vermixen, es sollte eine zähflüssige Masse entstehen (mit 150 ml Wasser anfangen und bis zu 200 ml Wasser hinzugeben, um die Datteln besser zerkleinern zu können). Zu den restlichen Zutaten geben und gut vermischen. Eine kleine Brownie-Form (ca. 20 x 20) mit Backpapier auslegen und die Masse hineingeben, dabei gut festdrücken und die Oberfläche glätten. Eine Stunde in den Kühlschrank stellen.
Für die Glasur alle Zutaten miteinander verrühren (das Cashewmus eventuell leicht anwärmen, dann geht es leichter). Nachdem die Bars eine Stunde im Kühlschrank waren, die Glasur auftragen und dann die Schoko-Fudge-Bars über Nacht im Kühlschrank ziehen lassen. Die Bars im Kühlschrank aufbewahren, da sie sonst zu klebrig werden, und zum Servieren in Stücke schneiden und in Muffinförmchen legen.


28. März 2018

Veganes Schokoküchlein (ohne Weizen, ohne Fett)

Gelegentlich bekommt man Geschenke, die der Schenkende nicht ganz uneigennützig gibt. M hat mir zum Geburtstag eine kleine Kuchenform geschenkt. Unglaublich niedlich. Und er hat natürlich darauf gehofft, dass ich diese Kuchenform so schnell wie möglich mit Teig fülle. Aber die Kuchenform ist in unserem wohl gefüllten Küchenschrank immer weiter nach hinten gerutscht, bis ich irgendwann vergessen habe, dass ich so eine überhaupt besitze. Vor kurzem dann hat M die Küche ausgemistet (ich habe das Glück, mit einem Mann verheiratet zu sein, der einen größeren Ordnungssinn besitzt als ich). Und plötzlich war die kleine Kuchenform wieder da. Sehr prominent stand sie auf der Arbeitsfläche, weniger als Erinnerung als fast schon als Mahnmal an die Kuchen, die es nie gegeben hat. Nach einem Anflug schlechten Gewissens gelobte ich Besserung. Ich habe schon länger von warmen Schokoküchlein geträumt und das war die beste Gelegenheit. In letzter Zeit experimentiere ich mit Desserts ohne Fett und gesünderen Zutaten, bei denen man trotzdem seinen Lebenswillen nicht verliert. Dieses Küchlein ist phänomenal geworden, weich und luftig und saftig und super-schokoladig und kein Mensch merkt, dass sich darin Haferflocken verstecken und ohne Fett gebacken wurde.  Das Küchlein schmeckt am allerbesten warm und obwohl die Schokotropfen darin optional sind, kann ich euch die nur wärmstens ans Herz legen. Wer keine kleine Kuchenform besitzt, lässt sich entweder eine schenken oder macht einfach Muffins daraus.





Vegane Schokoküchlein (für 4 - 5 Küchlein oder 8 Muffins)

1 EL Leinsamen, gemahlen
2 EL Wasser
70 Gramm Mehl, Dinkel
50 Gramm Haferflocken
40 Gramm Kakaopulver
2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
40 Gramm Zucker
Prise Zimt
200 Gramm Sojajoghurt, natur
1 EL Agavensirup
80 ml Sojamilch
optional: 40 Gramm vegane Schokotropfen (oder mehr nach Geschmack)

Ofen auf 180 Grad vorheizen. Muffinförmchen mit Papierformen auslegen oder Kuchenformen gut einfetten. Leinsamen und Wasser verrühren und beiseite stellen. Die Haferflocken in einer Küchenmaschine oder einem Mixer zu einem feinen Mehl verarbeiten. Mehl, Haferflocken, Kakaopulver, Backpulver, Salz, Zucker und Zimt miteinander verrühren. Mit Sojajoghurt, Sojamilch, Leinsamen und Agavensirup zu einem glatten Teig rühren und optional die Schokotropfen unterheben und dann auf die Formen aufteilen. Für kleine Küchlein bei 180 Grad etwa 15 - 20 Minuten backen, für Muffins 10 - 14 Minuten. Nicht zu lange im Ofen lassen, ansonsten können sie trocken werden - wenn ihr einen Zahnstocher in die Mitte stecht, sollte dieser sauber wieder herauskommen. Die Küchlein schmecken am besten warm.

9. Februar 2018

Pinke Cupcakes, natürlich gefärbt

Ich habe keine Lieblingsfarbe. Ich mag alle Farben! In meinem Kleiderkasten herrscht ein buchstäbliches buntes Durcheinander an verschiedenen Farben, weil ich mich einfach nicht entscheiden kann. Andere Frauen gehen einkaufen und wissen, zu welcher Jacke der blaue Schal passt oder mit welchem Kleid sie die roten Stiefel tragen werden oder die in ihrer Kleiderwahl sogar nur einer Farbe folgen. Ich bin eher so... impulsiv. Ich gehe in ein Geschäft, verliebe mich in eine Farbe und das allein bestimmt mein Kaufverhalten. Ich denke gar nicht daran, dass Neongrün jetzt nicht die beste Farbe ist, um sie mit anderen zu kombinieren. So sieht es dann eben auch aus. Der Begriff "Color Blocking" wurde extra für mich erfunden. Um euch einen Eindruck zu geben - ich habe einen senfgelben Pulli, den ich sehr liebe, darunter trage ich gerne ein lila  Shirt und dazu einen weinroten Rock... vermutlich sehe ich gelegentlich aus wie der Pumuckl, aber in meiner Wahrnehmung sehe ich nur schöne, bunte Farben im Spiegel und freue mich darüber.


Lange Rede, kurzer Sinn: Farben sind schön. Warum also nicht auch das Essen etwas bunter gestalten? Ich wollte bunte Cupcakes backen und diese mit Lebensmittelfarbe einfärben, die A) vegan und B) nicht gesundheitsschädlich ist. Vegan ist natürlich klar, aber was soll an einer Lebensmittelfarbe denn gesundheitsschädlich sein? Leider stehen die sogenannten Azofarbstoffe, die zwar wunderbar und kräftig färben, im Verdacht, krebserregend zu sein und bei Kindern Hyperaktivität auszulösen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber das muss ich jetzt nicht unbedingt in meine Cupcakes rühren. Der Vorsatz war also gefasst, eine geeignete Lebensmittelfarbe zu finden. Wisst ihr eigentlich, wie schwer es ist, so etwas aufzutreiben? Ich bin durch dutzende Geschäfte gestiefelt und habe mit gerunzelter Stirn Zutatenlisten gelesen. Fehlanzeige. Und ja, natürlich wäre ich online sicher fündig geworden, aber dazu hatte ich weder Zeit noch Lust.


Nach vielem Geschnaufe und Augenrollen habe ich das Projekt "farbenfrohe Cupcakes" schon fast wieder abgeblasen. Dann dachte ich mir - warum nicht selbst einfärben? Viele Lebensmittelfarben machen sich die färbenden Eigenschaften von Spinat oder Kurkuma zunutze, das kann ich auch. Die Idee war gefasst: Rosa sollten meine Cupcakes werden, weil es hübsch ist und bald der Valentinstag ansteht. Und was färbt alles im Umkreis im Nu in zartes Rot ein? Genau, rote Rüben.


Wie ihr an den Bildern erkennen könnt, hat das wunderbar geklappt. Ich habe köstliche Chocolate-Chip-Cupcakes gebacken, auf die ein Häubchen rosaroter Vanille-Creme kommt und die dann in pinken Kokosflocken gewälzt werden. Der Saft der roten Rüben färbt wunderbar ein, ohne den Geschmack zu verändern. Kitschigen Cupcakes steht also nichts mehr im Weg - achtet nur darauf, die pinken Kokosflocken am Tag vorher zu machen, damit sie trocknen können, die könnt ihr aber auch gut aufbewahren. Wer Creme auf seinen Cupcakes lieber dünn mag, macht besser die halbe Portion der Creme, allerdings lässt sie sich im Kühlschrank einige Tage gut aufheben für weiteren Einsatz auf Cupcakes und Kuchen.


Pinke Cupcakes (für 12 Stück)

Für die Kokosflocken:
Eine Handvoll Kokosflocken
Eine Packung fertig gegarte roter Rüben (vakuumverpackt)

Für den Teig:
250 ml Sojamilch
1 EL Essig
250 Gramm Mehl
180 Gramm Zucker
2 Packungen Bourbon-Vanillezucker
2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1/4 TL Salz
1/4 TL Zimt
80 ml Öl
100 Gramm vegane Schokotropfen oder gehackte Schokolade

Für die Creme:
250 ml Sojamilch
40 Gramm Mehl
150 Gramm Margarine
100 Gramm Zucker
2 Packungen Bourbon-Vanillezucker
1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt

Am Tag zuvor: Die Kokosflocken in eine Schüssel geben. Die Verpackung der roten Rüben vorsichtig aufschneiden und den Saft auffangen. Ein paar Tropfen (wenig!) zu den Kokosflocken geben und gut durchmischen, bis der gewünschte Farbton erreicht ist, den restlichen Saft der roten Rüben aufbewahren. Kokosflocken über Nacht trocknen lassen. Die Kokosflocken zur weiteren Aufbewahrung einfach luftdicht verschließen.

Eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen und den Ofen auf 180 Grad (Ober- Unterhitze) vorheizen. Sojamilch mit dem Essig gut verrühren. Beiseite stellen. In einer großen Schüssel Mehl, Zucker, Backpulver, Natron, Salz und Zimt verrühren. Dann mit dem Öl und Sojamilch zu einem glatten Teig mischen (nicht mit dem Handmixer!) und die Schokotropfen unterheben. Den Teig gleichmäßig auf 12 Förmchen aufteilen und bei 180 Grad etwa 13 - 15 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, dann aus der Muffinform stürzen und komplett abkühlen lassen.

Für die Creme Sojamilch und das Mehl in einem Topf mit einem Schneebesen verrühren. Den Topf am Herd langsam erhitzen, bis die Mischung fester wird, dabei ständig rühren. Die Mischung sollte dann die Konsistenz von schwer tropfendem Zuckerguss haben, das wollen wir erreichen. Den Topf vom Herd nehmen und die Mischung kühl stellen, um sie auf Raumtemperatur zu bringen.
In der Zwischenzeit in einer hohen Schüssel mit dem Handmixer die Margarine, Zucker und Bourbon-Vanillezucker gut miteinander verrühren, Mark der Vanilleschote hinzugeben. Wenn die Sojamilch-Mehl-Mischung Raumtemperatur hat, diese esslöffelweise in die Margarine-Zucker-Mischung mixen, dabei immer wieder gut aufschlagen. Am Ende ein paar Tropfen vom Saft der roten Rüben hineingeben, bis ein zarter rosa Farbton erreicht ist. 

Zum Zusammensetzen auf die komplett ausgekühlten Cupcakes einen dicken Klecks der Creme streichen und den Cupcakes dann kopfüber in die Kokosflocken tunken. Fertig!

21. Januar 2018

Kurkuma-Latte-Cupcakes

Während ich bei Essen gerne experimentiere, bin ich bei Getränken sehr in meinen Gewohnheiten festgefahren. Ich trinke hauptsächlich Wasser, zum Essen kann ich auch nichts anderes haben. Dazu habe ich noch Kaffee und Tee in meinem Repertoire (und beim Tee auch nur drei Sorten). Aus. Gelegentlich einen Schluck Bier oder, wenn ich es ganz bunt treibe, Gin Tonic. Mit bunten Säften, Cocktails, Frappucinos, Craft Beer kann ich wenig anfangen und ich kann nur eine einzige Sorte Rotwein aufzählen. Langweilig, ich weiß. Aus diesem Grund gehen auch viele Trends bei Getränken an mir vorüber. Vielleicht kaue ich auch einfach zu gerne, Fakt ist: Die meisten In-Drinks interessieren mich nicht. Darum bin ich auch extrem spät dran, um den Kurkuma Latte abzufeiern. Wenn ihr ähnliche Spezialisten seid wie ich, dann fragt ihr euch jetzt sicher, was ein Kurkuma Latte sein soll. Mich erinnert dieses heiße Getränk ein wenig an einen Chai Latte, also eine würzig-süße aufgeschäumte Milch. Beim Kurkuma Latte kommt der hauptsächliche Geschmack vom - Überraschung - Kurkuma, auch als Gelbwurz bekannt, der Curry seine gelbe Farbe verleiht. Kurkuma hat einen leicht scharfen, aromatischen Geschmack und färbt alles (inklusive meiner Arbeitsfläche in der Küche) in ein schönes Gelb, darum ist Kurkuma Latte auch als "goldene Milch" bekannt.


Ich habe den Kurkuma Latte erst kürzlich probiert (ich sage euch ja, ich bin da spät dran) und war begeistert vom feinen Geschmack. Und dann dachte ich mir: Das wäre so viel besser, wenn man hineinbeißen könnte. Und am allerbesten wäre es, wenn der Geschmack zu einem Cupcake gehören würde. So sind diese Kurkuma-Latte-Cupcakes entstanden - ein feiner, saftiger Vanilleboden, auf dem sich dann knallgelbe, süße Creme türmt, die herrlich nach Kurkuma und leicht nach Zimt und Ingwer schmeckt. Besonders durch die schöne Farbe sind diese Cupcakes wirklich ein Hingucker und ich finde, sie sind mit den Gewürzen eine tolle Abwechslung zu den ewigen Schoko-Cupcakes. Ganz ehrlich - in Cupcakes schmeckt Kurkuma viel besser als einem Getränk, und "goldene Cupcakes" klingt einfach besser.




Kurkuma-Latte-Cupcakes (für 12 Stück)

Für den Teig:
250 ml Sojamilch (oder andere pflanzliche Milch)
1 EL Essig
1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt
250 Gramm Mehl
180 Gramm Zucker
2 TL Backpulver
1/2 TL Natron
1/4 TL Salz
1/4 TL Zimt
80 ml Öl

Eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen und den Ofen auf 180 Grad (Ober- Unterhitze) vorheizen.
Sojamilch mit dem Mark der Vanilleschote gut verrühren und dann den Essig hinzugeben. Beiseite stellen. In einer großen Schüssel Mehl, Zucker, Backpulver, Natron, Salz und Zimt verrühren. Dann mit dem Öl und Sojamilch zu einem glatten Teig mischen (nicht mit dem Handmixer!). Den Teig gleichmäßig auf 12 Förmchen aufteilen und bei 180 Grad etwa 13 - 15 Minuten backen. Kurz abkühlen lassen, dann aus der Muffinform stürzen und komplett abkühlen lassen.

Für die Creme:
250 ml Sojamilch (oder andere pflanzliche Milch)
40 Gramm Mehl
150 Gramm vegane Margarine, weich
100 Gramm Zucker
2 Packungen Bourbon-Vanillezucker
1 1/2 - 2 TL Kurkuma (je nach Geschmack)
3/4 TL Zimt
3/4 TL gemahlener Ingwer

Zunächst die Sojamilch und das Mehl in einem Topf mit einem Schneebesen verrühren. Den Topf dann am Herd langsam erhitzen, bis Mischung fester wird, dabei ständig weiterrühren. Die Mischung sollte  schließlich die Konsistenz von schwer tropfendem Zuckerguss haben, das wollen wir erreichen. Den Topf dann vom Herd nehmen und die Sojamilch-Mehl-Mischung kühl stellen, um die Mischung auf Raumtemperatur zu bringen. In der Zwischenzeit in einer hohen Schüssel mit dem Handmixer die weiche Margarine, Zucker und Bourbon-Vanillezucker sehr gut miteinander verrühren. Wenn die Sojamilch-Mehl-Mischung Raumtemperatur hat, diese esslöffelweise in die Margarine-Zucker-Mischung mixen, dabei immer wieder gut aufschlagen. Wenn alles gut miteinander vermixt ist, die Gewürze zugeben und noch einmal aufschlagen. Die Creme eventuell kurz kühl stellen, wenn sie sehr weich ist und dann mit einem Spritzsack auf jeden Cupcake die Creme auftragen.

27. Oktober 2017

Vegane Halloween-Cupcakes mit Glubschaugen

Ich fühle mich beobachtet. Als würde mich jemand anstarren. Ich spüre Blicke auf mir... Was ist das nur? Merkt ihr es auch? Dutzende von Augenpaaren in der Dunkelheit...



Zum Glück sind es nur meine leckeren Halloween-Cupcakes, und sie sind auch ganz freundlich. Sie wollen nur gegessen werden! Perfekt für jede Halloween-Party sind diese süßen Schoko-Cupcakes mit neugierigen Glubschaugen. Eine der schönsten Zeiten im Jahr ist da, die Tage rund um Halloween (nur geschlagen von der Weihnachtszeit). Wer hier schon länger mitliest, der weiß, dass ich Halloween liebe... Kürbisse, Nebel, bunte Blätter draußen und natürlich die gruselige Atmosphäre. Schon als Kind habe ich meine Mama bekniet, mir eine Grusel-Party zum Geburtstag zu gestalten (was sie dann auch getan hat und es war die beste Geburtstagsfeier überhaupt), und irgendwie habe ich diese Liebe zum Unheimlichen nie wieder abgelegt. Zu beängstigend darf es aber auch nicht sein, ich mag das Gruselige lieber mit einem Augenzwinkern. Passend dazu sind diese Cupcakes, die niedlich sind, aber trotzdem auf jedem Halloween-Buffet eine gute Figur machen würden.



Die Grundlage ist ein saftiger Schoko-Mandel-Teig, darüber kommt eine Schicht Schokoladen-Creme, Schoko-Streusel und dann natürlich die Glubschaugen, selbstgemacht aus Zucker. Zwar findet man oft Zuckeraugen in Geschäften, die aber meistens nicht vegan sind, weil sie Gelatine enthalten - und Gelatine wird aus Knochen und Gewebe gemacht, und das finde ich entschieden zu gruselig, igitt! Die Zuckeraugen sind zum Glück wirklich sehr einfach selbst herzustellen, und das sagt jemand, die sich beim Basteln jeder Art schwer tut (und die aufgrund der kläglichen Bastel-Erfolge regelmäßig vom Gatten ausgelacht wird). Wenn ich das schaffe, könnt ihr das auch. Einzig müsst ihr euch etwas Zeit einplanen, da die Zuckeraugen trocknen müssen, aber das tun sie zum Glück ganz von alleine.


Halloween-Cupcakes mit Glubschaugen (für 12 Stück)

Achtung: Die Zuckeraugen brauchen 24 - 48 Stunden zum Trocknen!

Für die Zuckeraugen, ergeben etwa 30 Augenpaare:
80 Gramm Staubzucker
1/2 TL Maisstärke
1 EL Agavensirup
1 TL pflanzliche Milch (z.B. Sojamilch)
Vegane Schoko-Tropfen

Einen Teller mit Backpapier auslegen. Staubzucker und Maisstärke in eine Schüssel sieben (es sollten keine Klumpen mehr drinnen sein). Agavensirup und Milch hinzugeben und zunächst mit einem Löffel mischen, dann mit der Hand kneten. Es sollte eine gut formbare Masse entstehen, die keinesfalls klebrig sein sollte, sie sollte eher auf der trockenen Seite sein, aber es sollte möglich sein, sie mit den Händen zu formen (je länger ihr knetet, desto weicher und formbarer wird die Masse auch). Nun mit den Fingern ein kleines Stück der Masse abtrennen und oval, nicht zu dünn, formen. Auf das Backpapier setzen und einen Schokotropfen vorsichtig hineinpressen, dabei den Schokotropfen nicht in die Mitte setzen, sondern eher zum Rand hin, damit die Cupcakes später leicht schielen. Die Masse so verarbeiten und die Augen dann zumindest 24 Stunden (36 - 48 Stunden sind noch besser) auf dem Backpapier trocknen lassen. Dann vorsichtig ablösen, ihr könnt die Augen luftdicht verschlossen gut aufbewahren (nicht im Kühlschrank).

Für den Teig:
180 Gramm Mehl
40 Gramm gemahlene Mandeln
150 Gramm Zucker
1 Packung Bourbon-Vanillezucker
30 Gramm Kakaopulver
1 TL Natron / Speisesoda 
1/2 Teelöffel Salz
80 ml Öl 
1 EL Essig
150 ml Wasser
100 ml Sojamilch (oder eine andere pflanzliche Milch)

Ofen auf 180 Grad vorheizen und eine Muffin-Form mit 12 Papier-Förmchen auslegen. Mehl, Mandeln, Zucker, Kakaopulver, Natron und Salz in einer großen Schüssel vermischen. In die Mitte der trocknen Zutaten eine Mulde formen und dahin hinein das Öl, Essig, Wasser und Sojamilch leeren. Mit einem Löffel (nicht dem Mixer) zu einem glatten Teig rühren. Den Teig gleichmäßig auf die Förmchen aufteilen und bei 180 Grad etwa 16 - 20 Minuten backen, bis ein Zahnstocher, in die Mitte des Teigs gestochen, sauber wieder herauskommt (prüft das nach 15 Minuten, dann könnt ihr die Backzeit verlängern). Die Muffins aus dem Ofen holen, nach etwa fünf  Minuten die Muffins aus der Form stürzen und dann in ihren Papier-Förmchen komplett auskühlen lassen.

Für die Creme:
100 Gramm vegane Margarine, weich
80 Gramm Staubzucker
30 Gramm Kakaopulver
2 Packungen Sahnesteif

Für die Creme alle Zutaten miteinander mit einem Mixer verrühren. Ist die Creme sehr weich, könnt ihr sie für ein paar Minuten in den Kühlschrank stellen. Sie sollte streichfähig sein.

Zum Zusammensetzen:
Vegane Schokostreusel

Die Schokostreusel auf einen Teller leeren. Auf die komplett ausgekühlten Cupcakes jeweils etwa einen gehäuften TL Creme verteilen, den Cupcake dann in die Streusel dippen, damit die Streusel die Creme bedecken. Dann auf der vorderen Rand der Creme zwei Augen setzen und leicht fest drücken. Fertig! Die Cupcakes am besten bei Zimmertemperatur aufbewahren, da viel Feuchtigkeit den Augen nicht gut tut.

9. Oktober 2017

Birnen-Crumble mit Amaretto

Es war still hier am Blog! Wer mir auf Instagram folgt, der weiß, dass M und ich auf Urlaub waren. Drei Wochen in Nordamerika, den Kopf ausschalten, herrlich! Wir waren in Kanada und haben außerdem liebe Freunde in den USA besucht. Leider sehen wir einander aufgrund der großen Distanz sehr selten, aber dafür ist es umso schöner, wenn wir endlich wieder Zeit miteinander verbringen können. Wir hatten eine tolle Zeit, haben viel gelacht und den Sommer verlängert - das Thermometer hat sich über zwei Wochen nicht weit weg von den 30 Grad bewegt und so haben wir noch intensiv Sonne getankt und waren viel draußen. Natürlich haben wir auch viel und sehr gut gegessen und hier am Blog wird es bald einen Reisebericht geben! 


Vorher möchte ich aber noch ein Rezept mit euch teilen, das von meiner Reise inspiriert wurde und perfekt zum Herbstwetter passt. Wir waren mit unseren Freunden an einem sonnigen Nachmittag auf einer Farm und haben Äpfel gepflückt - und ja, das war genau so idyllisch wie es sich anhört! Ich habe dort einige extrem gute Äpfel gegessen, noch warm vom Sonnenschein. Natürlich war die Ausbeute groß und um die Äpfel zu verarbeiten, habe ich am Abend für die ganze Meute Apple Crumble gemacht. Für elf Personen habe ich zwei riesige Auflaufformen zubereitet, grob angelehnt an mein Rezept hier. Apple Crumble ist eine Art Auflauf aus Äpfeln mit braunem Zucker und viel Zimt, mit einem süßen, knusprigen Topping aus Haferflocken. Ich musste etwas improvisieren, da meine Freundin keine Waage hat (wie in den USA üblich, misst sie ihre Zutaten in Cups), aber ganz ehrlich, die Äpfel waren so gut, dass man ohnehin nicht viel falsch machen konnte. Und der Crumble hat wirklich wunderbar geschmeckt, noch warm aus dem Ofen und mit etwas veganem Vanilleeis serviert. Alle haben brav aufgegessen und der Sohn meiner Freundin ist erst zu Bett gegangen, als versprochen wurde, ihm noch eine Portion für den nächsten Tag aufzuheben.


Mit dieser schönen Erinnerung im Kopf bekam ich wieder Lust auf Crumble, habe allerdings im Supermarkt nicht so schöne Äpfel gefunden wie auf der kleinen, idyllischen Apfel-Farm, die wir besucht haben (wen wundert das jetzt?). Stattdessen habe ich eine weitere Variation an Crumble entdeckt - mit Birnen. Und Amaretto! Eine wunderbare Mischung. Der Amaretto unterstreicht das zarte Aroma der Birnen und der Crumble ist ein süßer Nachtisch, aber auch nicht zu mächtig, man kann ihn also getrost am Ende eines Menüs servieren. Ich finde, dass Birnen so schöne Herbstfrüchte sind, dass ich ihnen einfach ein Dessert-Rezept widmen musste. Wie bei Crumble üblich, schmeckt auch dieser am besten warm mit etwas veganem Vanille-Pudding oder Vanille-Eis und mit Freunden geteilt.



Birnen-Crumble mit Amaretto (für etwa 6 Portionen)

Für das Obst:
1 kg Birnen
2 EL Zitronensaft
30 Gramm brauner Zucker
1/2 TL Zimt
4 - 5 EL Amaretto

Für das Topping:
100 Gramm Haferflocken (Feinblatt)
50 Gramm Mehl
50 Gramm brauner Zucker
1/2 TL Zimt
2 - 3 EL Mandelmilch (oder eine andere pflanzliche Milch)

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Die Birnen waschen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. In eine Auflaufform füllen (z.B. für Lasagne) und mit Zitronensaft, Zucker, Zimt und Amaretto mischen. Das Obst dann glatt streichen. Für das Topping alle Zutaten miteinander vermischen, die Masse sollte saftig, aber nicht flüssig sein und es sollten sich Klumpen formen lassen (sollte es zu flüssig sein, lasst es ein paar Minuten stehen, die Haferflocken weichen auf). Die Masse über das Obst bröseln und im Ofen bei 180 Grad etwa 38 - 45 Minuten backen, bis das Topping goldbraun ist und die Birnen weich sind. Noch warm mit etwas Eis oder Pudding servieren.

15. September 2017

Veganer Russischer Zupfkuchen

Ich wurde schon oft gefragt, wie ich eigentlich immer auf Ideen für meine Rezepte komme. Um ehrlich zu sein, meistens entstehen meine Rezepte aus purem Gusto - wenn ich irgendwo etwas Köstliches gesehen habe oder mich an etwas erinnere, und entscheide, dass ich das unbedingt essen möchte. Russischen Zupfkuchen habe ich noch nie vorher gegessen, aber es gab in den 90er Jahren eine TV-Werbung, die mir als Kind damals so gut gefallen hat (kennt ihr sie vielleicht auch?). Über all die Jahre ist mir diese Werbung im Kopf geblieben (herzliche Gratulation an die Marketing-Abteilung!) und hat sich kürzlich wieder in mein Bewusstsein gekämpft. Und so war klar: Russischer Zupfkuchen muss es sein.


Russischer Zupfkuchen ist nichts anderes als ein Käsekuchen in einem Schoko-Teig. Zupfkuchen deshalb, weil man einen Teil des Teigs in kleinere Stücke zupft und die Füllung damit bedeckt. Ich esse sehr gerne Käsekuchen und russischer Zupfkuchen sieht einfach sehr schön aus!


Leider hat es mir der Zupfkuchen nicht gerade einfach gemacht! Bei meinem ersten Versuch dachte ich mir schon kurz nachdem ich den Kuchen aus dem Ofen genommen habe, dass hier etwas nicht stimmt - der Kuchen ist nämlich in der Mitte zusammengesackt. Meine Befürchtungen haben sich bewahrheitet, beim Anschneiden musste ich feststellen, dass der Kuchen in der Mitte fast flüssig war. Geschmacklich war er gut, aber wenn Kuchen auf dem Teller herumrinnt, ist das nicht besonders ansprechend. Zurück also zum Anfang. 


Beim nächsten Versuch schraubte ich an den Zutaten, um den Kuchen etwas mehr Stabilität zu verleihen. Leider bin ich da etwas über das Ziel hinausgeschossen. Der Kuchen war zwar nicht mehr flüssig, aber er hatte jetzt die Konsistenz von Radiergummi. Und glaubt mir, das ist auch nicht lecker! Mittlerweile war ich schon ziemlich frustriert, aber gleichzeitig wollte ich mich von dem Russen nicht unterkriegen lassen.


Beim dritten Versuch hat es nun endlich geklappt! Der Kuchen ist fest geworden, aber die Füllung ist trotzdem nicht zu hart und schmeckt hervorragend. Der Teig ist wunderbar saftig und leicht schokoladig, die Füllung ist angenehm süß und leicht säuerlich, wie Käsekuchen eben sein soll! Ich habe einen neuen Lieblingskuchen, auch wenn wir keinen guten Start hatten - ich habe ihm verziehen.


Noch ein paar Tipps für euren perfekten russischen Zupfkuchen: Achtet darauf, dass ihr ein Soja-Joghurt erwischt, das ihr wirklich gerne esst, denn das macht den Geschmack der Füllung aus. Es sollte ein Naturjoghurt sein, da die Füllung ansonsten zu süß wird. Ich verwende das Alpro Soja-Kokos-Joghurt, da wir das am liebsten essen. Damit M und ich nicht einen riesigen Kuchen zu zweit vernichten müssen, habe ich mir eine kleine 18 cm Springform zugelegt, die ich nur empfehlen kann. Für eine 26 cm Form könnt ihr die Zutaten einfach verdoppeln und die Nachbarn auf ein Stück Zupfkuchen einladen!

Russischer Zupfkuchen (für 18 cm Form, für 26 cm Form Zutaten bitte verdoppeln)

Für den Teig:
160 Gramm Mehl
1/2 Packung Backpulver (7 Gramm)
10 Gramm Kakao
80 Gramm Zucker
Prise Salz
80 Gramm vegane Margarine, zimmerwarm
1 EL gemahlene Leinsamen
1 EL Wasser
20 ml Sojamilch

Für die Füllung:
250 Gramm veganes Natur-Joghurt (ich habe Soja-Kokos-Joghurt verwendet)
70 Gramm Zucker
1 Packung Vanillepudding-Pulver
20 ml Sojamilch
2 EL Zitronensaft
20 Gramm vegane Margarine, geschmolzen

Die Springform am Boden mit Backpapier auslegen und an den Ränder einfetten. Für den Teig Mehl, Backpulver, Kakao, Zucker und Salz verrühren. Leinsamen und Wasser gut verrühren und anschließend mit der Sojamilch und der Margarine zu der Mehlmischung geben und einen glatten Teig daraus kneten. Den Teig aufteilen: Aus 2/3 des Teig formen wir den Boden. Dafür den Teig mit den Fingern in die Form pressen und dabei einen etwa 3 cm hohen Rand formen. Den Teig in den Kühlschrank stellen. Den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
Für die Füllung alle Zutaten mit einem Schneebesen glatt rühren. Die Fülllung auf den Teig leeren. Die restlichen 1/3 des Teigs in etwa 2 - 3 cm große, flache Stücke "zupfen" und auf die Füllung legen. Dann den Kuchen in den Ofen schieben und bei 180 Grad etwa 50 - 65 Minuten backen (die große Form eventuell noch etwas länger), nach etwa 40 Minuten den Kuchen mit etwas Alufolie abdecken, damit er nicht zu braun wird. Der Kuchen wird nicht komplett fest sein, wenn er aus dem Ofen kommt, aber er sollte sich nicht zu weich anfüllen (ihr könnt auch einen Zahnstocher in die Mitte stecken und der Teig sollte nicht mehr flüssig sein). Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und mit einem Messer gleich den Rand des Kuchen von der Springform lösen. Dann den Kuchen komplett auskühlen lassen.


11. August 2017

Saftige Süßkartoffel-Muffins (mit Vollkorn, ohne Zucker, ohne Fett)

Die letzten Woche habe ich es vermieden, meinen Herd, geschweige denn meinen Backofen einzuschalten. Es war einfach viel zu heiß! Bei Temperaturen jenseits der 30 Grad ist es echt kein Spaß, ein Risotto zu rühren oder einen Kuchen zu backen. Da ich mit Leidenschaft in der Küche stehe, war ich in letzter Zeit dadurch schon etwas unterfordert. Ständig Salat oder kalte Suppe zu essen, auch wenn das gut schmeckt - mir wird das einfach zu langweilig. Umso glücklicher bin ich, dass es zumindest dieses Wochenende bei uns etwas kühler wird (und ja, ich freue mich sehr auf den Herbst und auf verregnete Tage). Warum also nicht diese Chance nutzen, um etwas zu backen? Ich kann euch diese leckeren Süßkartoffel-Muffins nur ans Herz legen. Sie schmecken durch die Süßkartoffel herrlich saftig, gebacken mit Vollkorn-Mehl, kommen ohne Margarine oder Öl aus und sind nur leicht mit Ahornsirup gesüßt. Die Muffins passen besonders gut für ein schnelles Frühstück und sie sind ein gesunder, aber doch süßer Snack für zwischendurch. Ihr könnt die Muffins auch einfrieren und dann über Nacht auftauen lassen, damit ihr sie morgens genießen könnt. Besonders dekadent sind sie, wenn man sie noch mit etwas Erdnussbutter bestreicht, herrlich! Habe ich euch überzeugt, eure Backöfen für diese Muffins anzuwerfen?




Süßkartoffel-Muffins (für 9 - 10 Stück)

250 Gramm weich gegarte Süßkartoffel (z.B. in einem Dampfeinsatz weich gegart)
130 Gramm Ahornsirup (oder Agavensirup)
150 Gramm Soja-Joghurt, natur
180 Gramm Dinkel-Vollkornmehl
1 TL Natron
1 TL Backpulver
2 TL Zimt
1/4 TL Salz
50 ml Sojamilch
50 Gramm gehackte Nüsse (Cashews oder Walnüsse)

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen.
Süßkartoffeln mit Soja-Joghurt in einem Mixer fein pürieren, dann den Ahornsirup hinzugeben und zu einer gleichmäßigen Masse verarbeiten (alternativ könnt ihr die Süßkartoffel auch mit einer Gabel sehr fein stampfen und dann mit dem Ahornsirup und dem Soja-Joghurt verrühren). Mehl, Natron, Backpulver, Zimt und Salz vermischen. Die Süßkartoffel-Masse gemeinsam mit der Sojamilch hinzugeben und zu einem Teig rühren. Zum Schluss die Nüsse unterheben. Auf die Förmchen aufteilen und im Ofen 15 - 19 Minuten backen, oder bis ein Zahnstocher, in die Mitte des Muffins gestochen, sauber wieder herauskommt. Komplett abkühlen lassen und dann in einem luftdichten Gefäß aufbewahren. Wenn das Wetter sehr warm ist, sollte man die Muffins besser im Kühlschrank verstauen (weil sie eben so saftig sind) und vor dem Verzehr auf Raumtemperatur kommen lassen.

11. Mai 2017

Vegane Kokostorte - wie Raffaello!

Heute gibt es wieder mal etwas Süßes am Blog! Perfekt für alle Feiertage, Geburtstage, Mutter-, Vater- und Oma-Tage, oder sonstige Anlässe, an denen man sich das Leben versüßen sollte. Ich wurde für eine Familienfeier gebeten, eine Torte zu backen. Nach so einem Wunsch geistern mir dann länger Ideen für ein süßes Projekt im Kopf herum, bis sich schließlich eine davon durchsetzt, und dieses Mal hat eine Packung Kokosmilch in meinem Küchenkasten besonders laut geschrien: Eine Kokostorte sollte es sein. Luftig und leicht und süß und am besten geschmacklich ähnlich wie Raffaello, die ich früher sehr gerne gegessen habe. Und was soll ich sagen - für mich ist die Torte ein Volltreffer geworden. Ich finde sie mit dem lockeren Boden, der zart nach Kokos und Mandeln schmeckt und dem süßen, cremigen Topping wirklich köstlich, dazu passt besonders ein starker Kaffee - herrlich. Wenn ihr noch nicht überzeugt seid, folgendes darf ich euch noch erzählen: Ein Familienmitglied ist gerade (erfolgreich!) am Abnehmen und gönnte sich aber zum Anlass ein Stück der Torte. Nach dem ersten Bissen gab es folgende Reaktion: "Boah, die Torte ist so gut, da pfeif' ich auf jede Diät!"* Backen also auf eigene Gefahr, ich habe euch gewarnt.




Kokostorte

Für den Teig:
230 Gramm Mehl
50 Gramm Kokosraspeln
70 Gramm gemahlene Mandeln
150 Gramm Zucker
1/4 TL gemahlene Vanille (oder 1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt)
1 EL Backpulver
1/2 TL Natron
1/2 TL Salz
80 ml Öl
300 Gramm Kokosmilch
2 EL Essig

Den Ofen auf 180 Grad vorheizen. Eine Springform (24 cm) mit Backpapier auslegen und an den Seiten einfetten. 
Alle Zutaten bis auf Öl, Kokosmilch und Essig in einer großen Schüssel gut vermischen. Dann Öl, Kokosmilch und Essig hinzugeben und einen glatten Teig daraus rühren. Im Ofen etwa 30 - 40 Minuten backen, bis ein Zahnstocher, in die Mitte des Teigs gestochen, sauber wieder herauskommt. Etwa 30 - 45 Minuten in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig herauslösen und komplett auskühlen lassen.

Für die Creme:
150 ml Sojamilch
2 EL Mehl (ca. 20 g)
100 Gramm pflanzliche Margarine, weich
50 Gramm Zucker
1/4 TL gemahlene Vanille (oder 2 Packungen Bourbon-Vanillezucker oder 1 Vanilleschote, Mark ausgekratzt)

In einem Topf die Sojamilch mit dem Mehl auf niedriger Hitze unter ständigen Rühren mit dem Schneebesen erhitzen, so lange, bis ihr eine puddingartige Masse erhalten habt, die schwer vom Löffel tropft. Die Masse kühl stellen, um sie auf Raumtemperatur zu bringen. Die Margarine, den Zucker und die Vanille mit dem Handmixer gut verrühren. Dann die abgekühlte Sojamilch-Masse esslöffelweise hinzugeben und weiter ordentlich aufschlagen. Kurz kühl stellen (etwa 30 Minuten), damit die Creme etwas fester wird

Zum Zusammensetzen:
Erdbeermarmelade, fein passiert (oder eure liebste Marmelade)
Kokosraspel
Frische Beeren, gewaschen und gut abgetrocknet

Die Torte oben gleichmäßig dünn mit Marmelade bestreichen. Die Creme auftragen, mit Kokosraspel bestreuen und nach Wunsch mit frischen Beeren belegen. Et voilà!


*Das Familienmitglied hat anstatt "pfeifen" einen etwas deftigeren Kraftausdruck verwendet, um die Begeisterung zum Ausdruck zu bringen, aber eben jener ist wenig appetitanregend und wurde darum von mir ersetzt.
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